Neue Rekordstände
Die positive Entwicklung setzte sich heute bei allen vier Edelmetallen fort. Erneut standen Silber und Palladium im Fokus der Anleger. Aber auch Gold und Platin konnten zulegen.
Gestern Abend schloss Gold im späten New Yorker Access Handel bei $1.410,20. Kurz nach Eröffnung der Börsen in Asien musste Gold um bis zu fünf Dollar einbüßen, konnte sich aber im Laufe des frühen Vormittags-Handels wieder erholen.
Im frühen Londoner Handel stieg Gold dann bis 12:00 Uhr MEZ auf $1.420 an. Zuvor notierte das gelbe Metall zum A.M. Fix mit $1.416,25 (EUR 1.016,91) um $26 höher als noch vor 24 Stunden.
Mit Eröffnung der COMEX ging es dann wieder bis auf $1.415 nach unten – aber Gold konnte sich zum Londoner P.M. Fix wieder auf $1.421,00 (EUR 1.018,78) erholen. In den folgenden Stunden bis kurz vor dem Schluss des Handels an der COMEX schwankte das gelbe Metall um die Marke von $1.420.
Kurz vor dem Ende des Handels an der New Yorker COMEX kam es dann zu einer Schlussspurt-Drückung. Zuvor hatte Gold mit $1.425 einen Ausbruch nach oben gewagt, wurde dann aber in den letzten Minuten der COMEX auf $1.410,70 (EUR 1.018,85) gedrückt.
Im anschließenden Access Handel ging es dann runter bis auf $1.400. Das Gold Kartell ist anscheinend doch noch existent. Man scheint jedoch nicht mehr die Instrumente einer vergangenen Zeit zu haben, wo noch reichlich Zentralbank-Gold zur Drückung bereitstand. Jetzt muss man schon die handelsarme Zeit im Access Handel dazu verwenden, um mit Futures den Kurs signifikant drücken zu können.
Wir müssen abwarten, ob uns am morgigen Tag eine richtige Drückung erwarten wird.
Auch der Monster-Anstieg des Silbers kurz vor Ende des Handels an der COMEX mit Kursen bis zu $29,30 stieß auf einen großen Widerstand. Die folgende Drückung ließ Silber auf $27,70 zurückfallen, ein Einbruch von 160 Cent oder 5,5 Prozent.
Auch Palladium gab von $740 auf Kurse nahe der Marke von $700 nach. Platin von knapp $1810 auf $1770. Die Drückungs-Aktionen haben also alle vier Edelmetalle gleichzeitig getroffen. Und auch die US-Aktienmärkte sind leicht eingebrochen. Ein Hinweis darauf, dass es sich wohl um keine gezielte, sondern liquiditätsgesteuerte Drückung gehandelt hat.
Der US-Dollarindex (USDX) konnte heute um 0,5 Punkte auf 77,5 Punkte zulegen. Gegenüber dem Euro stieg der US-Dollar sogar um 1,1 Prozent. Die 10-jährigen US-Treasury Notes stiegen auf 2,7 Prozent an.
Im weiteren Verlauf des Access Handels fiel Gold unter die Marke von $1.400 und Silber gab auf unter $27,40 nach.
Mich erreichte heute eine EMail, in der um genauere Informationen über die Positionen der Marktteilnehmer gebeten wurde. In der Vergangenheit habe ich wöchentlich über die Positionen der Marktteilnehmer, die in den Commitment of Traders (COT) Report veröffentlich werden, berichtet. Auch kann man aus den veröffentlichten Zahlen der COMEX Rückschlüsse auf das Volumen und die tägliche Zunahme und Abnahme von Short und Long Future-Positionen treffen. Allerdings erfasst man hiermit nicht im Hintergrund über die sogenannten Over-the-Counter (OTC) Märkte abgeschlossene Gold-Geschäfte. Das Volumen kann dort sehr beträchtlich sein, und da die Geschäfte dort nicht in die offizielle Goldpreis-Entwicklung eingehen, kann man über den Umweg Gold in die offiziellen Märkte einschleusen. Deshalb kommt den COT- und COMEX-Zahlen sowie dem monatlichen Bank Participation Report nicht die Bedeutung zu, die ihn viele Analysten zuweisen.
Die Ernsthaftigkeit des Gold Kartells scheint doch größer zu sein als erwartet. Um 21:40 Uhr MEZ stand Gold mit $1.392,50 nun bereits $30 unterhalb des Tages-Höchststandes. Silber steht nun im Vergleich zum heutigen Höchststand $2 im Minus. Das verspricht doch noch einen turbulenten Tag am morgigen Mittwoch.
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"Heute geht es uns schlechter als gestern, aber besser als morgen!"
"In Zeiten der universellen Täuschung wird das Aussprechen der Wahrheit zur revolutionären Tat!" (George Orwell)