British Biotech hat im zweiten Anlauf doch noch einen Fusionspartner gefunden. Das einst grösste britische Biotechnologieunternehmen versuchte im vergangenen Jahr vergeblich, sich mit dem deutschen Konkurrenten Morphosys zusammenzuschliessen. Neuer Wunschpartner ist der britische Branchennachbar Vernalis. British Biotech bietet pro Vernalis-Aktie 0,861 eigene Titel, was Vernalis mit 48 Mio.£ (108 Mio. Fr.) bewertet. Zusammen kommen die beiden auf eine Börsenkapitalisierung von 91 Mio.£. Sie entspricht nur noch einem Bruchteil des Mitte 1996 erreichten Werts. British Biotech, von der Investoren die Einführung zweier Blockbuster im Bereich der Behandlung von Krebs und von Bauchspeicheldrüsenentzündungen erhofften, wurde damals mit 4,3 Mrd.£ bewertet.
Mit der Übernahme von Vernalis will das Unternehmen einen Schlussstrich unter seine Vergangenheit ziehen. Der Name British Biotech verschwindet ebenso wie die Forschungslabors am alten Sitz in Oxford. Die fusionierte Gesellschaft wird als Vernalis firmieren und von Reading sowie von Cambridge aus operieren.
Die Geschäftsleitung bleibt hingegen in den Händen des bisherigen Managements von British Biotech. Chief Executive Officer Simon Sturge kündigte an, nach weiteren Übernahmekandidaten Ausschau zu halten. Vernalis ist mit einem einzigen im Markt eingeführten Medikament, dem Migränemittel Frovatriptan, nicht überlebensfähig. Die Mittel für Akquisitionen sind angesichts eines Bargeldbestands von 48,4 Mio.£ allerdings begrenzt. Vernalis kann wegen des schwachen Produktebestands auch nicht auf eine rasche Übernahme durch einen Pharmamulti hoffen.
Die Zusammenarbeit mit Roche im Bereich der Behandlung von Fettleibigkeit ist für das Biotechnologieunternehmen eine Hypothek. Der Basler Pharmakonzern hat der bisherigen Vernalis zwar einen Kredit von 7 Mio. £ gewährt, doch besitzt er bei einem Handwechsel das Recht, diesen innerhalb von 30 Tagen zurückzufordern. Noch hat sich Roche nicht entschieden.DF