ROUNDUP/'Billiger als Kohle': Google steigt in Markt mit Öko-Energie ein
MOUNTAIN VIEW (dpa-AFX) Der Internet-Suchmaschinenbetreiber Google
hat eine "strategische Initiative" gestartet, um Strom aus
erneuerbaren Energiequellen billiger als aus Kohle produzieren zu können. Dabei
werde man sich auf Sonnenwärmekraftwerke, Windkraft, Erdwärme und andere
Technologien konzentrieren, die einen Durchbruch in der Energiefrage
ermöglichten, sagte Google-Mitbegründer Larry Page am Dienstag in Mountain View.
Google gehört als Betreiber zahlreicher gigantischer Rechenzentren zu den
großen Energieverbrauchern in den USA, behandelt aber die Information über den
eigenen Energiebedarf als Betriebsgeheimnis. Im Jahr 2008 werde sein Unternehmen
einen zweistelligen Millionenbetrag in US-Dollar in die Forschung und
Entwicklung erneuerbarer Energie und die damit verbundenen Investitionen
stecken, kündigte Page an. "Wir würden gerne viel mehr ausgeben, aber wir finden
nicht genügend brillante Ingenieure."
AUCH ÖKONOMISCHE CHANCEN IM BLICK
Sergey Brin, der andere Google-Mitbegründer, verwies in einer
Telefonkonferenz darauf, dass der drohende Klimawandel durch den Verbrauch
"schmutziger Energie" wie Kohle eine wichtige, aber nicht die einzige Motivation
für Google sei, sich zu engagieren. "In vielen Ländern fehlt Energie, die
bezahlbar, sauber und weit verfügbar ist. Damit wird das wirtschaftliche
Wachstum dort gebremst." Daher habe Google neben der ökologischen Bedrohung auch
die ökonomischen Chancen im Blick.
Page betonte, Google habe sich beim Bau der eigenen Rechenzentren die
Expertise angeeignet, große und energie-intensive Einrichtungen zu entwerfen und
zu errichten. "Das Ziel, ein Gigawatt an erneuerbarer Energie unter den Kosten
von Kohle zu produzieren, kann in Jahren, nicht erst in Jahrzehnten erreicht
werden." Mit einem Gigawatt könne man eine Stadt wie San Francisco mit Energie
versorgen. Google werde quasi als erster Kunde die neuen Technologien für den
Betrieb der eigenen Rechenzentren verwenden und die Technologie an andere
Stromproduzenten lizenzieren./cd/DP/he