Wall Street Schlussbericht: Die FED pusht die Märkte, Dow über 10.000
Nachdem die FED einmal mehr erklärte, dass steigende Zinsen in naher Zukunft nicht zu erwarten sind, machten sich Dow Jones und die NASDAQ auf zu neuen Höhen. Da die obersten Währungshüter der USA bis 2005 keine nennenswerte Entspannung des Arbeitsmarktes erwarten, ist eine deutliche Anhebung der Zinsen unwahrscheinlicher geworden. Niedrige Zinsen unterstützen also auch weiterhin den Kapitalmarkt, was die Anleger heute mit deutlichen Aufschlägen feierten.
Der Dow Jones legte 0,87 Prozent auf 10.008,16 Punkte zu und schloss damit über der psychologisch wichtigen 10.000er Marke. Die NASDAQ legte 1,98 Prozent auf 1.942,32 Punkte zu.
An der NYSE wurden heute 1,44 Mrd. Aktien gehandelt, wovon ganze 71 Prozent im Plus, nur 23 Prozent im Minus und 4 Prozent unverändert schlossen. An der NASDAQ wurden 1,79 Mrd. Titel umgesetzt. Hier schlossen 70 Prozent mit grünem und 25 Prozent mit rotem Vorzeichen, 4 Prozent beendeten den Handel unverändert.
Das höchste Handelsvolumen an der NYSE verzeichneten Lucent Technologies, Concord EFS, General Electric, Citizens Comm und Pfizer. An der NASDAQ wurden die Titel von Microsoft, Intel, Cisco, Ivanhoe Energy und Ciena mit den höchsten Volumina gehandelt.
Konjunkturmeldungen:
Das US-Arbeitsministerium veröffentlichte in Washington den saisonbereinigten Verlauf der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche zum 06. Dezember. Die Zahl erhöhte sich um 13.000 auf 378.000 Erstanträge, während Experten durchschnittlich einen Stand von 360.000 Anträge geschätzt hatten. Für die Vorwoche wurde ein Anstieg um 11.000 auf 365.000 Erstanträge gemeldet, damit wurden die vorläufigen Angaben bestätigt. Der Wert für den gleitenden Vierwochendurchschnitt stieg von 362.500 in der Vorwoche auf 364.750 Erstanträgen für Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung. Dieser Wert ist weniger schwankungsanfällig und daher aussagefähiger. Eine Zahl von etwa 400.000 Erstanträgen gilt allgemein als Signal für einen stagnierenden Arbeitsmarkt.
Das US-Handelsministerium gab die saisonbereinigte Veränderung des Einzelhandelsumsatzes für November 2003 bekannt. Binnen Monatsfrist wuchs der Umsatz um 0,9 Prozent auf 322,36 Mrd. Dollar, nachdem er im Oktober nach revidierter Rechnung unverändert blieb. Volkswirte hatten nur ein Plus von 0,7 Prozent prognostiziert. Bereinigt um den Umsatz der Automobilbranche stieg die Absatzmenge wie bereits im Oktober um 0,4 Prozent. Experten hatten mit einem Anstieg in dieser Höhe gerechnet.
Unternehmensmeldungen:
Der amerikanische Konsumgüterhersteller Procter & Gamble Co. hat die Prognosen für das aktuelle Geschäftsjahr und das zweite Fiskal-Quartal bestätigt. Demnach geht das Unternehmen dank starker Nachfrage in Russland und China, der Übernahme von Wella und einem schwachen Dollar von einem Umsatzwachstum von 14-18 Prozent im zweiten Quartal aus. Nach 11 Mrd. Dollar Umsatz im Vorjahreszeitraum sollen somit im zweiten Quartal 12,54-13,09 Mrd. Dollar erlöst werden. Der Gewinn je Aktie soll 1,26 Dollar erreichen. Für das Gesamtjahr geht das Unternehmen von einem Umsatz in Höhe von 48 Mrd. Dollar und einem Gewinn je Aktie von 4,53 Dollar aus.
Der Telekommunikationsausrüster Ciena Corp. meldete, dass er im vierten Quartal einen deutlich geringeren Verlust erwirtschaftet hat, nachdem der Umsatz gestiegen ist. Zudem erwartet man für das erste Quartal unveränderte bis höhere Umsätze. Der Nettoverlust belief sich auf 115 Mio. Dollar bzw. 24 Cents pro Aktie nach einem Verlust von 754,8 Mio. Dollar bzw. 1,75 Dollar pro Aktie im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag der Verlust bei lediglich 8 Cents pro Aktie. Analysten hatten einen Verlust von 9 Cents pro Aktie erwartet. Der Umsatz im Berichtszeitraum lag bei 70,6 Mio. Dollar, was gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs von 14 Prozent entspricht. Analysten gingen im Vorfeld von einem Umsatz von 70,0 Mio. Dollar aus. Für das laufende erste Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz auf dem Niveau des vierten Quartal bis hin zu einem Wachstum von 10 Prozent.
Die amerikanische Gannett Co. hat im November ihren Umsatz nach vorläufigen Zahlen um 3 Prozent gesteigert, da Einnahmen aus Printwerbung einen Rückgang beim TV-Umsatz überkompensierten. Der Gesamtumsatz legte im Vergleich zum Vorjahr von 574,9 Mio. Dollar auf 593,9 Mio. Dollar zu. Um Währungseinflüsse bereinigt entspricht dies einem Anstieg von 2 Prozent. Die Einnahmen aus Werbung in Printmedien stiegen um 5 Prozent. Das TV-Geschäft gab 5 Prozent ab, hier wurden statt 66,8 Mio. Dollar nur noch 63,5 Mio. Dollar eingenommen.
Die weltgrößte Baumarkt-Kette Home Depot Inc. gab bekannt, dass sie ihr Aktienrückkauf-Programm um 1 Mrd. Dollar ausgedehnt hat. Der US-Konzern, der Ende des dritten Quartals einen Cash-Bestand von rund 5 Mrd. Dollar ausweisen konnte, hat bereits ein in diesem Jahr angekündigtes Aktienrückkauf-Programm im Volumen von 1 Mrd. Dollar abgeschlossen.
Wie die Unisys Corp. bekannt gab, werden für das Geschäftsjahr 2004 höhere Pensionsausgaben erwartet. Nach Aussagen von Analysten sind die Pensionsausgaben deutlich höher als allgemein erwartet wurde. Für 2004 werden Aufwendungen von 80 bis 90 Mio. Dollar für Pensionsverpflichtungen erwartet. 2003 wird noch mit einem Rückfluss von 30 Mio. Dollar gerechnet. 2002 konnte ein Überschuss von 144 Mio. Dollar erwirtschaftet werden. Im laufenden Geschäftsjahr prognostiziert Unisys einen Gewinn von 77 Cents je Aktie, eingeschlossen sind hier 30 Mio. Dollar oder 6 Cents Gewinn je Aktie aus den Pensionsrückstellungen. Für das kommende Geschäftsjahr soll der operative Gewinn rund 20 Prozent steigen, wobei der Umsatz im einstelligen Prozentbereich zulegen soll. Die Analystenprognosen werden aber wegen hoher Pensionsausgaben wahrscheinlich nicht erfüllt.
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