Kam es am Donnerstag an der deutschen Börsen nach den deutlichen Kursgewinnen an den Tagen zuvor zu einer Konsolidierung, so dürfte sie am Freitag leicht freundlich in den Tag starten. Immerhin kam es an der Wallstreet in der letzten Handelsstunde noch zu einer kleinen Rally.

Rentenmarkt mit leichtem Rückenwind
Die Rentenmärkte zeigen sich wieder etwas gestärkt. Gerade in Amerika haben sie am Donnerstag kräftig angezogen, nachdem die Einzelhandelszahlen enttäuschend ausgefallen waren. Das scheint wohl bei einigen Marktakteuren wieder einmal zur Vermutung zu führen. daß die amerikanische Zentralbank den Leitzins nicht mehr allzuweit anheben dürfte. Davon scheinen sich auch die Anleger in Europa etwas inspirieren zu lassen, auch wenn hier die Inflationserwartungen offensichtlich zunehmen.
Euro zeigt sich im frühen Handel wenig verändert
Der Euro tendiert am Freitag im frühen Handel zum Dollar kaum verändert. Mit Kursen um 1,2458 Dollar liegt er etwas unter seinem Zweieinhalb-Monatshoch, das er am Donnerstag erreicht hatte. Zum Yen konnte der Dollar zwar nach etwas schwächer als erwarteten Zahlen zum japanischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) leicht auf 109,85 Yen zulegen. Doch hielten sich die Veränderungen in Grenzen. Die Anleger konzentrierten sich eher auf die optimistischen Prognosen für die japanische Wirtschaft, sagten Analysten. „Die BIP-Zahlen waren eigentlich völlig solide. Die Anleger sollten wieder japanische Aktien und den Yen kaufen, nachdem sie das erkannt haben”, sagte Toru Umemoto von Barclays Capital.
Börse in Tokio zunächst knapp behauptet
Knapp behauptet tendieren die Aktienkurse am Freitag im späten Tokioter Handel. Die Anleger nähmen vor dem Wochenende Gewinne mit, erklären Händler. Am Donnerstag hatte der Nikkei-225-Index auf dem höchsten Stand seit vier Jahren geschlossen. Am Berichtstag verliert er bis 6.11 MESZ 0,2 Prozent oder 25 Punkte auf 12.238. Der Topix-Index sinkt um 0,1 Prozent oder 1 Punkt auf 1.243. Beobachter glauben, daß das Verlustpotential des Marktes gering ist. Die Aktien von Banken und anderen Unternehmen, die von der Binnenkonjunktur abhängen, zeigten sich nach wie vor stark und verhinderten ein deutlicheres Abrutschen.
Aktien in Hongkong mittags unverändert
Unverändert zeigen sich die Aktienkurse am Freitagmittag (Ortszeit) in Hongkong. Zum Ende der ersten Sitzungshälfte notiert der Hang-Seng-Index wie schon zum Handelsschluß am Donnerstag bei 15.445 Punkten. Nachdem der Index in den vergangenen beiden Sitzungen rund 400 Punkte zugelegt habe, würden nun Gewinne mitgenommen, sagen Händler. Fortgesetzte Kauforders trügen jedoch dazu bei, den Verkaufsdruck zu mildern. Die Marktteilnehmer glauben, daß es bis zur Vorlage der Zahlen von Cheung Kong und Hutchison am 23. August nur Korrekturen, keinesfalls aber einen Ausverkauf geben wird. Unter Druck stehen besonders Li & Fung. Die Aktien geben um 4,4 Prozent auf 16,45 Hongkong-Dollar nach, nachdem das Unternehmen als erstes unter den Blue Chips ein enttäuschendes Ergebnis ausgewiesen hat.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluß
Nachbörslich tendierten amerikanische Aktien am Donnerstag etwas leichter. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator schloß 0,04 Prozent leichter als am Vortag bei 1.566,03 Punkten.
Mit einem kräftigen Abschlag im nachbörslichen Handel am Donnerstag haben sich die Titel von Dell gezeigt. Das Unternehmen hatte für das dritte Quartal ein Ergebnis angekündigt, das leicht unter den Erwartungen von Wall Street lag. Dell geht nun von einem Gewinn je Aktie zwischen 0,39 und 0,41 Dollar aus. Die Analysten erwarteten bislang einen Gewinn je Aktie von 0,41 Dollar. Im zweiten Quartal betrug der Gewinn je Aktie 0,41 Dollar. Das Pro-Forma-Ergebnis vor einer Steuergutschrift betrug 0,38 Dollar und entsprach damit den Erwartungen von Wall Street. Der Umsatz lag mit 13,4 Milliarden Dollar knapp unter der Konsensschätzung von 13,7 Milliarden Dollar. Die Titel von Dell gaben um 7, 7 Prozent auf 36,55 Dollar nach.
Wall Street schließ nach Schlußrally fester
Trotz des erneut deutlich gestiegenen Ölpreises haben die Aktienkurse an Wall Street am Donnerstag auf Tageshoch geschlossen. Der Handel verlief recht volatil und wurde über weite Strecken vom Ölpreis belastet. Doch in der letzten Handelsstunde stiegen die Titel deutlich an. Beobachter machten technische Gründe für die Aufschläge verantwortlich.
Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) stieg um 0,9 Prozent auf 10.686 Punkte. Der S&P-500 legte um 0,7 Prozent auf 1.238 zu. Um 0,8 Prozent oder 17 Zähler auf 2.175 erhöht sich der Nasdaq-Composite.
Wenig Impulse kamen von Konjunkturseite. Die vorbörslich veröffentlichten Einzelhandelsumsätze für Juli lagen mit einem Anstieg von 1,6 Prozent unter den Prognosen. Volkswirte hatten im Schnitt eine Zunahme von 2,0 Prozent zum Vormonat erwartet. Die Zahlen seien zwar etwas unter den Schätzungen geblieben, doch seien sie insgesamt noch positiv, sagt ein Marktteilnehmer. Sie zeigten das Bild einer weiter robusten amerikanischen Wirtschaft. Die Konsenserwartungen seien sehr hoch gewesen. Die Zahlen stellten in keiner Weise die Politik der Fed in Frage, heißt es. Etwas besser ausgefallen als erwartet seien hingegen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die um 6.000 zurückgegangen sind. Volkswirte hatten hier einen Anstieg um 3.000 geschätzt.
Kräftige Kursgewinne im DJIA verbuchten Alcoa, nachdem die Investmentbank UBS ihre Anlageempfehlung auf ”Buy” von ”Neutral” angehoben hat. Deutlich im Minus notieren hingegen Intel. Goldman Sachs hat die Einstufung für den Titel auf ”In Line” von zuvor ”Outperform” gesenkt. Alcoa stiegen um 3,1 Prozent auf 29,77 Dollar, während Intel um 1,3 Prozent auf 26,55 Dollar zurückfallen. AIG notieren nach einer Rückstufung durch die Analysten der Citigroup mit einem Minus von 0,2 Prozent auf 62,82 Dollar. Yahoo! standen ebenfalls im Fokus. Das Unternehmen hat für rund eine Milliarde Dollar 40 Prozent an alibaba.com, dem Betreiber einer chinesischen E-Commerce- Plattform, erworben. Yahoo verteuerten sich um 2,2 Prozent auf 34,94 Dollar.
Amerikanische Anleihen schließen fester
Fester haben die amerikanischen Staatsanleihen am Donnerstag im späten Verlauf tendiert. Die Papiere profitierten von den geringer als erwartet gestiegenen Einzelhandelsumsätzen in den Vereinigten Staaten. Diese sind im Juli im Vergleich zum Vormonat um 1,8 Prozent auf saisonbereinigt 357,01 Milliarden Dollar gestiegen. Volkswirte hatten im Konsens mit einem Anstieg um 2, 0 Prozent gerechnet. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 4,125 Prozent stiegen 17/32 auf 98-14/32 und rentierten mit 4,322 Prozent, nach 4,392 Prozent am Mittwoche. Die mit 5,375 Prozent verzinste 30-jährige Treasury legte sogar um 1 1/32 zu auf 112-30/32. Hier ergab sich eine Rendite von 4,515 Prozent, nach4,578 Prozent am Mittwoch.
Die Einzelhandelsumsätze ohne Kfz erhöhten sich nach Angaben des amerikanischen Handelsministeriums um 0,3 Prozent. Hier war ein Zuwachs um 0,6 Prozent erwartet worden. Für Juni gab das Ministerium einen Anstieg von bestätigt 1,7 Prozent für die Gesamtrate an.
Bei der Auktion zehnjähriger amerikanischer Notes (Kupon: 4-1/4 Prozent) durch das amerikanische Schatzamt im Volumen von 13,00 Milliarden Dollar hat sich unterdessen eine High-Rate von 4,350 Prozent ergeben nach 3, 990 Prozent bei der vorangegangenen Auktion vom 9. Juni im Volumen von 8,00 Milliarden Dollar. Die im Juni auktionierte zehnjährige Anleihe hatte einen Zinskupon von 4-1/8 Prozent. Wie das Schatzamt mitteilte, gingen Gebote über 33,69 (20,01) Milliarden Dollar ein. Auf Nichtwettbewerbsbasis wurden 66,42 (15,44) Millionen Dollar akzeptiert. Die Notes datieren auf den 15. August 2005 und werden am 15. August 2015 fällig.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.