Sehr geehrter Herr *********,
zur Ihren Fragen dürfen wir wie folgt antworten:
Wird es in den kommenden Monaten (ca. 12 Monate) eine Kapitalerhöhung geben bzw. sind derartige Maßnahmen in Planung?
Nein, ist nicht geplant. Wir führen derzeit ein sehr großes Investitionsprogramm durch, dafür brauchen wir aber kein neues Eigenkapital.
Welche weiteren Gründe neben der Schuldenkrise sehen Sie für den starken Kursverfall der Aktie seit Anfang 2011?
Darüber können wir nur Vermutungen anstellen. 1. Unsicherheit könnte im Zusammenhang mit dem Ausstieg unseres bis Anfang 2011 größten Investors "Ysro" gestiftet worden sein. Dieser hat uns seit dem IPO im Jahr 1992 begleitet. 2. Wir haben bereits vor der "Krise" in diesem Jahr mit einem Ergebnisrückgang geplant - aufgrund unserer Investitionen. Die schwache Marktlage in einigen, bisher wenigen Märkten verstärkt diesen Trend jedoch - wir mussten den Ausblick betr. das Jahresergebnis im Jahresverlauf daher etwas zurücknehmen. 3. Die Wiener Börse ist eine Randbörse mit hohem Exposure in Osteuropa. Nach unserer Information haben sich viele ausländische Anleger daher aus Wien zurückgezogen.
Wie würden Sie derzeit die Lage der BWT AG im Vergleich zu den Jahren 2006 und 2010 beurteilen?
Wir stecken mitten im Marktaufbau neuer Produkte und einer neuen Strategie zum Endkunden, in einem großen Investitionsprogramm (50 Mio. für Infrastruktur in 2011 und 2012 für Point of Use) und erstmals einer breit angelegten Medienkampagne zum Markenaufbau mit dem Produkt Tischwasserfilter (zunächst Österreich, Deutschland). 2006 war das erste Jahr nach der Abspaltung der Christ Water Technology, 2010 konnten wir operativ zulegen nach einem positiven Einmaleffekt von 4,5m in 2009 und somit das Ergebnis nahezu halten.
Im Quartalsbericht Q3 der BWT AG sind auf Seite 9 in der Gewinn- und Verlustrechnung die Aufwendungen im Bereich Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen“ sowie „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ deutlich angestiegen. Welche Gründe gibt es hierfür?
Das ist einerseits durch den Umsatzanstieg, andererseits durch das überproportionale Wachstum im Point of Use (höhere Materialtangenten sowie die Marketingausgaben für die Werbekampagne) bedingt.
Im Quartalsbericht Q3 der BWT AG sind auf Seite 11 in der Konzernbilanz zum 30. September 2011 die „Verzinslichen Finanzverbindlichkeiten“ im Bereich „Langfristige Schulden“ deutlich angestiegen. Welche Gründe gibt es hierfür?
Das hat mit der Umschichtung von Finanzverbindlichkeiten in den langfristigen Bereich, dem Investitionsprogramm und der Finanzierung des Working Capital (das allerdings nur vorrübergehenden Charakter hat) zu tun.
Welche Produkte der BWT AG sehen Sie in Zukunft als besonders wachstumsfördernd?
Tischwasserfilter, Profifiltersysteme der Marke BWT water+more für die Catering-Branche. Darum investieren wir dort auch sehr viel.
Welche Chancen sehen Sie für die BWT AG in der Zukunft?
Wasser ist eine begrenzte Ressource und auch ein Lifestyle-Produkt. In diesem Spannungsfeld haben wir eine Vielzahl an Produkten, die technologisch herausragend sind. Für unsere weitere Entwicklung muss es uns gelingen, näher zum Endkonsumenten zu kommen, um wieder höheres Wachstum zu generieren. Hier gibt es aber auch Risiken: es könnte länger dauern als geplant, bis wir auch wieder gute Ergebnisse erreichen.
Auf welche Märkte setzt die BWT AG in der Zukunft?
Point of Use, also Produkte für Endkonsumenten, ein Massenmarkt. Wir müssen in den Einzelhandel und wir brauchen eine starke Marke zusätzlich zu guter Technologie. Gleichzeitig wollen wir unser Point of Entry-Geschäft mit Erfolg gestalten; hier haben wir laufend Innovationen. Geographisch: Europa ist unser Kernmarkt und wird es in nächster Zeit auch bleiben.
Mit freundlichen Grüßen
R. *****