Die Debatte um die in Nordrhein-Westfalen geplante Magnetschwebebahn Metrorapid reißt nicht ab. Jetzt tauchen Vorwürfe auf, die Gutachter hätten die wesentliche Zahlen schöngerechnet.

Diskussionen reißen nicht ab: Transrapid
Düsseldorf - Die an der Machbarkeitsstudie beteiligten Gutachter wiesen den Vorwurf energisch zurück. "Eine Manipulation ist absolut undenkbar", sagte Günter Scherrer vom Ingenieurbüro Spiekermann, das an der Machbarkeitsstudie beteiligt war. Das Bundesverkehrsministerium bekräftigte unterdessen, dass es noch keine festen Finanzierungszusagen für die Transrapidprojekte in Nordrhein-Westfalen und Bayern gebe.
Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, die Gutachter hätten die Studie unmittelbar vor Abgabe beim Bundesverkehrsminister in Berlin über Nacht an mehreren Stellen so korrigiert, dass ein deutlich positiveres Ergebnis herauskommen sei. So sei beispielsweise die Zahl der Stehplätze in den Metrorapid-Wagen angehoben worden. Auf diese Weise seien zusätzlich 1,75 Millionen zusätzliche Fahrgäste pro Jahr errechnet worden. Auch für das bayerische Projekt seien die Wirtschaftlichkeitsrechnungen kurzfristig nach oben korrigiert worden.
Scherrer sagte, die unterschiedlichen Angaben zum vorhandenen Platz in den Metrorapid-Wagen stammten aus unterschiedlichen Versionen der Kurzfassung der Studie. Durch ein Versehen sei zunächst eine zu geringe Quadratmeterzahl für die Wagen angegeben worden. Dieser Fehler sei in der Schlussredaktion behoben worden. Das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium hatte am 21. Januar zunächst die vorläufige Fassung der Kurzstudie mit den falschen Zahlen veröffentlicht.
Gutachter: Korrekturen sind absolut normal
In der endgültigen Fassung der Kurzstudie wird für den Metrorapid ein Stehplatz-Angebot von 98 Quadratmeter je Wagen angegeben. In der vom Düsseldorfer Verkehrsministerium zunächst veröffentlichten Fassung waren nur 86 Quadratmeter genannt worden. Nach Angaben von Scherrer war diese für den bayerischen Transrapid geltende Zahl durch einen Fehler in den NRW-Teil der Studie gerutscht. Dieser und andere Fehler seien bei der redaktionellen Schlussbearbeitung am Wochenende vor Veröffentlichung der Kurzstudie aufgefallen. "Solche Korrekturen sind absolut normal", sagte Scherrer.
Für die Münchner Transrapid-Strecke zwischen Flughafen und Hauptbahnhof waren in der in Düsseldorf verbreiteten Kurzfassung jährliche Betriebskosten von 33,1 Millionen Euro zu finden, in der gleichzeitig in Berlin veröffentlichten Version wurden die Betriebskosten mit 32,5 Millionen Euro beziffert. Weggefallen ist bei der redaktionellen Bearbeitung auch ein Hinweis auf die "zu erwartenden erheblichen Umweltauswirkungen des Vorhabens". Jetzt ist von "potenziellen Umweltauswirkungen der beiden Teilprojekte" die Rede.
Deutsche Bahn will nicht mitfinanzieren
Die Deutsche Bahn AG wies unterdessen einen Vorab-Bericht der "Wirtschaftswoche" zurück, sie wolle sich finanziell am Metrorapid beteiligen. Das Magazin hatte gemeldet, die Bahn wolle zusammen mit dem Land eine "Gesellschaft für Planung und Bau der Trasse" gründen, um Bundesmittel für die Bahn in das Projekt umzuleiten. Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte dazu: "Die Bahn steht als Betreiber zur Verfügung und geht davon aus, dass die Finanzierung des Transrapids in Bayern und Nordrhein-Westfalen nicht zu Lasten von Infrastrukturmitteln für die Schiene erfolgt."
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Rüttgers forderte erneut, die für Ende Februar geplante Entscheidung des Landtags über den Bau der Magnetbahn zu verschieben. Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Johannes Remmel, forderte das Bundesverkehrsministerium auf, endlich eine autorisierte Langfassung der Machbarkeitsstudie zu veröffentlichen. Sonst sei der Metrorapid-Fahrplan in Düsseldorf nicht zu halten.

Diskussionen reißen nicht ab: Transrapid
Düsseldorf - Die an der Machbarkeitsstudie beteiligten Gutachter wiesen den Vorwurf energisch zurück. "Eine Manipulation ist absolut undenkbar", sagte Günter Scherrer vom Ingenieurbüro Spiekermann, das an der Machbarkeitsstudie beteiligt war. Das Bundesverkehrsministerium bekräftigte unterdessen, dass es noch keine festen Finanzierungszusagen für die Transrapidprojekte in Nordrhein-Westfalen und Bayern gebe.
Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, die Gutachter hätten die Studie unmittelbar vor Abgabe beim Bundesverkehrsminister in Berlin über Nacht an mehreren Stellen so korrigiert, dass ein deutlich positiveres Ergebnis herauskommen sei. So sei beispielsweise die Zahl der Stehplätze in den Metrorapid-Wagen angehoben worden. Auf diese Weise seien zusätzlich 1,75 Millionen zusätzliche Fahrgäste pro Jahr errechnet worden. Auch für das bayerische Projekt seien die Wirtschaftlichkeitsrechnungen kurzfristig nach oben korrigiert worden.
Scherrer sagte, die unterschiedlichen Angaben zum vorhandenen Platz in den Metrorapid-Wagen stammten aus unterschiedlichen Versionen der Kurzfassung der Studie. Durch ein Versehen sei zunächst eine zu geringe Quadratmeterzahl für die Wagen angegeben worden. Dieser Fehler sei in der Schlussredaktion behoben worden. Das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium hatte am 21. Januar zunächst die vorläufige Fassung der Kurzstudie mit den falschen Zahlen veröffentlicht.
Gutachter: Korrekturen sind absolut normal
In der endgültigen Fassung der Kurzstudie wird für den Metrorapid ein Stehplatz-Angebot von 98 Quadratmeter je Wagen angegeben. In der vom Düsseldorfer Verkehrsministerium zunächst veröffentlichten Fassung waren nur 86 Quadratmeter genannt worden. Nach Angaben von Scherrer war diese für den bayerischen Transrapid geltende Zahl durch einen Fehler in den NRW-Teil der Studie gerutscht. Dieser und andere Fehler seien bei der redaktionellen Schlussbearbeitung am Wochenende vor Veröffentlichung der Kurzstudie aufgefallen. "Solche Korrekturen sind absolut normal", sagte Scherrer.
Für die Münchner Transrapid-Strecke zwischen Flughafen und Hauptbahnhof waren in der in Düsseldorf verbreiteten Kurzfassung jährliche Betriebskosten von 33,1 Millionen Euro zu finden, in der gleichzeitig in Berlin veröffentlichten Version wurden die Betriebskosten mit 32,5 Millionen Euro beziffert. Weggefallen ist bei der redaktionellen Bearbeitung auch ein Hinweis auf die "zu erwartenden erheblichen Umweltauswirkungen des Vorhabens". Jetzt ist von "potenziellen Umweltauswirkungen der beiden Teilprojekte" die Rede.
Deutsche Bahn will nicht mitfinanzieren
Die Deutsche Bahn AG wies unterdessen einen Vorab-Bericht der "Wirtschaftswoche" zurück, sie wolle sich finanziell am Metrorapid beteiligen. Das Magazin hatte gemeldet, die Bahn wolle zusammen mit dem Land eine "Gesellschaft für Planung und Bau der Trasse" gründen, um Bundesmittel für die Bahn in das Projekt umzuleiten. Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte dazu: "Die Bahn steht als Betreiber zur Verfügung und geht davon aus, dass die Finanzierung des Transrapids in Bayern und Nordrhein-Westfalen nicht zu Lasten von Infrastrukturmitteln für die Schiene erfolgt."
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Rüttgers forderte erneut, die für Ende Februar geplante Entscheidung des Landtags über den Bau der Magnetbahn zu verschieben. Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Johannes Remmel, forderte das Bundesverkehrsministerium auf, endlich eine autorisierte Langfassung der Machbarkeitsstudie zu veröffentlichen. Sonst sei der Metrorapid-Fahrplan in Düsseldorf nicht zu halten.