Blitzschneller Schuldenabbau?
AOL erhält Angebot für CNN
AOL Time Warner (AOL) könnte bei den Bemühungen um seinen Schuldenabbau schneller voran kommen, als bislang geplant. Während der weltgrößte Medienkonzern beim vorgesehenen Verkauf vier großer Beteiligungen noch mit Hindernissen kämpft, hat nun Konkurrent Viacom für den Nachrichtensender CNN geboten. Geschätzter Wert: rund 8,0 Milliarden Dollar.
Viacom besitzt bereits namhafte TV-Sender wie den Musikkanal MTV und CBS. Nach Angaben des Informationsdienstes „new business“ bestätigte CNN, dass Viacom „Interesse angemeldet" habe. Branchenexperten bewerten den bekanntesten Nachrichtensender der Welt mit acht Mrd. Dollar. AOL, die sich einer Schuldenlast von 25,8 Mrd. Dollar gegenüber sehen, hatte zuvor bereits mit der Disney-Tochter ABC News über eine Zusammenlegung der Nachrichtenkkanäle verhandelt. Die Gespräche waren jedoch ohne Ergebnis für beendet erklärt worden.
AOL-Sprecherin Mia Carbonell bestreitet nach weiteren Angaben, dass man sich von CNN trennen wolle. Den Viacom-Vorstoß will der Konzern aber auch nicht grundsätzlich abweisen. Man wolle sich nicht zu dem Thema äußern, so die Information aus New York. Das Ziel, bis Ende 2004 die Schulden um mehr als ein Fünftel auf unter 20 Mrd. Dollar zu drücken, wäre mit dem Verkauf der Nachrichtentochter aber in einem Bruchteil der Zeit erreichbar.
Neben den Verlagshäusern Warner Books und Little, Brown und Co. will sich AOL von Beteiligungen an den Kabelgesellschaften Comedy Central und Court TV trennen. Zudem stehen die Sport-Teams Trashers (Hockey), Braves (Baseball) sowie die Hawks-Basketballer zum Verkauf. Bereits weiter fortgeschritten - und bislang wenig erfolgreich - sind die Bemühungen um einen Mehrheitsverkauf der Musiksparte an EMI.
Am schnellsten will AOL nach Angaben aus Unternehmenskreisen die Verlage sowie die Anteile an der Kabelsparte loswerden. Die mit dem Verkauf betraute Investment-Bank Merrill Lynch habe Finanzinformationen über die AOL-Buchsparte an mehrere Verlags-Unternehmen und Investment-Fonds verschickt, berichtete die „New York Times“. In einigen Wochen werde mit den ersten Geboten gerechnet.
Die Bertelsmann-Tochter Random House und der zu Rupert Murdochs News Corp. gehörende Verlag Harper Collins haben bereits Interesse signalisiert. Dabei wird Random House allerdings das größere Engagement nachgesagt, Time Warner Books zu übernehmen. Für diesen Fall hat bereits die Autorenvereinigung Authors Guild ihren Protest und die Zusammenarbeit mit den Wettbewerbsbehörden angedroht. Bei Bertelsmann glaubt man hier an eine kurzweilige Gegenreaktion: Die Wettbewerbshüter würden am Buch-Markt aufgrund dessen Größe und der Öffnung keinen Einspruch erheben. Harper Collins könne sich zudem abwenden, da die Mutter News Corp mit dem Satellitengeschäft von EchoStar liebäugele, so Brancheninsider.
Experten sehen aber sowohl für Warner Books als auch für Little, Brown die Lösung eher bei reinen Finanzinvestoren. Zum einen würden einige potenzielle Käufer Probleme haben, die von AOL geforderten 400 Mio. Dollar aufzubringen. Auf der anderen Seite, so erklärt Jay Kirsch, Vize-Präsident der Investmentbank AdMedia Partners, hätte Warner Books starke Autoren unter Vertrag und einen guten Namen, der Wagniskapitalfirmen zum Investment einlade. Zu den interessierten Investmentfirmen werden - unbestätigt - Frank H.Pearl and Leeds, Weld und Company gezählt. Die im Vorfeld immer wieder genannten Bain and Thomas H. Lee, die bereits den Fachbuchverlag Houghton Mifflin erworben haben, hätten bereits abgewunken.
Schlechter sieht es bei den Sportteams aus. Das Magazin „Forbes“ beziffert den Wert der Hoceky-Trashers mit 134 Mio. Dollar, die Baseball-Braves hätten einen Preis von 424 Mio. Dollar und die Basketball-Hawks kosteten 199 Mio. Dollar. Auf dem Markt hat der potenzielle Interessent aber bereits die Wahl zwischen den von Rupert Murdochs News Corp angebotenen Los Angeles Dodgers sowie den von Walt Disney offerierten Anaheim Angels.
Am schwierigsten gestaltete sich bislang der Verkauf der Musiksparte. AOL Time Warner prüft nach Medienberichten den Verkauf der Mehrheit an dem Bereich an die britische EMI Group. Die Transaktion würde ein Volumen von drei bis vier Mrd. Dollar haben, hieß es. Allerdings seien die Verhandlungen in einem sehr frühen Stadium und eine Einigung nicht in greifbarer Nähe. Die beiden Konzerne hatten vor drei Jahren den ersten Versuch eines Zusammenschlusses der beiden Sparten aufgeben müssen, da sich die Wettbewerbsbehörden in Brüssel gegen das Vorhaben gestellt hatten.
Neben den Spekulationen über Fusionsabsichten zwischen AOL und EMI wird auch dem Bertelsmann-Konzern nachgesagt, weiter an der Zusammenlegung seines Musikgeschäftes BMG mit EMI interessiert zu sein. Vor rund zwei Jahren hatten die beiden Gesellschaften Fusionsverhandlungen ebenfalls wegen hoher kartellrechtlicher Auflagen abgebrochen. Erst kürzlich hatte Bertelsmann aber bekräftigt, an seinem Musikgeschäft festhalten zu wollen. In Branchenkreisen hatte es geheißen, es gebe Kontakte, aber keine ernsthaften Verhandlungen über eine Fusion.
Die Musikbranche weltweit leidet unter einem Umsatzrückgang und der Konkurrenz durch Raubkopien und illegale Downloads im Internet, was den Konsolidierungsdruck unter den Branchengrößen erhöht. BMG, EMI und Warner Music gehören zu den weltweit fünf größten Musikkonzernen, hinter den Marktführern Universal und Sony Music.
AOL erhält Angebot für CNN
AOL Time Warner (AOL) könnte bei den Bemühungen um seinen Schuldenabbau schneller voran kommen, als bislang geplant. Während der weltgrößte Medienkonzern beim vorgesehenen Verkauf vier großer Beteiligungen noch mit Hindernissen kämpft, hat nun Konkurrent Viacom für den Nachrichtensender CNN geboten. Geschätzter Wert: rund 8,0 Milliarden Dollar.
Viacom besitzt bereits namhafte TV-Sender wie den Musikkanal MTV und CBS. Nach Angaben des Informationsdienstes „new business“ bestätigte CNN, dass Viacom „Interesse angemeldet" habe. Branchenexperten bewerten den bekanntesten Nachrichtensender der Welt mit acht Mrd. Dollar. AOL, die sich einer Schuldenlast von 25,8 Mrd. Dollar gegenüber sehen, hatte zuvor bereits mit der Disney-Tochter ABC News über eine Zusammenlegung der Nachrichtenkkanäle verhandelt. Die Gespräche waren jedoch ohne Ergebnis für beendet erklärt worden.
AOL-Sprecherin Mia Carbonell bestreitet nach weiteren Angaben, dass man sich von CNN trennen wolle. Den Viacom-Vorstoß will der Konzern aber auch nicht grundsätzlich abweisen. Man wolle sich nicht zu dem Thema äußern, so die Information aus New York. Das Ziel, bis Ende 2004 die Schulden um mehr als ein Fünftel auf unter 20 Mrd. Dollar zu drücken, wäre mit dem Verkauf der Nachrichtentochter aber in einem Bruchteil der Zeit erreichbar.
Neben den Verlagshäusern Warner Books und Little, Brown und Co. will sich AOL von Beteiligungen an den Kabelgesellschaften Comedy Central und Court TV trennen. Zudem stehen die Sport-Teams Trashers (Hockey), Braves (Baseball) sowie die Hawks-Basketballer zum Verkauf. Bereits weiter fortgeschritten - und bislang wenig erfolgreich - sind die Bemühungen um einen Mehrheitsverkauf der Musiksparte an EMI.
Am schnellsten will AOL nach Angaben aus Unternehmenskreisen die Verlage sowie die Anteile an der Kabelsparte loswerden. Die mit dem Verkauf betraute Investment-Bank Merrill Lynch habe Finanzinformationen über die AOL-Buchsparte an mehrere Verlags-Unternehmen und Investment-Fonds verschickt, berichtete die „New York Times“. In einigen Wochen werde mit den ersten Geboten gerechnet.
Die Bertelsmann-Tochter Random House und der zu Rupert Murdochs News Corp. gehörende Verlag Harper Collins haben bereits Interesse signalisiert. Dabei wird Random House allerdings das größere Engagement nachgesagt, Time Warner Books zu übernehmen. Für diesen Fall hat bereits die Autorenvereinigung Authors Guild ihren Protest und die Zusammenarbeit mit den Wettbewerbsbehörden angedroht. Bei Bertelsmann glaubt man hier an eine kurzweilige Gegenreaktion: Die Wettbewerbshüter würden am Buch-Markt aufgrund dessen Größe und der Öffnung keinen Einspruch erheben. Harper Collins könne sich zudem abwenden, da die Mutter News Corp mit dem Satellitengeschäft von EchoStar liebäugele, so Brancheninsider.
Experten sehen aber sowohl für Warner Books als auch für Little, Brown die Lösung eher bei reinen Finanzinvestoren. Zum einen würden einige potenzielle Käufer Probleme haben, die von AOL geforderten 400 Mio. Dollar aufzubringen. Auf der anderen Seite, so erklärt Jay Kirsch, Vize-Präsident der Investmentbank AdMedia Partners, hätte Warner Books starke Autoren unter Vertrag und einen guten Namen, der Wagniskapitalfirmen zum Investment einlade. Zu den interessierten Investmentfirmen werden - unbestätigt - Frank H.Pearl and Leeds, Weld und Company gezählt. Die im Vorfeld immer wieder genannten Bain and Thomas H. Lee, die bereits den Fachbuchverlag Houghton Mifflin erworben haben, hätten bereits abgewunken.
Schlechter sieht es bei den Sportteams aus. Das Magazin „Forbes“ beziffert den Wert der Hoceky-Trashers mit 134 Mio. Dollar, die Baseball-Braves hätten einen Preis von 424 Mio. Dollar und die Basketball-Hawks kosteten 199 Mio. Dollar. Auf dem Markt hat der potenzielle Interessent aber bereits die Wahl zwischen den von Rupert Murdochs News Corp angebotenen Los Angeles Dodgers sowie den von Walt Disney offerierten Anaheim Angels.
Am schwierigsten gestaltete sich bislang der Verkauf der Musiksparte. AOL Time Warner prüft nach Medienberichten den Verkauf der Mehrheit an dem Bereich an die britische EMI Group. Die Transaktion würde ein Volumen von drei bis vier Mrd. Dollar haben, hieß es. Allerdings seien die Verhandlungen in einem sehr frühen Stadium und eine Einigung nicht in greifbarer Nähe. Die beiden Konzerne hatten vor drei Jahren den ersten Versuch eines Zusammenschlusses der beiden Sparten aufgeben müssen, da sich die Wettbewerbsbehörden in Brüssel gegen das Vorhaben gestellt hatten.
Neben den Spekulationen über Fusionsabsichten zwischen AOL und EMI wird auch dem Bertelsmann-Konzern nachgesagt, weiter an der Zusammenlegung seines Musikgeschäftes BMG mit EMI interessiert zu sein. Vor rund zwei Jahren hatten die beiden Gesellschaften Fusionsverhandlungen ebenfalls wegen hoher kartellrechtlicher Auflagen abgebrochen. Erst kürzlich hatte Bertelsmann aber bekräftigt, an seinem Musikgeschäft festhalten zu wollen. In Branchenkreisen hatte es geheißen, es gebe Kontakte, aber keine ernsthaften Verhandlungen über eine Fusion.
Die Musikbranche weltweit leidet unter einem Umsatzrückgang und der Konkurrenz durch Raubkopien und illegale Downloads im Internet, was den Konsolidierungsdruck unter den Branchengrößen erhöht. BMG, EMI und Warner Music gehören zu den weltweit fünf größten Musikkonzernen, hinter den Marktführern Universal und Sony Music.