das hier sehr sorgfältig zu lesen.
Wie der Profit-Faktor und das R-Vielfache ein gutes System noch besser machen
Mar 28th, 2008 | By pierre | Category: Leitartikel
Obwohl sich viele Diskussionen um den Entry drehen, so ist der Entry doch nur eine Teilkomponente eines erfolgreichen Handelssystems - bzw. -ansatzes. Die Debatten um den Entry sind generell stark polarisierend. Während die einen ihr gesamtes Hauptaugenmerk auf den Entry richten, so sagen die anderen, dass der Entry vollkommen zu vernachlässigen ist. Worauf es wirklich ankommt, so sagen die Zufallsfanatiker, das ist das Money Management. Selbst mit einem Zufallsentry könne man Geld verdienen. Doch wahre Spitzenleistungen erzielt man erst, wenn das Money Management auf das System abgestimmt ist.
Wie so oft im Leben haben auch hier beide Parteien gleichermaßen Recht und Unrecht. Die Entry-Zufallsfanatiker haben insofern Recht, dass man mit gutem Money Management zumindest überlebt, und im Glücksfall sogar mit Zufallseinstiegen Geld verdienen kann.
Wer die Kunst erlernt hat Gewinne laufen zu lassen und Verluste strikt zu begrenzen, der kann mit Zufallseinstiegen in starken Trendphasen durchaus ein erfolgreicher Trendtrader werden. Es ist eben der Verkaufszeitpunkt der einen Gewinntrade von einem Verlusttrade unterscheidet.
Andererseits sind nur dann wirklich hervorragende Renditen möglich, wenn sowohl das System einen positiven Erwartungswert hat, der Entry und der Exit harmonieren, und obendrein das Money Management auch an die Art des Systems angepasst ist. Im Idealfall wird das Risiko dann auch noch in Gewinnphasen erhöht und in Verlustphasen reduziert.
Das Prinzip des „Mehr-Einsetzen-Wenn-Man-Gewinnt“ ist auch als Martingale-Strategie bekannt, und gilt als die einzige Formel mit der man einen statistischen, positiven Erwartungswert maximal ausnutzen kann.
Der Grat des erfolgreichen Money Managements verläuft nur Millimeter neben dem Glücksspiel und nur Zentimenter neben dem finanziellen Harakiri.
(Wenn du in die Sektion „Software / Tools“ siehst, dann findest du ganz unten eine #333; border-bottom: 1px dashed; text-decoration: none" href="http://shots.snap.com/explore/92224/?key=219a1615681a9f786ea194e7b4a8f436&svc=Snap_Shot_Custom%257CPortfolio_Magazine%257CPortfolio.com_Articles_Feb_28_2008_Q-T&tag=The-Kid-Pays-for-the-Picture%20May-07&src=www.daytrading.de&cp=&tol=engage" rel="nofollow" class="showvisited">Monte Carlo SimulationThe-Kid-Pays-for-the-Picture May-07
. Lass diese mal mit ein paar Beispielsrisiko-Trades durchlaufen, und du wirst sehen worauf ich hinaus will. Oft bedeutet ein höheres Risiko nicht automatisch mehr Rendite, sondern automatisch mehr Drawdown.)
Der negative Zinseszins
Der Grund hierfür ist der negative Zinseszins. Wer 20% verliert, der muss 25% verdienen um wieder auf Null zu kommen. Wenn ich mein Einzelpositionsrisiko jetzt auf 10% hochschraube, so kann ich per Trade 10% von meinem Kapital verlieren. Tritt jetzt eine Serie von 2 Verlusttrades hintereinander auf (und die ist sehr wahrscheinlich, ja sogar sicher, selbst wenn dein Handelssystem eine Trefferquote von 75% hat). Wenn ich jetzt 2 Verlusttrades hintereinander habe, dann muss ich 25% verdienen um wieder auf Null zu kommen. Damit hätte man sich einen mathematischen Nachteil von 5% erarbeitet, den man jetzt erst einmal wieder wettmachen muss. Wenn die Verlustserie länger wird, so bedeutet das auch, dass der Drawdown sich auf 30, 40 oder gar 50% ausweiten könnte. Und das bei nur 5 Verlusttrades in Folge.
Wer 50% verliert, der muss 100% verdienen um auf Null zu kommen. Und wer ein Einzelpositionsrisiko von 10% fährt, was viel zu viel ist, der riskiert mit 5 oder 6 Verlusttrades in Folge mathematisch gesehen umzukommen.
Natürlich gilt das auch umgekehrt. Also wenn ich heute 100% verdiene, und glaube, dass ich ein Achsotoller Trader bin, weil ich eine Gewinnserie von 7 Gewinntrades hintereinander mit 10% Einzelpositionsrisiko mache, dann nochmal mein Risiko auf 25% erhöhe, dann reichen nur 2 Verlusttrades um meine Gewinne wieder zu vernichten. Ein dritter Verlusttrade würde bedeuten, dass das Kapital jetzt auch einen Initial-Drawdown hat. Hmm, dabei sind 7 Trades von 10 aufgegangen (Trefferquote von 70% - man hat viel verdient, und dann trotzdem verloren.)
Das Problem der Overconfidence
Der obige Absatz beschreibt sehr schön, der meisten Trading-Anfänger. Mit viel zu großem Einzelpositionsrisiko eröffnen sie ein paar Trades, haben im Trend Anfängerglück, werden Overconfident und verlieren alles. Das Anfängerglück hat sich als Strafe erwiesen, und selbst mit einer Trefferquote von 70% sind sie dem Untergang geweiht. Und da die meisten Anfänger in einem Bullenmarkt beginnt, dreht der Markt meist auch genau dann, wenn sie genug Selbstvertrauen gefasst haben, um jetzt mal „richtig“ zu riskieren. Man will ja auch „richtig“ verdienen.
Mit Trading hat das nicht mehr viel zu tun.
Das Gambling-Konto
Man kann sich vielleicht ab und an ein Gambling-Konto einrichten, mit dem man versucht exorbitante Renditen zu erzielen, aber im Regelfall ist man als Trader am besten beraten, wenn man nicht mehr als 2% seines Kapitals pro Trade riskiert. Das sollte im Regelfall der Maximalwert sein.
Aber dennoch kann es sich ab und an recht lange hinziehen, bis man dann mit dem bisschen Renditepotential aus einem kleinen Konto vielleicht ein großes macht.
Es ist zwar auch der Entry und die Strategie wichtig, aber mit einem einfachen Trick kann man seine Rendite maximieren.
Hierzu setzt man einfach seinen Profit-Faktor mit dem R-Vielfachen gleich. Wenn ich derzeit einen Profit-Faktor von 1,5 habe, so riskiere ich pro Trade 1,5%. Wenn ich einen Profit-Faktor von 2 habe, so riskiere ich 2% pro Trade. Wenn der Profit-Faktor bei 5 liegt, so riskiere ich auch 5%, bei 0,5 auch nur 0,5% pro Trade.
Was genau ist dieser Profit-Factor?
Nichts weiter als der gesamte Gewinn für eine Zeitperiode durch den gesamten Verlust für eine Zeitperiode berechnet. Wenn die Summe all meiner Gewinntrades 1000 Euro beträgt, und die Summe all meiner Verlusttrades 500 Euro, so habe ich einen Profit-Faktor von 2. (1000 / 500 = 2)
Wenn die Summe der Gewinne 3000 beträgt, und die Summe der Verluste 1000, so habe ich einen Profit-Factor von 3. Beträgt die Summe der Verluste 1000 Euro und die Summe der Gewinne aber nur 500, so ist der Profitfaktor 0,5.
Setzt man den Profit-Factor mit dem R-Vielfachen gleich, so kann man in Gewinnphasen sehr gut und schnell Gewinne ausbauen, die eine rigide Abriegelung des Einzelpositionsrisikos bei 2% nicht zulassen würde. Hier kann man in extremen Trendphasen schon auf Einzelpositionsrisiken bis zu 7 oder 8 Prozent stoßen.
Mit dieser Strategie ist garantiert, dass man noch Larry-Williams Performances verfolgen kann, aber sobald es etwas schlechter läuft, wird das Risiko drastisch minimiert. Auch vor der Verlustfalle ist man geschützt, da man sein Risiko in Verlustphasen nicht ausweitet, sondern reduziert.