@Balkonien
Zur Dividende: Dass die letzte Ausschüttung bereits gelaufen ist, ist eine Binsenweisheit. Mein Punkt zielte auf die Substanz ab: Ein Konzern, der in der schwersten Branchenkrise einen Free Cashflow in Milliardenhöhe liefert und auf über 30 Mrd. € Nettoliquidität im Autobereich sitzt, hat auch in Zukunft den Spielraum für satte Ausschüttungen oder Aktienrückkäufe. Das ist ein massiver Puffer nach unten. Institutionelle Value-Fonds greifen auf diesem Renditeniveau als stabilisierende Käufer ein, was unser Downside-Risiko erheblich begrenzt.
Zum Europa-Geschäft & Absatz: Dass der europäische Automarkt insgesamt schwächelt (deine genannten -3,6 %), ist kein Geheimnis. Aber hier liegt der klassische Denkfehler: Börse handelt die Zukunft und Margen, nicht nackte Verkaufszahlen der Vergangenheit. VW muss aktuell kein Absatzfeuerwerk abbrennen. Die neue Devise lautet "Value over Volume". Wenn der Absatz im Gesamtmarkt leicht sinkt, aber das 12-Milliarden-Euro-Sparprogramm die Fixkosten drückt und der margenstarke BEV/PHEV-Mix steigt, wächst unterm Strich die Profitabilität. Zudem ist das E-Wachstum zwingend nötig, um die kommenden Flottengrenzwerte zu erreichen und Strafen zu vermeiden.
Zur Bewertung (Inhaltliche Tiefe): Wenn ein KGV von unter 5, eine Marktkapitalisierung, die fast von der reinen Nettoliquidität gedeckt wird, und ein extrem toxisches Sentiment (das absolute Kontra-Indikator-Setup für einen Boden) für dich keine stichhaltigen Einstiegsargumente sind, dann haben wir einfach völlig unterschiedliche Anlagehorizonte. Das ist ein Deep-Value-Turnaround-Play. Das aktuelle Kursniveau preist den Weltuntergang bereits ein – jede marginale operative Verbesserung ist hier ein massiver Hebel für den Aktienkurs.
viele Grüße