Shein-IPO könnte zur Enttäuschung werden

Pascal Grunow Pascal Grunow
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Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet. 

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SHEIN Distributionszentrum
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Shein steht vor dem Börsengang in Hongkong, doch Experten siehen die Bewertung wegen schwächerem Wachstum nur noch bei 22 bis 25 Milliarden US-Dollar.
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Der geplante Börsengang von Shein könnte für Investoren deutlich weniger spektakulär ausfallen als erhofft. Bloomberg Intelligence hält für den Fast-Fashion-Konzern derzeit lediglich eine Bewertung von 22 bis 25 Milliarden US-Dollar für angemessen.

Die Analysten Catherine Lim und Jason Zhu setzen für ihre Berechnung beim erwarteten Gewinn des Jahres 2027 an. Das Jahr dürfte nach ihrer Einschätzung ein realistischeres Bild der Ertragskraft liefern, nachdem höhere Frachtkosten und Zölle die Ergebnisse in diesem Jahr belasten.

Gewinn soll 2027 wieder deutlich steigen

Bloomberg Intelligence erwartet, dass Sheins Gewinn 2027 auf 1,67 Milliarden US-Dollar steigt. Anschließend rechnen die Analysten bis 2029 mit einem jährlichen Gewinnwachstum von etwa 20 Prozent. Auf dieser Basis erscheint eine Bewertung mit dem 13- bis 15-Fachen des erwarteten Gewinns für 2027 angemessen.

Von 100 Milliarden auf 25 Milliarden US-Dollar Bewertung

Der Bewertungsrückgang ist jedoch enorm. In einer Finanzierungsrunde 2023 wurde Shein noch mit 66 Milliarden US-Dollar bewertet. Auf dem Höhepunkt des Fast-Fashion-Booms 2022 waren es sogar etwa 100 Milliarden US-Dollar.

Seitdem haben sich die Rahmenbedingungen deutlich verschlechtert. Das Umsatzwachstum hat nachgelassen, die Profitabilität steht unter Druck und regulatorische sowie handelspolitische Risiken sind gestiegen. Im Juli hatte das Unternehmen selbst eine Verlangsamung bei Umsatzwachstum und Profitabilität offengelegt.

Reuters berichtete zuletzt, dass Shein für den noch im August geplanten Börsengang in Hongkong eine Bewertung zwischen 30 und 40 Milliarden US-Dollar anstrebt.

40 Milliarden US-Dollar? Dafür müsste fast alles perfekt laufen

Eine derart hohe Bewertung würde voraussetzen, dass Investoren sowohl einen reibungslosen Wandel des Geschäftsmodells als auch eine nahezu fehlerfreie regulatorische Umsetzung in Europa einpreisen, warnen die Analysten.

Hinzu kommt Sheins starke Abhängigkeit von China. Obwohl der Konzern inzwischen seinen Hauptsitz in Singapur hat und einen Großteil seiner Erträge im Ausland erwirtschaftet, befindet sich ein wesentlicher Teil der Lieferkette auf dem chinesischen Festland. Dadurch bleibt Shein anfällig für steigende Transportkosten, Zölle und regulatorische Änderungen.



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