@ringelpietz: Entstehung von Gold- Der Lesch von Alpha Centauri ist einfach super. Der hat ein Talent schwierige Zusammenhänge mit einfachen Worten zu erklären.
So einen hätte ich mir als Lehrer gewünscht!
Die Eurostaaten können der Schuldenfalle nicht entkommen ??
verfasst von frosch, 13.01.2011, 10:29
1. Wir nehmen an, dass alle künftigen Staatsausgaben durch Einnahmen gedeckt sind, also keine neuen Schulden gemacht werden, was sehr optimistisch ist.
2. Wir betrachten das zu erwartende Wachstum des BIP (das ist immer schon inflationsbereinigt). In der Eurozone kann in den kommenden Jahren mit höchstens 1-2 % Wachstum gerechnet werden.
3. Wir ziehen von den Anleihezinsen, die die Regierungen für ihre Neuschulden zahlen müssen, die zu erwartende Inflationsrate ab. (Aktuell haben wir rund 2% Inflation.
Und bekommen als Ergebnis:
4. Die Verschuldung steigt oder sinkt dann allein durch den Einfluss der Zinslast um die Größe, die die reale Zinslast über oder unter dem BIP liegt.
Nehmen wir weitere Beispiele:

Griechenland zahlt einen nominellen Zins von 12%, minus 2% Inflation = 10% Realzins. Das BIP müsste also mehr als 10% erreichen, damit die Schuldenlast nicht weiter ansteigt. Das ist völlig unmöglich.
Selbst wenn wir eine Inflationsrate von 6% ansetzen, bleibt ein Realzins von 6%. Dann müsste das Wirtschaftswachstum 7 oder 8% erreichen, damit die Schuldenlast sinkt. Das schaffen nur "Schwellenländer".
Portugal zahlt einen Realzins von rund 5%. Solange nicht das BIP mehr als 5% erreicht, wird die Schuldenlast steigen.
Spanien zahlt einen Realzins von rund 3,5%. Das Wirtschaftswachstum sinkt derzeit und ist weit entfernt von der Marke 3,5%. Also steigen die SChulden.
Italien zahlt einen Realzins von rund 3%. Auch dieses Land ist weit entfernt von einer Wachstumsrate von 3%.
Die deutsche Regierung zahlt einen Realzins von 1 Prozent. Möglicherweise kann es die Verschuldung halten oder leicht abbauen. Wahrscheinlich ist aber, dass Deutschland für die Verschuldung der anderen Euro-Länder zahlen muss. Es ist dann damit zu rechnen, dass das Zinsniveau auch für die deutsche Regierung - wie für alle Eurostaaten - weiter steigt.
Ich sehe aus dieser Schuldenfalle nur 3 Auswege:
Erstens der Staatsbankrott mit unabsehbaren Folgen für die kapitalistische Wirtschaft;
Zweitens durch eine zweistellige Inflationsrate werden die Schulden "weginflationiert"
Drittens: die EU krabbelt unter den Rettungsschirm Chinas. China ist ja flüssig, verschenkt aber sein Geld nicht, sondern will dafür Gegenleistungen.
eigene Anmerkung: oder Viertens es wird ein Währungsschnitt gemacht zu Gunsten der Staatsschulden und zu Ungunsten der privaten Verbindlichkeitem (im Verhältnis z.B.1 zu 2) Die Ansparvermögen( Papier) schrumpfen poporzional zu den Staatsschulden.
Weil es im Leben nie nach klaren Alternativen zugeht, ist meine Prognose: Wir kriegen von allem drei ein Bisschen: Ein oder zwei Staatspleiten, eine Inflationsrate in der EU knapp unter dem zweistelligen Bereich und einen wachsenden Einfluss Chinas in Europa. ---
eigene Anmerkung: Und um Neu Durchzustarten und die Inflationsrate nicht ausreicht oder aus dem Ruder zu Laufen droht,--dann einen Währungsschnitt. Und ich behaupte der Euro steht dann besser da, als der Dollar.
Die Zukunft bleibt spannend