Das Wirtschaftswachstum der Volksrepublik hängt stark von der Rohstoff-Preisentwicklung statt. Um die Abhängigkeit zu reduzieren, kaufte China vor allem in Afrika, Australien und Kanada zu. Im kommenden Jahr wird sich daran nichts ändern.
Mittlere Rohstoff-Unternehmen werden Flucht nach vorne antreten
Neben staatlich kontrollierte Zukäufe aus China, werden auch die Branchenriesen die Schlagzahl erhöhen. Rio Tinto, BHP Billiton, Vale, ArcelorMittal und Glencore werden im kommenden Jahr ihr Imperium vergrößern wollen.
Selbst die Unternehmen aus der zweiten Reihe – vor allem Anglo American – könnten zu Übernahme-Zielen werden. Für kleinere Rohstoff-Unternehmen gibt es daher nur eine Möglichkeiten: Sie müssen selber zukaufen, um an Größe zu gewinnen. Daher werden 2012 nicht nur Milliarden-Deals abgeschlossen. Auch die Anzahl kleinerer Deals wird zunehmen.
Übernahme-Aktivität im Rohstoff-Sektor: Australien und Kanada auf Platz 1 und 2
In Kanada und Australien werden die meisten Deals stattfinden. Australien aufgrund seiner geographischen Nähe zu Indien und China wird erneut den ersten Platz einnehmen. Die australischen Rohstoff-Giganten Rio Tinto und BHP Billiton werden im heimischen Markt um die lukrativsten Kohle-Förderstätten kämpfen. Auch China und Indien werden versuchen vor der Haustür mitzumischen.
Die zweithöchste Rohstoff-Übernahme-Aktivität wird es in Kanada geben. Besonders kleinere und mittlere Eisenerz-Explorer sind sehr begehrt. Viele Lagerstätten in der kanadischen Arktis verfügen über eine sehr hohe Eisenerz-Qualität und sind ideal für die Stahl-Herstellung. Wer es darauf abgesehen hat, dürfte klar sein: China, Indien und Brasilien.
In Kanada gibt es etliche Übernahme-Kandidaten. Neben den Eisenerz-Explorern sind auch Uran- und Kupfer-Unternehmen sehr interessant. Rio Tinto und der weltweit größte Uran-Förderer Cameco werden ihre Kanada-Aktivitäten ausweiten.
Branchen-Riesen positionieren sich mit Übernahmen für die Zukunft
China, Indien, Brasilien und die Branchen-Riesen werden im kommenden Jahr erneut etliche Milliarden für Übernahmen ausgeben. Es muss sich dabei jedoch nicht um bereits Rohstoff-fördernde Unternehmen handeln.
Denn gerade die Langfrist-Prognose ist für Rohstoffe gut. Rohstoffe sind ein endliches Gut und die Nachfrage steigt. Einziger Katalysator ist der Preis. Es lohnt sich daher schon jetzt Reserven aufzubauen, um für die Zukunft gewappnet zu sein.
Ich wünsche allen Lesern ein erfolgreiches (Übernahme-)Jahr 2012 bei bester Gesundheit.
Herzlichst, Ihr
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Jens Gravenkötter
