Aus der FTD vom 10.1.2003 www.ftd.de/arbeitsmarkt
Volkswirte erwarten 2003 bis zu 4,45 Millionen Arbeitslose
Von Timo Pache und Margaret Heckel, Berlin
Nach den schlechten Arbeitsmarktzahlen von Dezember rechnen Bankvolkswirte mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. In diesem Jahr könne die Arbeitslosigkeit auf saisonbereinigt bis zu 4,4 oder 4,45 Millionen Menschen steigen.
"Seit der Rezession 1992/1993 haben sich die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr in diesem Tempo verschlechtert", sagte Julian Callow von Credit Suisse First Boston (CSFB) am Donnerstag. Er erwartet einen deutlichen Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit von 4,197 Millionen Menschen im Dezember 2002 auf 4,4 Millionen im Dezember 2003. Sein Kollege Jörg Krämer von Invesco Asset Management rechnet sogar mit 4,45 Millionen.
Würden sich die Prognosen bewahrheiten, kämen auf den Bund und auf die Bundesanstalt für Arbeit (BA) Mehrausgaben in Milliardenhöhe zu. BA-Chef Florian Gerster sagte am Donnerstag, er sei noch immer optimistisch, die Arbeitslosenzahl im Jahresverlauf unter vier Millionen senken zu können. "Ich bin ganz sicher, es wird den Wendepunkt in diesem Jahr geben", sagte Gerster Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Clement geht weiterhin davon aus, die Vier-Millionen-Marke nach unten knacken zu können.
Das Defizit der BA liege 2002 als Folge der hohen Arbeitslosigkeit bei 5,6 Mrd. Euro statt wie geplant 2 Mrd. Euro. Der Betrag muss vom Bund ausgeglichen werden. In diesem Jahr will Gerster ohne Zuschuss auskommen. Das wird bei derart schlechten Zahlen nun aber immer unwahrscheinlicher.
Zahl der offenen Stellen sinkt dramatisch
Für besonders beunruhigend hält CSFB-Analyst Callow die sinkende Zahl der offenen Stellen. Sie seien im Quartalsvergleich noch nie seit der 1992/93-Rezession so schnell gefallen wie derzeit. Nach Angaben der BA waren ihr im Dezember 324.135 offene Stellen gemeldet. Dies seien rund 37,1 Prozent des gesamten Stellenangebotes gewesen. Dieses Angebot dürfte sich damit seit Anfang 2000 von 1,5 Millionen auf rund 800.000 Jobs fast halbiert haben.
© 2003 Financial Times Deutschland
Volkswirte erwarten 2003 bis zu 4,45 Millionen Arbeitslose
Von Timo Pache und Margaret Heckel, Berlin
Nach den schlechten Arbeitsmarktzahlen von Dezember rechnen Bankvolkswirte mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. In diesem Jahr könne die Arbeitslosigkeit auf saisonbereinigt bis zu 4,4 oder 4,45 Millionen Menschen steigen.
"Seit der Rezession 1992/1993 haben sich die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr in diesem Tempo verschlechtert", sagte Julian Callow von Credit Suisse First Boston (CSFB) am Donnerstag. Er erwartet einen deutlichen Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit von 4,197 Millionen Menschen im Dezember 2002 auf 4,4 Millionen im Dezember 2003. Sein Kollege Jörg Krämer von Invesco Asset Management rechnet sogar mit 4,45 Millionen.
Würden sich die Prognosen bewahrheiten, kämen auf den Bund und auf die Bundesanstalt für Arbeit (BA) Mehrausgaben in Milliardenhöhe zu. BA-Chef Florian Gerster sagte am Donnerstag, er sei noch immer optimistisch, die Arbeitslosenzahl im Jahresverlauf unter vier Millionen senken zu können. "Ich bin ganz sicher, es wird den Wendepunkt in diesem Jahr geben", sagte Gerster Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Clement geht weiterhin davon aus, die Vier-Millionen-Marke nach unten knacken zu können.
Das Defizit der BA liege 2002 als Folge der hohen Arbeitslosigkeit bei 5,6 Mrd. Euro statt wie geplant 2 Mrd. Euro. Der Betrag muss vom Bund ausgeglichen werden. In diesem Jahr will Gerster ohne Zuschuss auskommen. Das wird bei derart schlechten Zahlen nun aber immer unwahrscheinlicher.
Zahl der offenen Stellen sinkt dramatisch
Für besonders beunruhigend hält CSFB-Analyst Callow die sinkende Zahl der offenen Stellen. Sie seien im Quartalsvergleich noch nie seit der 1992/93-Rezession so schnell gefallen wie derzeit. Nach Angaben der BA waren ihr im Dezember 324.135 offene Stellen gemeldet. Dies seien rund 37,1 Prozent des gesamten Stellenangebotes gewesen. Dieses Angebot dürfte sich damit seit Anfang 2000 von 1,5 Millionen auf rund 800.000 Jobs fast halbiert haben.
© 2003 Financial Times Deutschland
