Von denen, die es immer noch nicht kapiert haben


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tom68:

Von denen, die es immer noch nicht kapiert haben

 
21.03.01 14:50
Die GoingPublic-Kolumne: Von denen, die es immer noch nicht kapiert haben

WOLFRATSHAUSEN (GoingPublic) - Transparenz ist leider nicht bei jedem Börsengang angesagt. Seit gestern läuft die Zeichnungsfrist für Aktien des Windkraftanlagenherstellers Nordex. Angesichts der guten Entwicklung anderer Papiere aus diesem Segment sollte der Börsengang eigentlich ein Erfolg werden. Dennoch zeichnet sich am Graumarkt bisher keine große Euphorie für die Emission aus dem Hause Dresdner Kleinwort Wasserstein ab. Ist der Boom der Öko-Aktien etwa schon wieder vorüber? Oder liegen die Gründe vielleicht eher im insgesamt eingetrübten Marktumfeld?

Letzteres ist wohl nicht der Fall. Schließlich stellt die Neuemission sunways  mit einem Plus von 94 % trotz einer mittlerweile stattgefundenen Konsolidierung immer noch den IPO-Highflyer des laufenden Jahres dar. Die im Nemax notierten Aktien aus dem Bereich regenerative Energien befinden sich zudem weiter auf der Überholspur: Während der Nemax All Share  seit Anfang diesen Jahres weitere 36 % eingebüßt hat, konnten sich die vier Umweltaktien Umweltkontor , P&T Technology , Plambeck  und Energiekontor  mit einem Verlust von nur 4 % gut behaupten. Das Marktumfeld für Umweltaktien ist also nach wie vor intakt.

Bleiben also emissionsspezifische Gründe. Da wäre einmal die hohe Emissionsbewertung: Auf Basis der von GoingPublic-Research geschätzten Zahlen für das Geschäftsjahr 2001/02 wird die Aktie des Windkraftanlagenherstellers Nordex mit dem 73fachen des Gewinns bewertet. Auf Basis der Umsatzschätzungen für 2001/02 ergibt sich ein Multiple von 1,6. Die Windkraftanlagenbetreiber Umweltkontor und Energiekontor sind zwar ähnlich teuer. Wäre das Unternehmen jedoch als Spezialmaschinenbauer an die Börse gekommen, so hätte der Markt der Aktie aufgrund der moderaten Wachstumsaussichten allenfalls ein branchenübliches KGV von 12 bis 15 zugebilligt. Offenbar soll ein Marktungleichgewicht wieder einmal dazu ausgenutzt werden, das Pricing bis zum äußersten Limit auszureizen. Die gegenwärtige Euphorie für Umweltaktien wird jedoch wahrscheinlich dazu führen, daß viele Anleger das höhere Bewertungsniveau in Kauf nehmen. Bedenklich ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, daß die Hälfte des Emissionserlöses in die Taschen der Altaktionäre wandern soll - ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Doch diese Umstände allein sind es nicht, die dem Anleger den Appetit auf eine weitere Öko-Aktie am Neuen Markt verderben könnten. Vielmehr ist es das Gebaren der Konsortialführerin: Mit Verweis auf eine anstehende Privatplatzierung in den USA wurden keine Planzahlen für die kommenden Jahre bekanntgegeben. Für das laufende Geschäftsjahr wurde lediglich eine Umsatzausweitung um 20 bis 25 % in Aussicht gestellt. Auch bei der Emissionsstudie hieß es daher "Fehlanzeige". Die Strategie, keine Aussagen zur zukünftigen Geschäftsentwicklung zu treffen, wird bei Dresdner Kleinwort Wasserstein als "üblich" bezeichnet. Man wolle sich eben den Gepflogenheiten im angelsächsischen Raum anpassen. Bereits vor einigen Wochen verweigerten die Dresdner Banker mit den gleichen Argumenten die Herausgabe der Emissionsstudie der UBIS AG, einem Anbieter von e-Business-Lösungen. Das sogenannte "Pre-Marketing" bei Institutionellen verlief bereits nicht zufriedenstellend. Daher wurde der Börsengang mit dem Hinweis auf "das extrem schwierige Marktumfeld" erst einmal auf Eis gelegt.

Einen kausalen Zusammenhang herzustellen, ist zwar schwierig. Das Verhaltensmuster der Dresdner Banker zeigt aber, dass einzelne Marktteilnehmer immer noch keine Konsequenzen aus dem Debakel am Neuen Markt gezogen haben: Anstatt bereits bei Börsengängen mehr Transparenz zu zeigen und allen potentiellen Investoren die gleichen Informationen zukommen zu lassen, wird mit zweierlei Maß gemessen. Der institutionelle Kunde bekommt eine Emissionsstudie und kann sich ein mehr oder weniger klares Bild vom Tätigkeitsfeld des Börsenkandidaten und seinen Geschäftsaussichten machen. Der Privatanleger soll gefälligst den Verkaufsprospekt durchwälzen und sich daraus seine Rückschlüsse zusammenreimen. Dies ist weder gerecht, noch ist es im Sinne des Anlegerschutzes. Zudem kann sich das Emissionshaus auch im nachhinein leicht aus der Affäre ziehen: Wenn zum Zeitpunkt des Börsenganges keine Planzahlen publiziert werden, so können diese nachher auch nicht verfehlt werden - die Konsortialbanker sind aus dem Schneider! Ungemach droht dann lediglich von Institutionellen, die auf Basis der Studie gezeichnet haben.

Folgerichtig kann man risikobewußten Investoren nur dazu raten, Emissionen solcher Banken vorsichtshalber nicht zu zeichnen, die immer noch nicht kapiert haben, daß der Neue Markt nicht die Nasdaq ist. Ferner sind nicht alle Usancen, die von angelsächsisch angehauchten Häusern über den großen Teich zu uns herübergetragen werden, in ihrer Anwendung hierzulande auch sinnvoll und richtig und gehören daher auch schnellstmöglich wieder abgeschafft. Der Neuemissionsjahrgang 2001 wird hoffentlich auch in dieser Hinsicht für eine Marktbereinigung sorgen.

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Die GoingPublic-Kolumne ist ein Service des GoingPublic Magazins, Deutschlands führendem Börsenmagazin zu Neuemissionen und Neuer Markt. Bezogen werden kann das Magazin unter www.goingpublic-online.de. GoingPublic ist allein für die Inhalte der Kolumne verantwortlich. Informationen zu einzelnen Unternehmen stellen keine Aufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Aktien dar. Die Kolumne erscheint in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.


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Stox Dude:

Das ist mir zu chinesisch, nix kapiert o.T.

 
21.03.01 14:54
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tom68:

@Stox

 
21.03.01 15:02
Nur um etwas zu posten, stellst Du Deinen Intellekt so in Frage...
Das verstehe ich wiederum nicht!

;-) tom
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mmm6:

Es gibt halt noch Rindviecher

 
21.03.01 15:03
habe noch BDAG Aktien haben sich super gehalten bis nach dieser Hauptversammlung. Alle habens vorher gewusst, dass es da Ärger gibt. Ich auch. Aber wieso habe ich Rindviech nicht verkauft???

Und nun der Kursrutsch

Und ich will doch derzeit gar keine Nordex Aktien von denen ich jetzt jeweils eine für zwei BDAG Aktien kriegen kann.

Stöhn
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Stox Dude:

tom68:er war schon immer fraglich ;-)) o.T.

 
21.03.01 15:08
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