Endlich wieder einmal ein erfreulicher Börsentag für US-Anleger. Ein überraschend deutlicher Anstieg der Produktivität im ersten Quartal verhalf dem Dow zu einem Plus von 0,29 Prozent. Der Tech-Sektor änderte dagegen imn Tagesverlauf mehrmals die Kursrichtung und ging mit einem Minus von 0,3 Prozent aus dem Handel. Die Zweifel an einer Erholung der Unternehmensgewinnen sind immer noch nicht vom Tisch, denn der Kommentar der US-Notenbanker zur Konjunkturentwicklung konnte die Nervosität an den Börsen nicht vertreiben. Steffen Christ
Dabei hatte alles so gut angefangen. Die Produktivität der US-Wirtschaft ist im ersten Quartal 2002 mit einer sagenhaften Rate von 8,6 Prozent
gestiegen. Man muss schon historische Dimensionen bemühen, um eine ähnlich hohe Rate zu finden. Seit 1983 ist die aufs Jahr hochgerechnete Rate der Produktivität nicht mehr in diesem Umfang gestiegen. Diese Steigerungsrate übertrifft die Analystenprognosen von 6,9 Prozent mehr als deutlich und verschaffte den Blue Chips deutliche Kursgewinne.
Für eine leichte Aufhellung der Stimmung sorgte auch das Dow-Schwergewicht IBM. Nach dem Vortageseinbruch von mehr als sieben Prozent dürfte das Plus von rund einem Prozent die Stimmung der Anleger aber kaum heben, zumal die Aktien immer noch unter der psychologisch wichtigen Kursmarke von 80 Dollar notieren. Ein weiteres Zugpferd für den Dow war der United Technologies mit einem Plus von 1,28 Prozent. Der Luftfahrt-Unternehmen bekräftigte seine 2002-Gewinnprognose von 4,32 Dollar pro Aktie. Aber auch der Computerkonzern Hewlett-Packart/Compaq verzeichnete deutliche Kursgewinne, nachdem die US-Investmentbank Morgan Stanley die Aktien auf "Overweight" hochstufte.
Oracle belastet Tech-Werte
Eine der wenigen Lichtblicke im Tech-Sektor war der Software-Gigant Microsoft mit Kursgewinnen von1,75 Prozent. Das Unternehmen will sich für 1,3 Milliarden Dollar beim dänischen Softwareunternehmen Navison einkaufen. Mit der Übernahme dringt Microsoft in das lukrative Geschäft mit der Unternehmenssoftware vor. Ansonsten hat der Börsentag wenig erfreuliches für Techanleger zu bieten. Zu den größten Stimmungstötern gehörte der Software-Hersteller Oracle. Eine Herabstufung von CIBC World Markets und der Kommentar, dass die Oracle-Geschäftsaussichten für das gesamte Jahr mager bleiben, sorgte für Kursverluste von von rund einem Prozent, die aber im Tagesverlauf wieder abgebaut wurden. Zum Handelschluss verzeichnete die Aktie ein Plus von 0,36 Prozent.
Turbulent verlief der Börsentag auch für Cisco-Anleger. Die nach Börsenschluss anstehenden Quartalzahlen sorgten für eine Achterbahnfahrt. Der Netzwerkausrüster verzeichnete im frühen Handel ein Minus von fast zwei Prozent, konnte sich dann aber wieder bis auf eine Plus von 1,47 Prozent hocharbeiten. Die nervösen Kursausschläge sind verständlich, denn die Cisco- Unternehmensergebnisse gelten als wichtiger Indikator für den gesamten Technologiesektor. Und die Zahlen von Cisco können am Mittwoch für eine bessere Stimmung bei den Tech-Werten sorgen. Die Analysten-Prognose wurde deutlich übertroffen. Cisco konnte ein Pro-Forma-Ergebnis je Aktie von 11 Cent melden und war damit zwei Cent besser als geschätzt..
Kein Zinsschritt
Es hat wohl kaum einen der Beobachter überrascht, dass die US-Notenbank Fed bei ihrer geldpolitischen Vorsicht bleibt. Mit einem Zinsschritt hatte kaum jemand gerechnet. Enttäuschend fiel dagegen der Konjunkturkommentar der Notenbanker aus: Für eine nachhaltige Belebung der Wirtschaft müsse aber vor allem die Nachfrage anspringen. Ob und wie stark sich die Nachfrage erholen wird, sei aber immer noch ungewiss. Wasser auf die Mühlen der Konjunkturzweifler an den Börsen.
Die Produktivitätszahlen verschafften zumindest dem Dow eine kleine Verschnaufpause. Allerdings werden sie die Zweifel der Börsianer nicht endgültig beseitigen, denn die beziehen sich vor allem auf die Entwicklung im weiteren Jahresablauf. Doch Alan Greenspan hat den Börsen nicht die Unsicherheit nehmen können
sharper.de
Dabei hatte alles so gut angefangen. Die Produktivität der US-Wirtschaft ist im ersten Quartal 2002 mit einer sagenhaften Rate von 8,6 Prozent
gestiegen. Man muss schon historische Dimensionen bemühen, um eine ähnlich hohe Rate zu finden. Seit 1983 ist die aufs Jahr hochgerechnete Rate der Produktivität nicht mehr in diesem Umfang gestiegen. Diese Steigerungsrate übertrifft die Analystenprognosen von 6,9 Prozent mehr als deutlich und verschaffte den Blue Chips deutliche Kursgewinne.
Für eine leichte Aufhellung der Stimmung sorgte auch das Dow-Schwergewicht IBM. Nach dem Vortageseinbruch von mehr als sieben Prozent dürfte das Plus von rund einem Prozent die Stimmung der Anleger aber kaum heben, zumal die Aktien immer noch unter der psychologisch wichtigen Kursmarke von 80 Dollar notieren. Ein weiteres Zugpferd für den Dow war der United Technologies mit einem Plus von 1,28 Prozent. Der Luftfahrt-Unternehmen bekräftigte seine 2002-Gewinnprognose von 4,32 Dollar pro Aktie. Aber auch der Computerkonzern Hewlett-Packart/Compaq verzeichnete deutliche Kursgewinne, nachdem die US-Investmentbank Morgan Stanley die Aktien auf "Overweight" hochstufte.
Oracle belastet Tech-Werte
Eine der wenigen Lichtblicke im Tech-Sektor war der Software-Gigant Microsoft mit Kursgewinnen von1,75 Prozent. Das Unternehmen will sich für 1,3 Milliarden Dollar beim dänischen Softwareunternehmen Navison einkaufen. Mit der Übernahme dringt Microsoft in das lukrative Geschäft mit der Unternehmenssoftware vor. Ansonsten hat der Börsentag wenig erfreuliches für Techanleger zu bieten. Zu den größten Stimmungstötern gehörte der Software-Hersteller Oracle. Eine Herabstufung von CIBC World Markets und der Kommentar, dass die Oracle-Geschäftsaussichten für das gesamte Jahr mager bleiben, sorgte für Kursverluste von von rund einem Prozent, die aber im Tagesverlauf wieder abgebaut wurden. Zum Handelschluss verzeichnete die Aktie ein Plus von 0,36 Prozent.
Turbulent verlief der Börsentag auch für Cisco-Anleger. Die nach Börsenschluss anstehenden Quartalzahlen sorgten für eine Achterbahnfahrt. Der Netzwerkausrüster verzeichnete im frühen Handel ein Minus von fast zwei Prozent, konnte sich dann aber wieder bis auf eine Plus von 1,47 Prozent hocharbeiten. Die nervösen Kursausschläge sind verständlich, denn die Cisco- Unternehmensergebnisse gelten als wichtiger Indikator für den gesamten Technologiesektor. Und die Zahlen von Cisco können am Mittwoch für eine bessere Stimmung bei den Tech-Werten sorgen. Die Analysten-Prognose wurde deutlich übertroffen. Cisco konnte ein Pro-Forma-Ergebnis je Aktie von 11 Cent melden und war damit zwei Cent besser als geschätzt..
Kein Zinsschritt
Es hat wohl kaum einen der Beobachter überrascht, dass die US-Notenbank Fed bei ihrer geldpolitischen Vorsicht bleibt. Mit einem Zinsschritt hatte kaum jemand gerechnet. Enttäuschend fiel dagegen der Konjunkturkommentar der Notenbanker aus: Für eine nachhaltige Belebung der Wirtschaft müsse aber vor allem die Nachfrage anspringen. Ob und wie stark sich die Nachfrage erholen wird, sei aber immer noch ungewiss. Wasser auf die Mühlen der Konjunkturzweifler an den Börsen.
Die Produktivitätszahlen verschafften zumindest dem Dow eine kleine Verschnaufpause. Allerdings werden sie die Zweifel der Börsianer nicht endgültig beseitigen, denn die beziehen sich vor allem auf die Entwicklung im weiteren Jahresablauf. Doch Alan Greenspan hat den Börsen nicht die Unsicherheit nehmen können
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