Umschuldungen - Griechenland

Beiträge: 5
Zugriffe: 3.810 / Heute: 2
Griechenland 09/1. kein aktueller Kurs verfügbar
 
Umschuldungen - Griechenland wolf077
wolf077:

Umschuldungen - Griechenland

 
31.03.12 14:46
#1
Bekanntlich hat Griechenland die Rückzahlung seiner Anleihe (GR0110021236, endfällig März 2012) teilweise mit Vergabe von anderen griechischen Anleihen bezahlt.
Dies haben sich die österreichischen Banken sofort (Bank-Austria, Raika usw.) zu Nutze gemacht um bei einem Verkauf dieser zwangsweise erhaltenen griechischen Anleihen Verkaufsspesen in Millionenhöhe zu kassieren.
Wie geht das?
Die Banken haben die Einbuchung dieser griechischen Zwangs-Anleihen bei den
betroffenen Depotinhabern so extrem  gesplittet, dass nun in jedem
einzelnen Depot gleich 20 (!!!) und mehr verschiedene Griechenland-Anleihen eingebucht wurden. Um  diese Anleihen nun zu verkaufen, müssen daher 20 und mehr einzelne Verkaufsorders gegeben werden.
Da auf Grund der extremen Nominalaufsplittung der Verkaufserlös jeder einzelnen Verkaufsorder sehr gering ist, wird nun von den Banken der Mindestspesensatz bei den Verkaufsspesen angewendet.
Das bedeutet, dass zB. bei einem Gesamt-Verkaufserlös von 20  griech. Anleihen pro Deponent  ein Gesamt-Verkaufserlös von   €  200,-  anfällt und gleich Spesen von € 500,- (!!!)  bei jedem Bank-Kunden.
So kann man als Bank sogar noch an dem ganzen Griechenland-Desaster
"mitschneiden".
Umschuldungen - Griechenland badeschaum007
badeschaum0.:

Griechen könnten noch ein Carepaket brauchen - 3.t

 
31.03.12 15:37
#2
Rettungsprogramm

Der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos schließt nicht aus, dass sein Land ein drittes Rettungsprogramm seiner Euro-Partner benötigen könnte.

Rom/Athen - Griechenlands Regierungschef Lukas Papademos hat die Möglichkeit eines dritten Rettungspakets für sein hoch verschuldetes Land ins Spiel gebracht. "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass einige finanzielle Unterstützung notwendig sein wird, doch müssen wir uns anstrengen, ein solches Ergebnis zu vermeiden", sagte Papademos der italienischen Tageszeitung "Il Sole 24 Ore" von Freitag. Athen ist seit zwei Jahren auf Hilfe von außen angewiesen, weil es an den Finanzmärkten nur zu hohen Zinsen neue Kredite bekommt.

Sein Land werde alles tun, um ein drittes Rettungspaket zu vermeiden, betonte der Ministerpräsident. Doch könne nicht ausgeschlossen werden, dass selbst bei Umsetzung aller vereinbarten Spar- und Reformmaßnahmen Griechenland weiterhin an den Finanzmärkten keine neuen Kredite aufnehmen könne. Erst diesen Monat hatten die Länder der Eurozone einem zweiten Hilfspaket in Höhe von 130 Mrd. Euro zugestimmt, das bis 2015 ausgezahlt werden soll.

Kritik an Kritikern

Vor dem Parlament in Athen kündigte Papademos eine Kürzung der Staatsausgaben in den Jahren 2013 und 2014 um zwölf Mrd. Euro an. Es müsse alles getan werden, um "verschwenderische Ausgaben" zu reduzieren, sagte der Regierungschef. Im Gegenzug für das erste Rettungspaket vom Mai 2010 in Höhe von 110 Mrd. Euro hat Athen bereits erheblich Kürzungen zugesagt. Die Regierung will das Haushaltsdefizit von 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2009 bis 2014 auf drei Prozent reduzieren.

Papademos wandte sich in dem Interview am Freitag auch gegen Kritiker der Regierung. "Ich bin erstaunt, dass einige Kommentatoren und Analysten offenbar gewisse Fakten ignorieren, wenn sie die Situation in Griechenland bewerten", sagte Papademos. Anhaltende Skepsis an der Reformfähigkeit des Landes und die übertriebene Betonung der Risiken seien nicht hilfreich. Die Fortschritte des Landes würden nicht ausreichend gewürdigt, kritisierte Papademos, gestand aber auch ein, dass nicht alle Reformen zu schnell wie erwünscht umgesetzt würden. (APA, 30.3.2012)
Umschuldungen - Griechenland badeschaum007
badeschaum0.:

Russland vor entscheidendem Deal mit Griechenland

 
01.04.12 11:06
#3
Russland vor entscheidendem Deal mit Griechenland und Portugal

Das dürfte Kanzlerin Merkel und der deutschen Rüstungswirtschaft nicht schmecken. Russland plant den beiden südeuropäischen Staaten Griechenland und Portugal einen Großteil ihrer Schulden abzunehmen.

Griechenland ist mit über 350 Milliarden Euro verschuldet, Portugal mit über 180 Milliarden Euro. Die Gesamt¬verschuldung Griechenlands liegt im Verhältnis zum Brutto¬inlandsprodukt (BIP) bei über 160 Prozent, in Portugal bei geschätzten 101 Prozent vom BIP. Nach den Maastricht-Kriterien für die EURO-Währungsunion soll die Gesamt¬verschuldung 60 Prozent des BIP nicht übersteigen.

Anscheinend plant Russland etwa die Hälfte der Schulden zu übernehmen und würde damit beide Staaten auf einen Schlag zu Vorzeigestaaten der Euro-Zone machen. Griechenlands Staatsverschuldung läge dann bei von etwa 80 Prozent und die von Portugal bei 50 Prozent des BIP. Zum Vergleich, Deutschland hat im Moment eine Staatsverschuldung von deutlich über 80 Prozent des BIP.

Für Russland bedeuteten diese Ausgaben eine relativ kleine Anstrengung - alleine in der russischen Zentralbank lagern zurzeit Devisenbestände von über 510 Milliarden US-Dollar. Russlands eigene Staatsverschuldung liegt bei geschätzten mickrigen 10 Prozent.

USA in Sorge

Russland verfolgt mit seinem Engagement in Portugal und Griechenland massive geostrategische Pläne. Es geht darum einen Keil in die NATO-Allianz zu treiben. Nachdem die USA immer noch an der umstrittenen Raketenabwehr in Europa festhalten, hat die bloße Ankündigung Russlands, Portugal und Griechenland zu helfen, für Aufregung gesorgt. Eilig versicherte Obama am Rande des Gipfeltreffens zur atomaren Sicherheit in Südkorea, dem scheidenden Präsidenten Russlands, Medwedew, künftig "mehr Flexibilität" in Rüstungsfragen und Raketenabwehr in Europa an den Tag zu legen, wenn er seine Wahl gewonnen habe. Durch ein vermeintlich ausgeschaltetes Mikrofon wurde diese Äußerung publik.

Panzerkauf in Russland statt in Deutschland

Für Griechenland und Portugal würde das natürlich bedeuten, dass die beiden Staaten in Zukunft ihre Rüstungsgüter in Russland kaufen. Bisher kaufen beide Staaten die meisten ihrer Rüstungsgüter in Deutschland. Weltweit steht Deutschland hinter den USA und Russland an dritter Stelle der Waffenexporteure. Die Exporte würden sich in Zukunft dann deutlich zu Gunsten der Russen verschieben.

Deutschland liefert mit 35 Prozent die meisten Waffen an Griechenland. Die Milliarden, die in die Rüstung versenkt wurden und Deutschland zugute kamen, fehlen dem Land. Das würde sich deutlich ändern. Griechenland gibt jährlich über vier Prozent des Bruttosozialprodukts für Rüstung aus, die Deutschen geben im Vergleich nur 1,3 Prozent des BIP für Waffen aus.

Griechenland ist bei der Panzerschmiede Krauss-Maffei mit über 180 Millionen Euro verschuldet. 2009 verkaufte Krauss-Maffei Wegmann (KMW) 170 moderne Leopard 2-Panzer an Griechenland für 1,72 Milliarden Euro. Die Kieler Howaldtswerke-Deutsche Werft konnte sich über griechische U-Boot-Aufträge im Wert von fast drei Milliarden Euro freuen.

Bundeskanzlerin Merkel drängte im Sommer 2007 bei einem Athen-Besuch den damaligen Premier Kostas Karamanlis, endlich die bereits seit 1996 diskutierte Bestellung über 60 Eurofighter-Kampfflugzeuge zu unterschreiben. Als die dramatische Finanzmisere Anfang Februar 2010 in Griechenland absehbar war, forderte Außenminister Guido Westerwelle bei einem Athen-Besuch von den Griechen „ein Bekenntnis zum Eurofighter“. Im vergangenen Jahrzehnt steigerte Griechenland sein Militärbudget von 4,5 auf 7,6 Milliarden Euro. Griechenland ist traditionell ein sehr guter Kunde deutscher Waffenschmieden. 2005 bis 2010 machten die Bestellungen aus Athen 15 Prozent ihres Gesamtumsatzes aus.

In Portugal sieht es nicht viel anders aus. Nummer 1 auf der Liste der Abnehmerländer für deutsche Waffen ist Portugal wegen eines Großauftrags für U-Boote, Teile für Kampfschiffe und Unterwasserortungsgeräte. Dieses Geschäft dürfte dann wohl in Zukunft größtenteils von russischen Waffenschmieden getätigt werden. Damit wäre die Teilentschuldung von Griechenland und Portugal nicht mehr als eine versteckte Subvention der russischen Rüstungsindustrie, die sich damit weit in den NATO-Einflussbereich vorarbeiten würde.

Hafennutzung inbegriffen

Ferner würde auf der Wunschliste von Russland die Möglichkeit von Häfennutzung für die russische Flotte stehen. Nachdem Russland seine Hafenoptionen im Mittelmeer durch den „Arabischen Frühling“ mehr oder weniger verloren hat könnte Griechenland dort Raum für Mittelmeerstützpunkte bieten.

Portugal könnte die bisher nicht vorhandenen Atlantikstützpunkte anbieten. Schon während des Arctic Sea Mysteriums [ russland.RU berichtete ausführlich in einem Schwerpunkt ] operierte die russische Flotte problemlos in atlantischen Natogewässern.

Mit dem Anmieten von Hafenplätzen hat Russland Erfahrung. Für seine Schwarzmeerflotte hat Russland für viel Geld von der Ukraine Häfen auf Jahrzehnte gemietet.

Könnte Russland diesen Deal in Südeuropa realisieren, wäre das nicht nur eine klare Ansage gegen die von den USA initiierten Raketenstationierung in Europa, sondern auch ein massiver Verlust für die deutsche Wirtschaft in Milliardenhöhe - verbunden mit einer drohenden Arbeitslosigkeit für tausende von Menschen. Während die USA ihre Kriege, ob kalt oder heiß, noch mit Waffen planen, kämpft Russland bereits auf Wirtschaftsebene.
Umschuldungen - Griechenland zaphod42
zaphod42:

Nicht die Banken

 
01.04.12 11:11
#4
haben den Umtausch gesplittet, sondern die Griechen. In Deutschland haben die wichtigsten Banken beschlossen, den Umtausch kostenlos zu machen und auf die Verkaufsspesen der vielen Anleihen weitestgehend zu verzichten. Das aber nur aus Kulanz.

Wie wäre es in Österreich? Einfach mal bei der Bank nachfragen, ob sich da was machen lässt. Falls nicht, würde man die Anleihen zum Diskountbroker umbuchen lassen (falls das wie in D kostenlos möglich ist).
Umschuldungen - Griechenland badeschaum007

Deutsch-Russiches Forum fordert Visafreiheit mit R

 
#5
Deutsch-Russiches Forum fordert Visafreiheit mit Russland für 2013

Berlin - Die Mitgliederversammlung des Deutsch-Russischen Forums hat sich gestern nahezu einstimmig für die Einführung der Visafreiheit mit Russland bereits 2013 ausgesprochen. Im Beschluss der Mitgliederversammlung zu Beginn des Russland-Jahres heißt es: „(...) dass der Verein die Bundesregierung ausdrücklich bittet, die Einführung der Visafreiheit mit Russland für 2013 erklärtermaßen anzustreben und sich in der Europäischen Union und im Schengenbereich für die Erreichung dieses Ziels mit Nachdruck einzusetzen.“

www.russland.ru/
Umschuldungen - Griechenland 497052


Börsenforum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen

Neueste Beiträge aus dem Griechenland 09/12 Forum

  
Wertung Antworten Thema Verfasser letzter Verfasser letzter Beitrag
5 115 Griechenland 12-42 IO GDP 1ALPHA Lisaba 19.09.16 21:45
  2 Klagemoeglichkeiten bei A0t6us ? Hamburg01 Hamburg01 01.04.12 12:06
  4 Umschuldungen - Griechenland wolf077 badeschaum007 01.04.12 11:22
6 235 Wer traut sich ? cookies123 Hamburg01 21.03.12 09:51
3 33 Griechenlandanleihe Laufz. 03/2012 Gasman82 Mehr Wissen 07.03.12 11:25

--button_text--