Die Bevölkerung ist bezüglich Edelmetalle in zwei Lager gespalten. Gegner und Befürworter.
Dass Banker in einen Interessenkonflikt kommen, wenn sie pro Gold argumentieren, liegt auf der Hand.
Gold ist der natürliche Feind des ungedeckten Geldes, mit deren Hilfe die Banken zunächst fette (Buch-) Gewinne eingefahren haben, doch mittlerweile durch die allgemeine Überschulung selbst in ihrer Existenz bedroht sind. Goethes Zauberlehrling hat bei den Bankern gehorsame Nachahmer gefunden, und sie werden die bösen Fiat-Geister nun nicht mehr los.
Ein zurück gibt's nicht mehr, und ein vorwärts auch nicht mehr lange.
Die ganzen Argumente gegen das Gold hatten in den Zeiten, in denen das lustige Schuldenmachen noch in Mode (und möglich) war, durchaus ihre Berechtigung. Doch heutzutage haben sich die Rahmenbedingungen drastisch verändert.
Marktteilnehmer agieren nicht immer rational. Erst recht nicht, wenn in die Märkte ständig eingegriffen wird. Übertreibungen hat es schon immer gegeben, und Korrekturen auch. Der Markt hat immer Recht, langfristig gesehen. Für den cleveren Investor ist es die Kunst, Übertreibungen (egal in welcher Richtung) als solche zu erkennen. Ein Vermögen zu verwalten ist mit Arbeit verbunden. Wer dazu selbst nicht willens oder in der Lage ist, benötigt erstens einen vertrauenswürdigen Verwalter oder Berater, und muss sich zweitens bewusst sein, dass dieser Service etwas kostet. Wie naiv kann ein Mensch nur sein der den Werbesprüchen der Finanzdienstleister glauben schenkt, dass diese fremder Leute Vermögen vermehren, und das womöglich auch noch ganz uneigennützig? Vermögen vermehrt sich nicht von selbst, sondern muss erwirtschaftet werden. Und das bedeutet Arbeit!
Die Finanzdienstleister wollen bezahlt werden, und das nicht schlecht. Wovon werden denn die Gehälter und die fetten Boni bezahlt? Von denjenigen, die diese Dienstleistung in Anspruch nehmen, sprich: Von den Anlegern! Wer Finanzdienstleitungen in Anspruch nimmt, sei es von der Anlegerschaft oder Kreditnehmerseite her, bezahlt auch dafür.
Das gleiche gilt natürlich auch für die Goldhändler. Aber im Gegensatz zu Finanzdienstleistern sind hier die Margen sehr transparent. Um die Händlerspanne zu errechnen müssen Sie lediglich eine der Grundrechenarten beherrschen. Bei anderen Finanzprodukten wissen sie gar nicht einmal, wie hoch die tatsächliche Spanne ist. Denn wenn Sie es wüssten, würden Sie diese Dienste wahrscheinlich gar nicht in Anspruch nehmen. Merke. Unnötige und künstliche Komplexität hat nur einen Sinn und Zweck: Etwas zu verschleiern!
In der Vergangenheit konnte man als Anleger durchaus auch mit Papier Gewinne erzielen, so dass sowohl für den Verwalter als auch für den Investor "genug" hängen blieb. Diese Gewinne waren jedoch dem dahinter stehenden Ponzi-Schema geschuldet. Gewinne durch Schulden. Höhere Gewinne durch noch mehr Schulden. Irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Den letzten beißen die Hunde. Ob Gold zu teuer ist, oder auch nicht. Diese Frage stellt sich inzwischen nicht mehr.
Wenn das System kracht heißt das Gebot: Raus aus allen Papierwerten, egal zu welchem Preis.
Die Schlauen haben das rechtzeitig gemacht. Ein "zu früh" verursacht zwar auch Einbußen in der Performance, ein "zu spät" hingegen bedeutet im Extremfall den Totalverlust.
Zuletzt noch eine Bemerkung für all die Goldskeptiker:
Ist Ihnen denn noch nicht aufgefallen, dass sämtliche negativen Einschätzungen bezüglich Gold nur durch plumpe Totschlagargumente begründet werden? Die Goldbefürworter hingegen können eine logische Argumentationskette liefern, die in sich schlüssig und widerspruchsfrei ist.
Selbst eine unbefangene Gegenüberstellung von Pro und Contra spräche eine eindeutige Sprache, da muss man nicht einmal Emotionen aufkommen lassen.
Na ja, mit den einmal festgelegten Überzeugungen ist es so wie mit dem Glauben: Die Leute lassen sich nur schwer davon abbringen - egal, welche Argumente man auch anbringt.
Missionare haben in der Regel Geduld und auch viel Zeit. Den Systemgläubigen hingegen bleibt nicht mehr viel Zeit…
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