nutzen die Immobilienkrise in den USA um günstig an Immobilien zu kommen. Dazu noch der gute Eur/Usd-Kurs.
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Schnäppchenzeit in Amerika
von Gerd Michelis
Die niedrigen Preise und ein günstiger Wechselkurs locken deutsche Hauskäufer auf den amerikanischen Immobilienmarkt. Makler sehen die aktuelle Krise als gute Einstiegsmöglichkeit.
Deutsche Immobilienkäufer stellen in den USA die größte Gruppe unter den ausländischen Investoren. Rund 13 Prozent betrage ihr Anteil, sagt Janet Branton, Vizepräsidentin der National Association of Realtors. Doch die Krise am US-Immobilienmarkt sorgt derzeit für viel Unruhe - nicht nur bei den deutschen Investoren.
Rund 100.000 Deutsche besitzen derzeit eine Immobilie in Florida
Mit Blick auf den S&P/Case-Shiller-Hauspreisindex, der seit Sommer 2005 stetig sinkt, fragen sich Makler und Anleger besorgt, wohin der Markt mittelfristig tendiert. Abwärts, meint Robert J. Shiller, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Yale University. Die Talfahrt, so Shiller, habe gerade erst begonnen, weitere Preisrückgänge von 10 bis 30 Prozent in den nächsten fünf Jahren seien wahrscheinlich.
Für deutsche Anleger stellt sich die Frage, ob sie tatsächlich jetzt investieren sollten, um den gegenwärtigen Käufermarkt und den günstigen Wechselkurs zu nutzen. "Die Immobilienpreise in Südflorida haben sich immer schon in sägezahnähnlichen Zyklen nach oben bewegt", sagt Tobias Kaiser, Immobilienberater in Fort Lauderdale. "Und das werden sie auch weiterhin tun."
Marktsituation bei Einfamilienhäusern positiver
Kaiser widerspricht Shiller - zumindest was Südflorida angeht: "Typischerweise sind kollabierende Immobilienmärkte anders als Aktienmärkte an die Wirtschaft einer Region gekoppelt. Florida ist wirtschaftlich gesund, hat hohe Zuzugszahlen und eine extrem niedrige Arbeitslosigkeit." Rund 100.000 Deutsche besitzen laut Kaiser derzeit eine Immobilie in Florida. Einen Preisverfall, wie Shiller ihn skizziert, sieht der gebürtige Bayer hier nicht, "jedenfalls nicht im Markt für Einfamilienhäuser, bei Eigentumswohnungen bin ich deutlich vorsichtiger".
Und das aus gutem Grund: Zwar weist die Statistik der Florida Association of Realtors bei Eigentumswohnungen für Januar 2007 lediglich einen Preisrückgang von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat aus, aber dies sei, so Kaiser, nur "eine gnädige Statistikinterpretation, um verschreckte Käufer aus der Warteschleife zu holen".
Positiver stellt sich die Marktsituation bei Einfamilienhäusern dar. Zwar würde auch diese, so Kaiser, nicht zuletzt wegen der erwarteten Welle an Zwangsversteigerungen weiter schwach bleiben, aber "vermutlich nur stagnieren", und für Südflorida bedeute ein "normaler Markt" noch immer jährliche Wertsteigerungen bis zu sieben Prozent. Dennoch hätten sich die Vermarktungszeiten gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt: Mindestens 120 Tage muss sich ein Verkäufer im Landkreis Broward durchschnittlich gedulden, bevor sein Haus einen neuen Eigentümer findet.