DAX am Mittag: Abwarten vor Bernanke-Rede, Automobiltitel unter Druck Angesichts der am Nachmittag auf der Agenda stehenden US-Konjunkturdaten sowie im Vorfeld der Rede des neuen US-Notenbankchefs Ben Bernanke vor dem Repräsentantenhaus verharrt der DAX nahezu regungslos auf seinem Vortagesniveau. Aktuell tendiert der deutsche Leitindex 0,03 Prozent fester bei 5.765,10 Punkte. Der MDAX schiebt sich zugleich um 0,07 Prozent auf 8.118,01 Zähler nach vorne.
Mit einem Kursplus von 1,6 Prozent klettern SAP-Aktien an die DAX-Spitze. Wie die Tochter SAP (Schweiz) heute bekannt gab, konnte der Umsatz im abgelaufenen Jahr um 17 Prozent auf knapp 518 Mio. Schweizer Franken verbessert werden. Im Fokus der Anleger stehen des Weiteren Papiere der Commerzbank, die nach der Vorlage detaillierter Geschäftszahlen 1,2 Prozent vorrücken. Zudem greifen die Anleger bei der Münchener Rück zu, die 1,1 Prozent fester tendieren. Wie der Rückversicherer mitteilte, konnte man bei der Erneuerungsrunde bestehender Verträge deutliche Preiserhöhungen durchsetzen.
Dagegen prägen Gewinnmitnahmen das Geschehen im Automobilsektor. Hier stehen insbesondere Anteilsscheine von Volkswagen und BMW Druck, die 2 bzw. 1,5 Prozent abgeben. DaimlerChrysler und Continental verlieren zudem 0,8 bzw. 1,3 Prozent. In der zweiten Reihe preschen indes HOCHTIEF-Aktien um 1,8 Prozent nach oben. Zuvor meldete der Baukonzern, dass er im abgelaufenen Jahr bei einem deutlich gesteigerten Umsatz das bislang prognostizierte Ergebnis vor Steuern (EBT) übertreffen wird. An die MDAX-Spitze schaffen es aber Krones, die knapp 5 Prozent gewinnen. Dagegen verlieren Papiere von MLP nach der Bekanntgabe von Ergebnissen 1,5 Prozent.
Die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) legte heute detaillierte vorläufige Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr vor. Dabei konnte das Kreditinstitut insbesondere aufgrund der starken Entwicklung in den Bereichen Mittelstandsgeschäft, Corporates & Markets sowie Im Hypothekengeschäft beim Jahresergebnis deutlich zulegen. Am Dienstag hatte die Commerzbank bereits erste Rahmendaten bezüglich des Konzernergebnisses für 2005 bekannt gegeben. Auf Basis nicht testierter Ergebnisse verbuchte die Commerzbank im Gesamtjahr 2005 einen Konzernüberschuss von 1,165 Mrd. Euro, nach 362 Mio. Euro im Vorjahr. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern verbesserte sich auf 12,4 Prozent. Bereinigt um Erträge aus Beteiligungsverkäufen lag die Eigenkapitalrendite nach Steuern bei 9,6 Prozent, womit die konzerneigene Vorgabe von 8 Prozent deutlich übertroffen werden konnte. In diesem Zusammenhang will die Commerzbank die Dividende für das abgelaufene Fiskaljahr auf 0,50 Euro je Aktie anheben. Für das vierte Quartal des abgelaufenen Fiskaljahres wurden ein operativer Gewinn in Höhe von 466 Mio. Euro sowie ein Konzernüberschuss von 333 Mio. Euro ausgewiesen, womit die Ergebnisse deutlich oberhalb der Vergleichswerte des Vorjahres sowie des dritten Quartals 2005 lagen. Dabei wurde ein Restrukturierungsaufwand von 37 Mio. Euro in Zusammenhang mit Optimierung der Prozesse in der Kreditbearbeitung sowie bei Niederlassungen im Ausland verbucht. Wesentlichen Anteil an der deutlichen Ergebnisverbesserung im Gesamtjahr hatten die Gesamterträge, welche im Vorjahresvergleich um rund 16 Prozent gesteigert werden konnte. Der Zinsüberschuss konnte trotz schwacher Kreditnachfrage um 5,3 Prozent zulegen, während die Risikovorsorge für faule Kredite auf 566 Mio. Euro gesenkt werden konnte. Das Ergebnis aus Beteiligungs- und Wertpapierbestand kletterte aufgrund der Veräußerung von Beteiligungen an der MAN, Unibanco, Heidelberger Druck und Banca Intesa auf 647 Mio. Euro. Als Saldo aller Erträge und Aufwendungen verbleibt für 2005 ein operatives Ergebnis von 1,717 Mrd. Euro, was einem Anstieg von knapp 70 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Der Konzernüberschuss nach Abzug des Restrukturierungsaufwands, der Steuern und der konzernfremden Gesellschaftern zustehenden Gewinne wird zu 328 Mio. Euro für die Ausschüttung an die Aktionäre und zu 837 Mio. Euro zur Einstellung in die Gewinnrücklagen verwendet, teilte das Kreditinstitut weiter mit. Nach Angaben des "Handelsblatt" stellt Konzernchef Klaus-Peter Müller für das laufende Fiskaljahr 2006 eine Eigenkapitalrendite nach Steuern in Höhe von mehr als 10 Prozent in Aussicht. Gleichzeitig bekräftigte die Commerzbank laut der Wirtschaftszeitung im Rahmen einer Analystenpräsentation, dass man im Rahmen der Konsolidierung des deutschen Bankenmarktes eine aktive Rolle spielen will.
Wie die "New York Times" heute berichtet, untersuchen Staatsanwälte in New York zurzeit die Rolle der
Deutsche Bank AG (ISIN
DE0005140008/ WKN
514000) bei fragwürdigen Steuerschlupflöchern. Der Zeitung zufolge gingen der Untersuchung Nachforschungen des Büros der Staatsanwaltschaft in Manhattan zu vermeintlich künstlichen Steuerschlupflöchern voraus, die von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG geschaffen wurden. Mit Hilfe dieser Steueroasen konnten vermögende Investoren Milliarden Dollar an Steuern hinterziehen, hieß es. Am gestrigen Dienstag hat die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG (HypoVereinsbank) (ISIN
DE0008022005/ WKN
802200) im Zusammenhang mit der Nutzung solcher Schlupflöcher von KPMG ein Fehlverhalten eingeräumt und einer Strafzahlung von 29,6 Mio. Dollar zugestimmt.
Die Münchener Rückversicherungs-AG (ISIN
DE0008430026/ WKN
843002) konnte bei der letzten Erneuerungsrunde in der Schaden-/Unfallrückversicherung deutliche Prämienerhöhungen durchsetzen. Wie der im DAX30 notierte Rückversicherer heute bekannt gab, wurden mit Wirkung zum 1. Januar 2006 66 Prozent des Vertragsgeschäfts (d.h. ohne fakultative Rückversicherung) in der Schaden-/Unfallrückversicherung erneuert, was einem Prämienvolumen von insgesamt 8,9 Mrd. Euro entspricht. Dabei wird sich das Prämienvolumen unter Berücksichtigung der Preissteigerungen um rund 5 Prozent erhöhen. Auf der Basis einer Risiko-adäquaten Zeichnungspolitik konnte ein Neugeschäft in Höhe von rund 7 Prozent akquiriert werden. Etwa 6 Prozent wurden nicht erneuert, da Preise und/oder Bedingungen nicht den Anforderungen der Münchener Rück entsprachen, teilte der Konzern weiter mit. Im Durchschnitt wurden für das erneuerte Geschäft Ratenerhöhungen von 3 Prozent erzielt, wobei die Preis- und Bedingungstrends wie üblich nach Region und Branche variieren. Die Erneuerungsrunde war Konzernangaben zufolge von den Hurrikanen in den USA, in der Karibik und in Mexiko in Sommer und Herbst 2005 geprägt, wobei die Bedrohung durch Naturkatastrophen sowie die hohe Exponierung von versicherten Werten zu einer Neubewertung der Risiken geführt haben. "Insgesamt sind wir mit der Erneuerung sehr zufrieden. Unsere Kunden verstehen: Wer erstklassigen Rückversicherungsschutz kaufen oder verkaufen will, hat keine Alternative zu Risiko-adäquaten Preisen und Bedingungen", kommentierte das Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek die Ergebnisse der Erneuerungsrunde. Für die anstehenden Erneuerungstermine 1. April (Japan und Korea) sowie 1. Juli (Teile des US-Markts, Australiens und der lateinamerikanischen Märkte) erwartet die Münchener Rück ein ähnlich stabiles Umfeld.
Die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (ISIN
DE0005785802/ WKN
578580), der weltweit führende Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Dialysepatienten, teilte heute mit, dass ihre hundertprozentige nordamerikanische Tochter Fresenius Medical Care Holdings Inc. und die Renal Care Group Inc. (RCG) mit der National Renal Institutes Inc., einer vollständigen Tochter der DSI Holding Company Inc. (DSI), den Verkauf von etwa 100 Dialysekliniken vereinbart haben. Mit dem Verkauf vollzieht Fresenius Medical Care einen wichtigen Schritt, damit die US-amerikanische Kartellbehörde (Federal Trade Commission - FTC) die Überprüfung der RCG-Übernahme erfolgreich abschließen kann. Der Verkaufspreis für die betreffenden Dialysekliniken beträgt rund 450 Mio. Dollar in bar, vorbehaltlich Anpassungen des Umlaufvermögens nach der Übernahme und weiteren Routineangelegenheiten. Die Veräußerung der betreffenden Dialysekliniken ist unmittelbar im Anschluss an die vollständige Übernahme der Renal Care Group durch Fresenius Medical Care vorgesehen. Fresenius Medical Care geht davon aus, den Zusammenschluss mit der Renal Care Group, welcher der kartellrechtlichen Freigabe durch die FTC unterliegt, bis spätestens zum 31. März 2006 abzuschließen.
Der Baukonzern HOCHTIEF AG (ISIN
DE0006070006/ WKN
607000) meldete heute, dass er im Konzernabschluss 2005 bei deutlich gesteigertem Umsatz das bislang prognostizierte Ergebnis vor Steuern (EBT) übertreffen wird. Im Vergleich zum Vorjahr wird das EBT demnach um mehr als zwei Drittel steigen. Bislang hatte der Konzern einen Zuwachs um etwa ein Viertel prognostiziert. Der EBT-Anstieg hängt vor allem mit einem höheren Ergebnisbeitrag des Unternehmensbereichs Construction Services Asia Pacific zusammen. Auch der Bereich Construction Services Europe hat sein Vorjahresergebnis deutlich übertroffen. Zudem konnten die im ersten Quartal 2005 aus dem Gewinn der Airport-Investitionspartnerschaft gebildeten Reserven aufgelöst werden. Darüber hinaus wurde beschlossen, vorsorglich und in größerem Umfang als bisher geplant, Abwertungen auf in Vorjahren aktivierte Steuerminderungsansprüche vorzunehmen. Insofern wird die bisherige Prognose zum Konzerngewinn (Steigerung um mehr als die Hälfte) beibehalten.
Der Finanzdienstleister MLP AG (ISIN
DE0006569908/ WKN
656990) konnte im abgelaufenen Fiskaljahr aufgrund der starken Nachfrage nach Produkten der privaten Altersvorsorge sowie Einmalerlösen aus dem Verkauf von Konzerntöchtern beim Gewinn deutlich zulegen. Wie der im MDAX notierte Konzern heute bekannt gab, lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei 69,7 Mio. Euro, nach 88,3 Mio. Euro im Vorjahr. Hier ist das Ergebnis der veräußerten Tochtergesellschaften MLP Lebensversicherung AG und MLP Versicherung AG nicht enthalten. Beim Konzernüberschuss der fortgeführten Geschäftsbereiche verbuchte MLP einen Rückgang von 43,0 Mio. Euro auf 40,4 Mio. Euro. Aufgrund des hohen Veräußerungsgewinns verbesserte sich der Konzernüberschuss von 50,3 Mio. Euro auf 199,7 Mio. Euro. Ohne Berücksichtigung des Verkaufs der beiden Versicherungstöchter verbesserte sich der Konzernüberschuss um 48 Prozent auf 74,3 Mio. Euro (50,3 Mio. Euro). Die Gesamterträge gingen wie erwartet um 9 Prozent auf 566,2 Mio. Euro (622,8 Mio. Euro) zurück. Für das laufende Fiskaljahr erwartet MLP angesichts der weiterhin starken Nachfrage nach Produkten der Alters- und Gesundheitsvorsorge in den Bereichen des fortgeführten Geschäfts einen Anstieg des Gewinns vor Steuern auf 120 Mio. Euro, was im Vorjahresvergleich einem Anstieg von 75 Prozent entspricht. Die Erträge im Segment Beratung und Vertrieb sollen um rund 27 Prozent auf 610 Mio. Euro steigen.
Gruß Moya 