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Heute gibt es die nächste Nachricht. Nach den Gesprächen über eine Übernahme des Foods-Geschäfts durch McCormick ist die Situation nun klarer. Ein sogenannter Reverse Morris Trust wird angestrebt und ich habe mal den MS-Copiloten gefragt, was da eigentlich passiert:
1. Ausgliederung (Spin-off) Die Muttergesellschaft überführt die zu verkaufenden Vermögenswerte in eine neue Tochtergesellschaft (SpinCo) und verteilt deren Aktien proportional an die eigenen Aktionäre.
2. Fusion von SpinCo mit dem Käufer Diese Tochter verschmilzt danach mit einem externen Unternehmen (dem Käufer).
3. Kontrollregel (+50,1 %) Für die steuerfreie Behandlung müssen die Aktionäre der ursprünglichen Muttergesellschaft mindestens 50,1 % der Stimmrechte und wirtschaftlichen Anteile am fusionierten Unternehmen halten.
Das Modell basiert auf einen Fall in 1966 (Morris Trust)
und diese Theorie auf den aktuellen Fall übertragen ergibt dann diese Herangehensweise: Unilever würde die Foods-Sparte zunächst abspalten und anschließend mit McCormick fusionieren.
Unilever-Aktionäre sollen 65 % der Anteile am kombinierten Unternehmen halten.
Unilever erhielte zusätzlich 15,7 Mrd. USD in bar, um Schulden abzubauen und Aktienrückkäufe zu finanzieren.
Die Bewertung der Food-Sparte liegt laut Barclays bei 28–31 Mrd. EUR.
Am Ende bleibt also die Mehrheit des neuen Unternehmens bei den Unilever-Aktionären. Nach Eiscreme bekommen wir dann vielleicht Aktien eines weiteren Unternehmens in die Depots.. Solange es steuerlich effizient ist und für uns Aktionärinnen dabei was rausspringt. 2027 wissen wir dann, wie es im Depot ausschaut.
Unilever ist am 11. April 2026 kein spektakulärer Wachstumswert, aber ein sehr solider Qualitätswert mit verbesserter operativer Disziplin, guten Cashflows und einer deutlich schärferen strategischen Ausrichtung als noch vor wenigen Jahren. Der Konzern hat 2025 auf fortgeführter Basis nach der Abspaltung des Eiscreme-Geschäfts 50,5 Milliarden Euro Umsatz erzielt, das organische Wachstum auf 3,5 % gesteigert, davon 1,5 % aus Volumen, und die bereinigte operative Marge auf 20,0 % verbessert. Der operative Gewinn lag bei 9,0 Milliarden Euro, der bereinigte Gewinn je Aktie bei 3,08 Euro, der verwässerte Gewinn je Aktie bei 2,59 Euro und der freie Cashflow bei 5,9 Milliarden Euro. Das ist für einen globalen Konsumgüterkonzern ein ordentliches, aber nicht herausragendes Bild: stark genug, um Vertrauen zu schaffen, aber noch nicht stark genug, um von einer neuen Hochleistungsphase zu sprechen. (Unilever)
Historisch ist Unilever einer der ganz großen europäischen Konsumgüterkonzerne. Die Wurzeln liegen im Margarine- und Seifengeschäft des 19. Jahrhunderts; 1929 vereinbarten Margarine Unie und Lever Brothers die Gründung von Unilever, offiziell entstand der Konzern am 1. Januar 1930. Über Jahrzehnte wurde daraus ein breit diversifizierter Markenverbund mit globaler Reichweite. 2020 vereinfachte Unilever seine alte Doppelstruktur und führte den Konzern unter Unilever PLC als einheitlicher Muttergesellschaft zusammen. Diese Vereinfachung war wichtig, weil sie spätere Portfoliomaßnahmen überhaupt erst leichter möglich machte. (Unilever)
Heute ist Unilever in vier Kerngruppen organisiert: Beauty & Wellbeing, Personal Care, Home Care und Foods. Zu den wichtigen Marken zählen unter anderem Dove, Vaseline, Liquid I.V., Nutrafol, Sunsilk, Rexona, Axe, Cif, Domestos, Comfort, Knorr und Hellmann’s. 2025 wuchsen Beauty & Wellbeing mit 4,3 % und Personal Care mit 4,7 % organisch am stärksten; Home Care kam auf 2,6 %, Foods auf 2,5 %. Das zeigt ziemlich klar, wo die besseren Teile des Konzerns liegen: in Körperpflege, Premium-Beauty und gesundheitsnahen Kategorien. Foods ist solide, aber strategisch weniger attraktiv. (Unilever)
Genau deshalb ist die aktuelle Umbauphase für die Investmentthese zentral. Unilever hat das Eiscreme-Geschäft am 6. Dezember 2025 abgespalten und hält daran zunächst noch eine Minderheitsbeteiligung von knapp 20 %. Ende März 2026 folgte dann der nächste große Schritt: Unilever vereinbarte die Zusammenlegung des Foods-Geschäfts mit McCormick. Bei Vollzug, der erst für Mitte 2027 erwartet wird und noch unter Vorbehalten steht, würde Unilever zu einem deutlich fokussierteren Pure-Play in Beauty, Wellbeing, Personal Care und Home Care werden. Das Management argumentiert, dass das verbleibende Portfolio in den letzten drei Jahren pro forma 5,4 % organisches Wachstum, 48 % Bruttomarge und 19 % operative Marge erzielt hätte. Das ist strategisch logisch, aber noch nicht vollzogen. Genau darin liegt der Punkt: Die Story ist überzeugender geworden, aber sie ist noch im Umbau. (Unilever)
Fundamental gefällt mir an Unilever vor allem die Qualität der Cash-Generierung. Die Cash Conversion lag 2025 bei 100 %, der freie Cashflow bei 5,9 Milliarden Euro, die Nettoverschuldung sank auf 23,1 Milliarden Euro. Die Kapitalrendite bleibt stark: Der ausgewiesene ROIC lag bei 16,2 %, der bereinigte ROIC bei 19,0 %. Gleichzeitig hat Unilever 2025 insgesamt 6,0 Milliarden Euro an die Aktionäre zurückgegeben, davon 4,5 Milliarden Euro als Dividenden und 1,5 Milliarden Euro über Rückkäufe; für 2026 wurde ein weiteres Rückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro angekündigt. Das ist typisch für einen reifen Qualitätskonzern: kein Raketenwachstum, aber ein belastbares Modell mit planbaren Ausschüttungen. (Unilever)
Zur Aktie selbst: Auf Euronext Amsterdam lag der Schlusskurs am 10. April 2026 bei rund 49,67 Euro; in London notierte Unilever am selben Tag bei rund 4.302 Pence. Auf Basis des verwässerten EPS 2025 von 2,59 Euro entspricht das einem KGV von rund 19,2, auf Basis des bereinigten EPS von 3,08 Euro einem KGV von rund 16,1. Rechnet man die zuletzt erhöhte Quartalsdividende von 0,4664 Euro auf ein Jahr hoch, kommt man auf eine laufende Dividendenrendite von etwa 3,8 %. Das ist nicht billig im klassischen Value-Sinn, aber für einen defensiven Markenwert mit dieser Qualität auch nicht überzogen. Die Aktie ist eher fair bis leicht günstig bewertet, sofern man daran glaubt, dass der Umbau sauber gelingt und das Volumenwachstum nachhaltig über 2 % bleibt. (Yahoo Finanzen)
Meine Einschätzung zu den Kurszielen ist deshalb keine mechanische Analystenschätzung, sondern eine eigene Bewertungsableitung. Das bearishe Szenario sehe ich bei etwa 45 Euro. Das wäre angemessen, wenn die Konsumnachfrage schwach bleibt, die Foods-Transaktion holprig wird, die Schwellenländer nicht sauber liefern und Unilever wieder stärker über Preis statt über Volumen wachsen muss. Mein Basisszenario liegt bei etwa 55 Euro. Das passt für einen Konzern, der 2026 am unteren Ende seiner 4- bis 6-%-Wachstumsprognose wächst, dabei aber mindestens 2 % Volumenwachstum schafft und die Marge leicht steigert. Das bullishe Szenario liegt bei etwa 65 Euro. Dafür müsste der Markt Unilever zunehmend als fokussierten, strukturell wachstumsstärkeren HPC-Konzern bewerten, die Portfolio-Transaktionen müssten sauber durchlaufen und die stärkeren Kategorien wie Beauty & Wellbeing sowie Personal Care müssten weiter überdurchschnittlich liefern. Die eigene 2026-Guidance des Unternehmens lautet auf organisches Wachstum innerhalb der mittelfristigen Spanne von 4 bis 6 %, am unteren Ende der Range, mit mindestens 2 % Volumenwachstum und einer leichten Margenverbesserung gegenüber 2025. (Unilever)
Für die nächsten fünf bis fünfzehn Jahre ist Unilever aus meiner Sicht vor allem dann interessant, wenn man kein Unternehmen sucht, das den Markt jedes Jahr abhängt, sondern einen weltweit diversifizierten Markenwert mit ordentlicher Preissetzungsmacht, hoher Ausschüttungsfähigkeit und vernünftigen Chancen auf moderates, stetiges Gewinnwachstum. Die Stärke des Konzerns liegt in seiner globalen Distribution, in der Wiedererkennbarkeit der Marken und in der Fähigkeit, Innovationen auf viele Märkte auszurollen. Der neue CEO Fernando Fernandez steht seit März 2025 an der Spitze und treibt genau diese Fokussierung auf größere, skalierbare und wachstumsstärkere Marken voran. Das ist richtig. Ob es wirklich reicht, um Unilever dauerhaft in die Spitzengruppe des Sektors zurückzuführen, ist noch offen. (Unilever)
Die Risiken sollte man nicht weichzeichnen. Erstens ist Unilever trotz aller Markenstärke kein immunes Geschäft; Konsumzurückhaltung, Handelsmarken und Währungseffekte können das Bild schnell eintrüben. Zweitens ist der Konzern mitten in einer tiefen Portfolioveränderung: Nach der Eiscreme-Abspaltung steht nun die Foods-Transaktion mit McCormick an, die regulatorisch, operativ und kulturell erst einmal erfolgreich umgesetzt werden muss. Drittens drohen durch die Trennung laut Unternehmen 400 bis 500 Millionen Euro an stranded costs sowie zusätzliche Restrukturierungskosten über die Jahre 2027 bis 2029. Viertens bleibt Unilever in einigen Märkten hinter den besten Wettbewerbern zurück, besonders dort, wo lokale Marken oder digitale Nischenanbieter schneller agieren. Das ist kein Krisenfall, aber es ist der Grund, warum ich die Aktie nicht als billiges Schnäppchen einstufe. (Unilever)
Unterm Strich halte ich Unilever auf dem jetzigen Niveau für einen guten defensiven Langfristwert, aber nicht für einen klassischen Deep-Value-Titel. Wer Stabilität, Dividende, Markenqualität und eine vernünftige Chance auf mittleres Gewinnwachstum sucht, kann die Aktie meines Erachtens gut vertreten. Wer maximale Dynamik oder eine deutlich unterbewertete Turnaround-Situation sucht, wird anderswo eher fündig. Für einen konservativen Anleger mit langem Horizont ist Unilever nach meiner Einschätzung eher ein solides “Ja, aber mit Geduld” als ein glasklares “sofort zugreifen”. Das Unternehmen ist besser geworden. Die Aktie ist ordentlich bewertet. Der große Hebel für die nächsten Jahre liegt darin, ob aus dem verschlankten Unilever wirklich ein schnellerer und renditestärkerer Konzern wird. Genau das muss jetzt bewiesen werden. (Unilever)
Autor: ChatGPT
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| 646 | unilever plc | maxo | Highländer49 | 30.04.26 11:36 |