WOCHENAUSBLICK: 5.000 Punkte bleiben entscheidende Hürde - Ölpreis belastet
FRANKFURT (dpa-AFX) - Das befürchtete Sommerloch ist am deutschen Aktienmarkt bislang ausgeblieben. Die Partylaune könnte aber in der kommenden Woche einen Dämpfer erhalten, wie Marktbeobachter befürchten: "Wir glauben, dass sich der Aktienmarkt angesichts der gestiegenen Unsicherheiten eine Pause gönnen könnte", hieß es bei der Bankgesellschaft Berlin. Der DAX war ohne größere Unterbrechungen bei hohen Umsätzen voran marschiert und stoppte am Mittwoch erst kurz vor der 5.000 Punkte-Marke - bevor ab Donnerstag erste Gewinnmitnahmen einsetzten.
DER WEG AUFWÄRTS WIRD STEINIGER
"Die Börsianer werden es sich aber nicht nehmen lassen, die 5.000 auch schwarz auf weiß an der Kurstafel zu lesen", hieß es in einer Markteinschätzung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) optimistisch. Es wäre das erste Mal seit Mitte 2002. Der Weg dahin wird aber steiniger und die Marke von 5.000 Zählern damit mehr und mehr zu einer psychologischen Hürde. Daran könnte der DAX sich die Zähne ausbeißen, denn Korrekturen sind nach Ansicht der Charttechniker von der Bank HSBC angesichts des hastigen Anstiegs in den letzten Wochen "jederzeit möglich".
Mit dem Ende der insgesamt unerwartet guten Quartalsberichtssaison fällt der wichtigste Impulsgeber für Kurssteigerungen weg. Sämtliche der 30 DAX-Unternehmen haben inzwischen ihre Bilanzen offen gelegt. Die Ergebnisse waren ganz überwiegend blendend - die Sparprogramme der letzten Quartale zahlten sich für die meisten Unternehmen aus. Schlechte Überraschungen blieben die Ausnahme.
Zusätzlicher Kurstreiber waren die anhaltenden Übernahmespekulationen im Finanzsektor. Zuletzt sprang der Kurs der Commerzbank in die Höhe, nachdem der französischen BNP Paribas ein Interesse an den Frankfurtern nachgesagt wurde. Auch hier könnte nun zunehmend Ruhe einkehren.
EUROKURS UND ÖLPREIS STEIGEN
Damit rücken die Belastungsfaktoren wieder in das Blickfeld der Anleger. Dazu zählt neben den Rohstoffpreisen der wieder kräftig steigende Eurokurs: Die monatelange Unterstützung durch den festen US-Dollar scheint zumindest vorübergehend der Vergangenheit anzugehören, folgerten die LBBW-Experten. "Ungünstig dabei ist, dass sich die Risiken gerade in einer Zeit aufbauen, in der wichtige fundamentale Impulsgeber der Sommerrally nachlassen", hieß es bei der Bankgesellschaft Berlin.
In der kommenden Woche legt noch das MDAX-Unternehmen AWD Holding AG am Donnerstag Zahlen vor, in den USA stehen die Berichte von Hewlett-Packard und Home Depot Inc. am Dienstag im Mittelpunkt./mnr/so/hi
---Von Martin Reinert, dpa-AFX---
Quelle: dpa-AFX