Berlin - Nirgends in der Welt werden in den nächsten Jahren so viele Solarstromanlagen installiert wie in Deutschland. Absatzmärkte in Afrika, Lateinamerika aber auch China werden hingegen nahezu bedeutungslos bleiben. So lauten die Prognosen einer vom Beratungsunternehmen PHOTON Consulting herausgegebenen Studie mit dem Titel „Detailing Demand – Where will all the Volume go?“.
Ermöglicht wird der rasante Zubau in Deutschland durch die mengenmäßig unbegrenzte und gleichzeitig hohe Förderung von neuen Solaranlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). In nahezu allen Auslandsmärkten gibt es hingegen feste Budgets an Fördermitteln beziehungsweise Deckelungen der maximal installierten Solarstromleistung. Unter diesen Bedingungen dürften im Jahr 2010 allein in Deutschland Solaranlagen mit einer Leistung von rund 6.500 MW neu installiert werden, prognostiziert PHOTON Consulting. Im Jahr 2006 habe der Zubau bei etwa 830 MW gelegen. Die von der Bundesregierung vorgeschlagene Senkung der Einspeisevergütungen ab dem Jahr 2009 sei in den Prognosen bereits berücksichtigt.
Somit sei Deutschland auch in den nächsten Jahren ein hinreichend profitabler Absatzmarkt für die internationale Photovoltaikindustrie. In anderen Ländern lassen sich dank besserer klimatischer Bedingungen und teilweise noch höherer Einspeisetarife zwar höhere Gewinne mit Solarstrom erzielen, doch so verlässlich wie in Deutschland seien die Bedingungen nirgendwo sonst. PHOTON-Chefredakteurin Anne Kreutzmann: „Die Studie basiert auf zahlreichen Annahmen wie beispielsweise einer Fortsetzung der Förderung in Spanien und Italien – die durchaus nicht garantiert werden kann. Sicher ist jedoch: Hierzulande dürften all jene Module landen, die sich nirgendwo auf der Welt zu höheren Preisen verkaufen lassen.“
Theoretisch könnte damit sogar noch mehr als die besagten 6.500 MW auf deutschen Dächern und Freiflächen landen, heißt es weiter. Insgesamt erwartet PHOTON Consulting für 2010 eine weltweite Produktion an Solarmodulen von 23.000 MW. Neben Deutschland sind die nächst größten Absatzmärkte Kalifornien mit 3.100 MW, Spanien mit 2.400 MW, Japan mit 1.600 MW und Italien mit 1.500 MW. China, wo bereits ein Großteil der weltweit produzierten Solarmodule hergestellt wird, bleibt mit einem Zubau von 200 MW ein eher unbedeutender Markt.




