www.undervalued-shares.com/de/club/...D9469224B4C9CE25&page=15
Auch wenn's nicht BOC direkt betrifft, aber der folgende Artikel beschreibt sehr schön die (Über-)Bewertung von diversen (Zocker-)Explorationsunternehmen, die oft nur aus Hoffnung besteht. Da Lob ich mir die Unterbewertung von Bougainville Copper, für die es ausführliche Untersuchungen über die Höhe der nachgewiesenen Reserven gibt.
www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/...n-halle-8b;2034843;0
09.09.2008 , 15:15 Uhr
Deutsche Anlegermessen
Revolvermarkt in Halle 8b
von Christian Kirchner und Christian Schnell
Große Fondsgesellschaften sucht man auf der Düsseldorfer Anlegermesse IAM vergeblich. Dafür bot die am vergangenen Wochenende stattfindende IAM, ebenso wie die Stuttgarter Invest, eine Plattform für Zockeraktien. Wie riskante Pennystocks mit prominenter Unterstützung deutsche Anleger erobern.
Besucher betrachten die größte Goldmünze der Welt auf der IAM in Düsseldorf. Große Fondsgesellschaften sucht man hingegen vergeblich.
DÜSSELDORF. Rohdiamanten - bitte mitnehmen! In einem Glas offeriert das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen weißen und braunen Zuckerguss, der Edelsteinen verblüffend ähnlich sieht. Doch wenige Schritte weiter reden krawattierte PR-Experten und Hostessen in Kostümen von echten Diamanten, die sie in Liberia fördern wollen - und von Öl in der Mongolei, Uran in Namibia, Öl in Jemen, Molybdän in Kanada, Zucker in Peru und Gold in Guyana.
Die Düsseldorfer Anlegermesse IAM, die an diesem Wochenende für drei Tage ihre Tore geöffnet hatte, bietet das, was auch die Stuttgarter Invest bieten muss, um im Geschäft zu bleiben: Eine Plattform für Zockeraktien. Große Fondsgesellschaften sucht man auf der IAM vergeblich. Statt Deka, DWS, Templeton präsentieren sich unter den 170 Ausstellern in Halle 8b auf der IAM auch Unternehmen wie Energymixx, Uranium 308, www.rohstoffraketen.de oder African Queen im "Themenpark Rohstoffe".
Die meisten der knapp 40 Unternehmen dieses Themenparks - Ausstellerjargon: "Der Minenstrich" - haben eine Menge Gemeinsamkeiten: Sie sind Pennystocks mit einem Börsenkurs von unter einem Euro, haben noch nie eine Unze aus dem Boden geholt und erwirtschaften hohe Verluste, weil viel Geld für die Fixgehälter des Managements sowie Investor-Relations-Aktivitäten wie eben den Messen in Deutschland drauf geht.
Das Geld ist gut angelegt. Hier erzählen inzwischen auch Anlageberater in der Provinz vom Superzyklus der Rohstoffe. Den gibt es vielleicht wirklich. Doch hier hat es sich im Gegensatz zu den USA noch nicht herumgesprochen, wie das Spiel mit den Pennystocks meist läuft: Vorstände kassieren üppige Bezüge, Altaktionäre wollen möglichst teuer Kasse machen. Ist das Geld aus, werden einfach aberwitzige Investmentideen erfunden und neue Aktien ausgegeben.
Um das Ganze auf der dazugehörigen Extra-Bühne auch volkstümlich zu verkaufen, haben sie einen engagiert, der auf vielen anderen Bühnen wegen seines chronisch überbordenden Optimismus und seiner flachen Börsenweisheiten schon längst keinen Platz mehr hat: Heiko Thieme. Sich selbst nennt er auf seiner Internetseite "international anerkannter Anlagestratege", seit 1972 im Börsengeschäft. Das "Manager Magazin" nannte ihn 2002 "einen der größten Geldvernichter der Fondsindustrie", das Wirtschaftsmagazin Capital 2006 einen "Schaumschläger".
Samstag Nachmittag, viertel nach Vier. Ganze 14 Besucher lümmeln sich in den Sitzreihen zur Podiumsdiskussion. Oben sitzen der Investor-Relations-Manager von IMA Exploration aus dem kanadischen Vancouver sowie der Vorstand von Silver Capital aus dem mittelhessischen Butzbach.
Doch sie sind nur Statisten im Hintergrund während des Auftritt Thiemes, der nach einer Viertelstunde mit Allgemeinplätzen zur Sache kommt: Für 500 Dollar pro Unze könne die IMA Exploration Gold aus dem Boden fördern, zieht Thieme dem IMA-Manager aus der Nase.
Thieme rechnet vor: Bei 700 Dollar Goldpreis macht das 200 Dollar Gewinn je Unze, bei 2,5 Millionen Unzen Reserven macht das 500 Millionen Dollar Vermögen im Boden oder zehn Dollar je Aktien für ein Unternehmen, das an der Börse zu 27 Cents gehandelt wird. "So einfach kann man Analyse betreiben!" ruft Thieme im Stile eines Mietmauls der Rohstoffunternehmen. Und weiter: "Bargeld wird zum halben Preis gehandelt" oder "Das wäre auch für Sie sinnvoll!". IMA-Vertreter Keir Reynolds rutscht auf der Bühne peinlich berührt hin und her. Gerade mal ein Monat ist er bei IMA Exploration angestellt, einem Unternehmen, das seit Jahren operativ nur Miese macht, außer heißer Luft nichts fördert und noch vor drei Jahren Silberprojekte in Argentinien verfolgte.
Sonntagmittag, neuer Messetag, neues Publikum. Diesmal steht im Themenpark keine Diskussion an, sondern eine Präsentation. "Heiko Thieme stellt Unternehmen aus dem Bereich Exploration und Produktion vor". Neues Programm, gleicher Ablauf. Auf der Bühne sitzt erneut Keir Reynolds von IMA Exploration. Jetzt geht Thieme gleich in die Vollen: "Alle hier auf der Messe wollen Ihnen etwas verkaufen. Ich will Ihnen auch etwas verkaufen, nämlich Realität". Und die sieht aus wie schon Tags zuvor: 700 Dollar Goldpreis, 500 Dollar Förderkosten, macht bei 2,5 Millionen Unzen Gold für 500 Millionen. Und so fort. Immerhin: Thieme warnt, nicht mehr als zehn Prozent des Depots in riskante Rohstoffaktien zu stecken.
Von der Realität im Bergbau weiß hier dennoch kaum einer etwas. Bis auf zwei Herren Anfang 50, die sich alles sichtbar amüsiert anhören. Im Gegensatz zu den Marketing-Experten haben sie selbst schon unter Tage gearbeitet, sind in die Zechen eingefahren und eher zufällig in den Themenpark gestolpert. "Da wird Bezug genommen auf Oberflächentests oder ein oder zwei Bohrproben mit Goldfunden. Tatsächlich benötigt man hunderte Probebohrungen, bis man zu einer seriösen Schätzung über Lagerstätten und der Planung der Förderung übergehen kann. Das dauert Jahre und kostet oft einen dreistelligen Millionenbetrag", sagt Franz-Michael Roth, der Gutachten über Lagerstätten verfasst. Über die windigen Rechnungen über vermutete Reserven schütteln er und sein Begleiter, ein Mitarbeiter der Ruhrkohle AG, nur den Kopf. "Unsolide ist das." Vielversprechende Lagerstätten ließen sich "auch vorwärts verkaufen, da brauche es keine Privatanleger."
Auch Michael Brack vom Landeskriminalamt NRW beobachtet das Treiben. Einschreiten darf er nicht. Erst wenn eine Anzeige wegen Kursmanipulation oder ähnlicher Delikte vorliegt, darf seine Behörde tätig werden. Mindestens eine die Woche gehe derzeit ein, erzählt er, die Zahl steige seit etwa 2005 ständig an. In die Unternehmen vom Rohstoffmarkt haben sich die Spezialisten schon mal prophylaktisch eingearbeitet. Viele stammen aus Kanada und dem dortigen Segment für aufstrebende Unternehmen (www.cnq.ca) - in Börsenkreisen "Revolvermarkt" genannt.
Es sind aber nicht nur die Mini-Unternehmen mit angeblich riesigen Kurschancen, die die LKA-Beamten interessieren. Sie fahnden auch nach deutschen "Pushern", die gegen Bezahlung die Kurse treiben. Viele von ihnen haben ihr Medium gewechselt, sind von den vor kurzem noch beliebten Mails oder Internetforen zurück zum Telefon. "Ich will Ihnen nichts verkaufen, habe aber einen Aktientipp" heißt es dann. Beißt nur einer von Tausend an, hat sich das Spiel schon gelohnt.
So wie der Messebesuch für die IMA Exploration. Am Montag gehen gleich zur Börseneröffnung 9 000 Aktien von ihr über den Tisch und sorgen für ein Plus von fünf Prozent. Die nächsten Flüge der Pennystock-Experten dürften schon gebucht sein. Anfang November gibt es auf dem Eigenkapitalforum der Deutschen