Technischer Morgenkommentar vom 28.12.2005
§28.12.2005 08:24:00
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Unmittelbar nach den Weihnachtsfeiertagen präsentierten sich die europäischen Aktien-Indizes unverändert freundlich, knüpften an die positiven Bewegungsimpulse der Vorwoche an und markierten (bis auf den italienischen MIB 30) neue Bewegungs- und Mehrjahreshochs. Das Handelsvolumen war allerdings erwartungsgemäß niedrig, sowohl in der Kasse, als auch in den Futures. Einen Knick in die nachweihnachtliche Stille brachten am späten Nachmittag die US-Indizes, die innerhalb ihrer weiterhin gültigen Konsolidierungszonen erneut zum Teil deutlich verloren und somit auch die Europa-Indizes am Abend negativ beeinflussten. Besonders auffällig ist diese Entwicklung in den beiden EUREX-Futures FDAX und FESX, welche in ihren Tagesmustern ausgeprägte Dochte hinterließen und somit konsequenterweise Ausgangssituationen schafften, welche zumindest das Reaktionsrisiko erneut anwachsen lässt.
Fassen wir die allgemeine technische Ausgangslage der Aktienmärkte für den heutigen Handelsstart einmal zusammen, können wir folgende "Eckpunkte" definieren:
(1) innerhalb der europäischen Börsenbarometer dominieren eindeutig intakte Aufwärtstrends, hier zählen wir auf Tagesbasis nun auch den spanischen IBEX 35, sowie den britischen FTSE 100 hinzu. Diese Aufwärtstrends werden im Grunde strategisch (Wochenchart) wie taktisch (Tageschart), sowohl im Chartbild, als auch markttechnisch bestätigt. In der praktischen Konsequenz gilt weiterhin: eventuell bestehende strategisch ausgerichtete Long-Positionen behalten wir bei, den Stop-Kurs platzieren wir im Bereich der oberen Begrenzungen der jüngst ausgebildeten Konsolidierungszonen. Short-Positionen stellen wir unverändert zurück, da uns keine wirklich ausgeprägten Verkaufssignale vorliegen.
(2) in den Kursverläufen der US-Indizes setzt sich die Konsolidierungstendenz der letzten Handelswochen fort. Seit Mitte / Ende November tendieren sowohl die beiden von uns analysierten Standardwerte-Indizes (Dow Jones, S&P 500 Index), als auch die beiden Wachstumswerte-Indizes (beide NASDAQ´s) in klar begrenzten Schiebezonen seitwärts, ohne das sich bisher eine ausgeprägte Dynamik oder Schwungkraft entfalten konnte. Markttechnisch gesehen, wird diese neutrale Tendenz auf Tagesbasis bestätigt, in der Konsequenz besteht kein Handlungsbedarf im Sinne einer strategischen Positionierung. Kurzfristig liegt unser Augenmerk auf den jeweils unteren Bereichsbegrenzungen der gültigen Konsolidierungszonen, um mögliche grundsätzliche Impulswechsel nicht zu verpassen. Solange die Kursverläufe innerhalb der gültigen Konsolidierungszonen verbleiben, halten wir an einer grundsätzlich neutralen Ausrichtung in den US-Märkten fest, wir halten einen abwärts ausgerichteten Richtungswechsel mittelfristig jedoch durchaus für realistisch.
(3) die beiden von uns analysierten asiatischen Aktienmärkte (Nikkei 225 aus Japan und HSI aus Hongkong) zeigen heute Morgen ein eher differenziertes Bild. Grundsätzlich können wir definieren, dass uns der japanische Nikkei 225 ein unverändert freundliches Bild ausweist. Hier liegt uns sowohl strategisch als auch taktisch ein intakter Aufwärtstrend vor, bisher in jeder Hinsicht bestätigt und unverändert mit hoher strategischer Bewegungsdynamik. Der ADX im Wochenchart in seiner Standardeinstellung ist mit 55,35 so hoch wie niemals zuvor in der uns vorliegenden Datenreihe (reicht bis 1996 zurück). Der hongkonger HSI prallte dagegen an der oberen Begrenzung der bereits mehrfach angesprochenen Konsolidierungszone um 15232 / 15272 ab und bewegt sich aktuell mittig innerhalb dieser. In der Konsequenz schätzen wir den HSI als neutralen Trading-Markt ein und halten an dieser Einschätzung fest, solange sich der Markt innerhalb der Konsolidierungszone bewegt.
Als Fazit halten wir fest: innerhalb Europas Aktienmärkte und im japanischen Nikkei 225 sind strategische Long-Positionen unverändert gerechtfertigt, in den US-Märkten, sowie im hongkonger HSI behalten wir eine strategisch neutrale, taktisch trading-orientierte Positionierung für sinnvoll.
(Bund-Future)
Der Bund-Future (März-Kontrakt) beeindruckt unverändert durch seine stabile, wenn auch dynamikarme Aufwärtstendenz. Am gestrigen Abend wurde mit einem Schlusskurs bei 121.73 ein neuer Schlussrekord im laufenden Trend markiert, der aktuell chart- wie markttechnisch intakt ist. Mit der Überwindung der erst kürzlich angepassten Widerstandsebene im Bereich um 121.65, eröffnete sich der FGBL ein weiterführendes Aufwärtspotential in Richtung der 122.32, der nächst höher liegenden Widerstandsmarke im Kursverlauf.
In der praktischen Konsequenz sind wir im Bund-Future unverändert long positioniert. Dies gilt sowohl für die Position im aktiv gemanagten Bund-Future-Zertifikat, als auch für unsere Trading-Long-Position, welche wir mittlerweile im Bereich um 120.89 (letztes Reaktionstief vom 22. Dezember) per Stop-Kurs absichern.
Ausgehend von der aktuellen Marktverfassung des FGBL, sowie mit Blick auf die Kursentwicklung der US-T-Bond-Futures, welche sich ebenfalls charttechnisch deutlich verbessert haben, halten wir auch weiterhin an einer optimistischen Erwartungshaltung fest.
(Öl-Preis)
Von der Öl-Seite her kommen aktuell keine neuen Impulse für die Aktienmärkte. Nach dem vergleichsweise kräftigen Öl-Preis-Anstieg Anfang bis Mitte Dezember und dem dann erfolgten Reaktionsschub auf der Unterseite, treten die Preise für Sweet-Oil und Brent-Crude-Oil auf der Stelle, bzw. pedeln in einer recht engen Handelsspanne. Auffällig ist, dass Sweet-Oil oberhalb der 57 / 56 USD einen vorläufigen Boden gefunden zu haben scheint, im Kursverlauf von Brent-Crude-Oil ist eine "Bodendefinition" möglicherweise noch zu früh.
Sehen wir uns jedoch die Wochencharts an, behalten bisher die strategischen, primären Aufwärtstrends noch immer ihre Gültigkeit, auch wenn die Trendbegrenzungslinie im Sweet-Oil-Wochenchart langsam zur Disposition stehen könnte.
Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Handelstag !!
Uwe Wagner
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Uwe Wagner ist seit 2004 in einer auf Handelssystemen basierten Vermögensverwaltung tätig. Er ist Mitglied im Verband Technischer Analysten Deutschlands, Gründungsmitglied und Vorstand der Deutsche Gesellschaft für Technische Analyse und hält Vorträge über Technische Analyse und Optionspreistheorien.
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-uw-
Gruss Ice
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Börsengewinne sind Schmerzengeld. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld...(A.K.)