Verfressener Staat
11:24 10.05.07
Wer in Deutschland erfolgreich ist, hat es richtig schwer. Derzeit
bekommen das die Unternehmen zu spüren, die ihre Gewinne kontinuierlich
steigern und damit den Neid immer größerer Gruppen auf sich ziehen. Die
Gewerkschaften meckern schon lange, dass die Arbeitnehmer vom Aufschwung
zu wenig abbekommen. Zunehmend schlagen aber auch Politiker in dieselbe
Kerbe -- und zwar nicht mehr nur die ewig Gestrigen von der Linken,
sondern auch Mitglieder aus der CDU.
Die Kritik ist aber überzogen. Die Unternehmen haben in den vergangenen
Jahren hart gearbeitet: Prozesse wurden gestrafft, wenig rentable
Geschäfte verkauft. Jetzt fahren die Firmen die Früchte dieser
Restrukturierungsmaßnahmen über steigenden Renditen ein. Die
Arbeitnehmer gehen aber keineswegs leer aus: Im April ist die Zahl der
Arbeitslosen in Deutschland erstmals seit Jahren unter die Marke von
vier Millionen gefallen. Nach den jüngsten Daten des Statistischen
Bundesamtes waren im März 2007 über 600.000 Menschen mehr beschäftigt
als vor Jahresfrist. Dazu meldete die Arbeitsagentur eine stark
gestiegene Zahl an offenen Stellen: Wer in Deutschland Arbeit sucht, hat
also wieder klar bessere Chancen.
Aber nicht nur die Arbeitslosen, auch die Arbeitnehmer selbst können
sich nicht beschweren: Nach dem üppigen Tarifabschluss, der für die
Metallindustrie ausgehandelt wurden, gehen Experten inzwischen davon
aus, dass es in Deutschland 2007 Lohnzuwächse im Bereich von drei
Prozent gibt. Das liegt deutlich über dem Anstieg der Verbraucherpreise,
die wohl um die zwei Prozent klettern werden. Arbeitnehmer dürfen sich
also 2007 über satte reale Lohnzuwächse freuen -- sofern der Staat
mitspielt. Von 1991 bis 2003 sind die Bruttolöhne in Deutschland um 34
Prozent gestiegen, netto waren es nur 26 Prozent. Der Staat beansprucht
also immer mehr der Löhne für sich.
Unter diesem Aspekt wäre es sinnvoller, wenn die Neid-Debatte gegenüber
den Unternehmen ein Ende finden würde, und sich die relevanten Gruppen
darum kümmern, wie die Gefräßigkeit des Staats gebremst werden kann.
In diesem Sinne
Wolfgang Braun
www.stock-world.de/analysen/2290429-Verfressener_Staat.html
Hinweis: Stock-World veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der jeweilige Autor.
11:24 10.05.07
Wer in Deutschland erfolgreich ist, hat es richtig schwer. Derzeit
bekommen das die Unternehmen zu spüren, die ihre Gewinne kontinuierlich
steigern und damit den Neid immer größerer Gruppen auf sich ziehen. Die
Gewerkschaften meckern schon lange, dass die Arbeitnehmer vom Aufschwung
zu wenig abbekommen. Zunehmend schlagen aber auch Politiker in dieselbe
Kerbe -- und zwar nicht mehr nur die ewig Gestrigen von der Linken,
sondern auch Mitglieder aus der CDU.
Die Kritik ist aber überzogen. Die Unternehmen haben in den vergangenen
Jahren hart gearbeitet: Prozesse wurden gestrafft, wenig rentable
Geschäfte verkauft. Jetzt fahren die Firmen die Früchte dieser
Restrukturierungsmaßnahmen über steigenden Renditen ein. Die
Arbeitnehmer gehen aber keineswegs leer aus: Im April ist die Zahl der
Arbeitslosen in Deutschland erstmals seit Jahren unter die Marke von
vier Millionen gefallen. Nach den jüngsten Daten des Statistischen
Bundesamtes waren im März 2007 über 600.000 Menschen mehr beschäftigt
als vor Jahresfrist. Dazu meldete die Arbeitsagentur eine stark
gestiegene Zahl an offenen Stellen: Wer in Deutschland Arbeit sucht, hat
also wieder klar bessere Chancen.
Aber nicht nur die Arbeitslosen, auch die Arbeitnehmer selbst können
sich nicht beschweren: Nach dem üppigen Tarifabschluss, der für die
Metallindustrie ausgehandelt wurden, gehen Experten inzwischen davon
aus, dass es in Deutschland 2007 Lohnzuwächse im Bereich von drei
Prozent gibt. Das liegt deutlich über dem Anstieg der Verbraucherpreise,
die wohl um die zwei Prozent klettern werden. Arbeitnehmer dürfen sich
also 2007 über satte reale Lohnzuwächse freuen -- sofern der Staat
mitspielt. Von 1991 bis 2003 sind die Bruttolöhne in Deutschland um 34
Prozent gestiegen, netto waren es nur 26 Prozent. Der Staat beansprucht
also immer mehr der Löhne für sich.
Unter diesem Aspekt wäre es sinnvoller, wenn die Neid-Debatte gegenüber
den Unternehmen ein Ende finden würde, und sich die relevanten Gruppen
darum kümmern, wie die Gefräßigkeit des Staats gebremst werden kann.
In diesem Sinne
Wolfgang Braun
www.stock-world.de/analysen/2290429-Verfressener_Staat.html
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