Die US-Märkte melden am Mittwoch New Yorker Zeit uneinheitliche Notierungen. Nachdem bereits gestern eine Zahlenflut über die Wall Street hereinbrach, setzt sich dieser Trend auch heute fort. Im Bereich der Wirtschaftsdaten standen heute vor allem die Auftragszahlen langlebiger Wirtschaftsgüter im Fokus.
Auf Unternehmensseite stehen auch zur Wochenmitte die Quartalszahlen im Fokus. Gestern nach Börsenschluss erfreute der Internet-Händler Amazon.com die Anleger. Derzeit kann die Aktie mehr als 12 Prozent zulegen. Der Flugzeugbauer Boeing konnte heute ebenfalls für gute Laune sorgen. Auch hier legt die Aktie zu. Weitere Zahlen wurden u.a. von Colgate-Palmolive, ConocoPhillips, Sprint und Kellogg vorgelegt. Einer der größten Verlierer in der heutigen Handelssitzung ist die Aktie des Haushaltswarenherstellers Tupperware. Nach den schwachen Zahlen gestern nach Börsenschluss bricht die Aktie um derzeit mehr als 17 Prozent ein.
Der Dow Jones notiert im New Yorker Mittagshandel mit einem Plus von 0,12 Prozent bei 10.592,4 Punkten. Der Technologieindex NASDAQ Composite notiert dagegen leichter und verliert 0,10 Prozent auf 2.173,9 Zähler.
Der US-amerikanische Internet-Händler Amazon.com Inc. (ISIN
US0231351067/ WKN
906866) legte am Dienstag nachbörslich die Ergebnisse für das abgelaufene zweite Quartal 2005 vor. Die Erlöse stiegen den Angaben zufolge zwar im Vorjahresvergleich von 1,39 Mrd. Dollar auf 1,75 Mrd. Dollar an. Der Überschuss lag jedoch nur bei 52 Mio. Dollar oder 12 Cents je Aktie, nach einem Gewinn von 76 Mio. Dollar oder 18 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Im Vorfeld lagen die Analystenschätzungen aber nur bei einem Gewinn von 10 Cents je Aktie und einem Umsatz von 1,73 Mrd. Dollar. Für das aktuelle Quartal gehen Analysten bisher von einem EPS von 10 Cents und einem Umsatz von 1,81 Mrd. Dollar aus. Amazon selbst rechnet für das laufende Quartal mit einem Umsatz von 1,76 bis 1,91 Mrd. Dollar. Der Gewinn wird bei 60 bis 90 Mio. Dollar gesehen.
Die Boeing Co. (ISIN
US0970231058/ WKN
850471) gab am Mittwoch die Zahlen für das zweite Quartal 2005 bekannt. Der zweitgrößte Flugzeugbauer der Welt musste dabei einen Gewinnrückgang hinnehmen. Dieser fiel jedoch geringer aus, als von den Analysten erwartet. Der Nettogewinn belief sich 566 Mio. Dollar bzw. 70 Cents je Aktie, nach 607 Mio. Dollar bzw. 75 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Die Analysten hatten im Vorfeld einen Gewinn von 61 Cents je Aktie erwartet. Die Umsatzerlöse konnten im zweiten Quartal um 15 Prozent auf nun 15,03 Mrd. Dollar, gesteigert werden. Die Analysten hatten im Vorfeld Umsätze von 14,49 Mrd. Dollar erwartet. Für das Gesamtjahr 2005 erwartet der Luft- und Raumfahrtkonzern nun einen Gewinn von 2,75 bis 2,85 Dollar je Aktie, nach zuvor 2,40 bis 2,60 Dollar je Aktie. Die Analysten erwarten derzeit ein EPS von durchschnittlich 2,58 Dollar. Die Gesamtjahres-Umsätze werden seitens Boeing bei 58 Mrd. Dollar gesehen. Die Analysten schätzen die Erlöse auf durchschnittlich 57,68 Mrd. Dollar.
Der amerikanische Konsumgüterkonzern Colgate-Palmolive Co. (ISIN
US1941621039/ WKN
850667) verbuchte im zweiten Quartal trotz zweistelliger Zuwachsraten beim Umsatz aufgrund von Restrukturierungsaufwendungen einen Gewinnrückgang. Der auf Zahnpflegeprodukte und Haushaltsreiniger spezialisierte Konzern erwirtschaftete im Berichtszeitraum einen Nettogewinn von 342,9 Mio. Dollar bzw. 62 Cents je Aktie, nach 373,9 Mio. Dollar bzw. 66 Cents je Aktie im Vorjahresquartal. Ohne die Berücksichtigung von Restrukturierungsaufwendungen lag der Gewinn bei 67 Cents je Aktie, was mit der durchschnittlichen Analystenschätzung übereinstimmt. Der Konzernumsatz verbesserte sich von 2,57 Mrd. Dollar auf 2,84 Mrd. Dollar, was oberhalb der Analystenprognose von 2,77 Mrd. Dollar lag. Für das Gesamtjahr erwartet Colgate-Palmolive nach wie vor ein Gewinnwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich, während man für das kommende Fiskaljahr von einem EPS-Wachstum im zweistelligen Prozentbereich ausgeht. Für das laufende Quartal liegen die Markterwartungen bei einem EPS von 67 Cents sowie einem Erlös von 2,85 Mrd. Dollar.
Der US-Ölkonzern ConocoPhillips (ISIN
US20825C1045/ WKN
575302) veröffentlichte am Mittwoch die Zahlen für das zweite Quartal 2005. Aufgrund der Rekordhöhen beim Ölpreis verzeichnete die Nummer drei im US-Ölmarkt einen deutlichen Gewinnanstieg. Der Nettogewinn belief sich im zweiten Quartal auf 3,14 Mrd. Dollar bzw. 2,21 Dollar je Aktie, nach 2,08 Mrd. Dollar bzw. 1,48 Dollar je Aktie. Die Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von 2,01 Dollar erwartet. Für das dritte Quartal erwarten die Analysten einen Gewinn von 1,87 Dollar je Aktie.
Der drittgrößte US-Mobilfunkbetreiber Sprint Corp. (ISIN US8520611000/ WKN 857165) meldete am Mittwoch, dass er seinen Gewinn im zweiten Quartal nach einem starken Wachstum bei den Mobilfunkkunden deutlich gesteigert hat. Der Nettogewinn lag bei 600 Mio. Dollar bzw. 40 Cents pro Aktie, nach 236 Mio. Dollar bzw. 16 Cents pro Aktie im Vorjahr. Vor Einmaleffekten betrug der Gewinn 42 Cents pro Aktie. Der Umsatz legte um 4 Prozent auf 7,11 Mrd. Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 36 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 7,07 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal prognostizieren sie ein EPS-Ergebnis von 37 Cents bei Erlösen von 7,16 Mrd. Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem Umsatzwachstum von 3 bis 4 Prozent sowie Investitionen in Höhe von 4,0 bis 4,2 Mrd. Dollar.
Die Kellogg Co. (ISIN
US4878361082/ WKN
853265) veröffentlichte am Mittwoch die Zahlen für das zweite Quartal 2005. Der größte Hersteller von Frühstückscerealien in den USA konnte den Gewinn erwartungsgemäß steigern und erhöhte in der Folge seine Prognosen. Der Nettogewinn belief sich im zweiten Quartal auf 259,0 Mio. Dollar bzw. 62 Cents je Aktie und traf damit die Analystenerwartungen. Im Vorjahr hatte der Gewinn 237,4 Mio. Dollar bzw. 57 Cents je Aktie betragen. Die Umsatzerlöse konnten im zweiten Quartal von 2,39 Mrd. Dollar auf nun 2,59 Mrd. Dollar gesteigert werden. Die Analysten hatten im Vorfeld Umsätze von 2,50 Mrd. Dollar erwartet. Für das dritte Quartal erwarten die Analysten einen Gewinn von 64 Cents je Aktie bei Umsätzen von 2,55 Mrd. Dollar. Für das Gesamtjahr erhöhte Kellogg seine EPS-Prognose auf 2,30 bis 2,33 Dollar. Die Analysten erwarten einen Gewinn von 2,37 Dollar je Aktie.
Die Aktie des amerikanischen Haushaltswarenherstellers Tupperware Corp. (ISIN
US8998961044/ WKN
901014) müssen am Mittwoch deutliche Kursabschläge hinnehmen. Hintergrund der Kursabschläge ist der schwache Ausblick auf das dritte Quartal den der auf den Verkauf von Plastikbehältern zur Aufbewahrung von Lebensmitteln spezialisierte Konzern am Dienstag nach Börsenschluss veröffentlicht hatte. Demnach geht Tupperware für das laufende Quartal lediglich von einem um Sondereffekte bereinigten Gewinn von 1 bis 3 Cents je Aktie aus. Analysten hatten hingegen mit 10 Cents je Aktie einen deutlich höheren Gewinn erwartet. Für das Gesamtjahr revidierte Tupperware die Prognose von ursprünglich 1,51 bis 1,61 Dollar je Aktie auf 1,42 bis 1,52 Dollar je Anteilsschein nach unten. Die Markterwartungen für das Gesamtjahr liegen bei einem Gewinn von 1,55 Dollar je Aktie, sowie einem Erlös von 1,26 Mrd. Dollar. Der schwache Ausblick wurde dabei von Seiten des Konzerns mit der anhaltenden Erholung des Dollar gegenüber der europäischen Leitwährung begründet, was sich negativ auf die Gewinnentwicklung des Konzerns aufgrund fehlender positiver Wechselkurseffekte im Europa-Geschäft niederschlagen wird.
Gruß Moya 