”Zocker verkaufen für 17,18wie soll die Aktie jemals ordentlich steigen
wenn nur Zocker am Werk sind ?
Börsennewcomer, 29.09.26 19:52
Ich würde mir wegen solcher „Kleinzocker“ ehrlich gesagt weniger Sorgen machen. Die haben vielleicht ein paar Hundert Aktien gekauft, freuen sich über ein paar Euro Gewinn, was ich ihnen auch absolut gönne, und verkaufen dann wieder. ;-)
Aber das sind nicht diejenigen, auf die ich bei Vonovia besonders achten würde. Viel interessanter ist, was die großen institutionellen Investoren machen.
Schau dir einmal die Aktionärsstruktur von Vonovia an, rund 90% der Aktien befinden sich laut Vonovia in den Händen institutioneller Investoren, lediglich etwa 10% bei Privatanlegern. Zu den Investoren gehören insbesondere Pensionsfonds, Staatsfonds und internationale Vermögensverwalter.
Und da reden wir über ganz andere Größenordnungen!
Der norwegische Staat über Norges Bank hielt zuletzt rund 14,7% der Stimmrechte, BlackRock rund 8,4%, JPMorgan rund 4,1%, der niederländische Pensionsfonds ABP rund 4,0% und Goldman Sachs rund 3,5%. Allein diese fünf kamen damit auf rund 35% der Stimmrechte.
BlackRock allein bewegt sich also in einer Größenordnung von deutlich über 60 Millionen Vonovia-Aktien. Zum Vergleich, ob irgendein Kleinanleger im Forum 200, 500 oder 2.000 Aktien kauft oder verkauft, ist für den Börsenkurs praktisch bedeutungslos.
Noch interessanter, Vonovia selbst beschreibt seine Investorenbasis als überwiegend langfristig orientiert. Dort sitzen Pensionskassen, Staatsfonds und die großen internationalen Asset-Manager – also Investoren, die nicht wegen eines einzelnen negativen Zeitungsartikels morgens ihre 500 Aktien verkaufen und nachmittags wieder zurückkaufen. ;-)
Natürlich bestimmen auch Großaktionäre den täglichen Börsenkurs nicht einfach nach Belieben. Entscheidend sind Angebot und Nachfrage im Orderbuch. Aber wenn große institutionelle Anleger ihre Positionen auf- oder abbauen, reden wir über Volumina, die eine völlig andere Relevanz haben als die Trades einiger Kleinanleger. Deshalb würde ich viel stärker darauf achten, wie sich die institutionelle Eigentümerstruktur entwickelt, als darauf, ob irgendwo ein Kleinanleger wegen einer negativen Schlagzeile seine paar Hundert Vonovia-Aktien verkauft.