Da anscheinend einige Begriffe und Fachausdrücke im Forum manchen (besonders neuern Usern) noch nicht ganz klar sind, poste ich hier einmal in deer angegeben Reigenfolge eine grobe Erklärung für folgende Themen/Begriffe:
1. Optionsschein/e (Was ist ein Optionsschein?)
2. Konock-Out Scheine (KOs)
3. CFDs (Contract for Difference)
4. Bid/Ask Spread
5. Volaitilität/ Auswirkungen auf OS
6. KO mit Strike (spezielle Form)
7. Erklärung zu folgenden Begriffen/Abkürzungen: SL, TP, Underlying
Ein Teil dieser Erklärungen stammen 1 zu 1 aus Wikipedia (oder einer anderen Enzyklopädie) und wurden rauskopiert, da diese Erklärungen bereits recht einfach und leicht verständlich sind. Alle Texte sind nur eine grobe Erläuterung des Bergriffs bzw. was dieser bedeutet, zur praktischen Anwendung (traden) reicht dieses grobe Wissen jedoch noch nicht. Diese Erklärungen stellen nur eine kzrze Übersicht zu den wichtigsten Thematiken des jeweiligen Begriffs da. Von daher sollte sich jeder, der interesse an solchen Produkten hat noch weitere Informationen beschaffen, bei Fragen rund ums Thema traden kann man mir auch gerne eine BM schreiben, xD. Auch wenn die Erklärungen in manchen Teilen etwas langatmig erscheinen, so empfiehlt es sich doch für alle Neulige, die die Begriffe/Produkte noch nicht kennen, die Texte zu lesen, lg Tim.
1. Optionsscheine:
Ein Optionsschein ist ein Wertpapier, das dem Besitzer gegenüber dem Emittenten (Herausgeber) ein Recht einräumt. Gegenstand dieses Rechts ist in der Regel ein Objekt, das an der Börse, oder allgemein im Markt, einer Preisbildung unterliegt. Dies können zum Beispiel Aktien oder Rohstoffe sein.
Darüber hinaus gibt es auch Spezial-Optionsscheine, die zum Beispiel auf einen Wahlausgang zielen. Diese werden jedoch im weiteren nicht berücksichtigt. Den Wert, auf den sich der Optionsschein bezieht, nennt man "Underlying" (engl. zugrunde liegend).
Das Recht, das der Optionsschein begründet, besteht in der Regel darin, daß der Besitzer des Scheines, eine bestimmte Menge des underlying an einem bestimmten Tag oder während einer bestimmten Zeitspanne zu einem bestimmten Preis handeln darf.
Wie nun dieser bestimmte Preis und die bestimmte Menge und der bestimmte Zeitraum aussehen, ist Teil der Konditionen, die der Optionsschein innehat.
Zunächst wird in den Bedingungen des Optionsscheines die Art des Handels vereinbart. Will der Besitzer des Optionsscheins die bestimmte Menge des underlying kaufen oder verkaufen? Hiernach unterscheidet man Calls (Kaufoptionen) und Puts (Verkaufsoptionen). Mit einem Call erwirbt der Besitzer des Scheins das Recht die bestimmte Menge des underlying zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem bestimmten Kurs zu kaufen. Dieses Recht ist unabhängig von dem tatsächlichen Kurs des underlying an diesem Tag oder dieser Zeitspanne.
Verbrieft der Schein das Recht eine Aktie zum Kurs von 100 Euro zu kaufen und der tatsächliche Kurs der Aktie liegt bei 150 Euro, so muss der Emittent die Aktie auch für 100 Euro verkaufen. Diese Transaktion nennt man das Ausüben einer Option. Findet diese Transaktion tatsächlich statt, das heißt, werden Aktien in das Depot des Optionsscheinbesitzers übertragen, so spricht man von effektiver Lieferung (englisch: physical delivery).
In der Regel findet dieser Austausch Aktie gegen Optionsschein jedoch nicht statt. Normalerweise wird bei der Ausübung der Option einfach der Differenzbetrag - im oben genannten Beispiel 50 Euro - an den Besitzer des Optionsscheins ausgezahlt. Dies nennt man Geldverrechnung (englisch: cash settlement). Speziell bei Indexoptionsscheinen wird die Geldverrechnung angewandt.
Im Falle eines Puts verhält es sich natürlich exakt umgekehrt. Verbrieft hier der Schein das Recht, die Aktie für beispielsweise 100 Euro zu verkaufen, und der tatsächliche Kurs der Aktie liegt bei 50 Euro, so müsste der Besitzer des Scheins auch zu diesem höheren Kurs an den Emittenten verkaufen dürfen. Wie bereits oben gesagt findet diese Transaktion in der Regel nicht statt. Ansonsten müsste der Besitzer des Puts auch die entsprechende Menge an Aktien tatsächlich besitzen um sie verkaufen zu können. Er müsste sie dann beispielsweise am Tag vor der Fälligkeit kaufen (zu 50 Euro), nur um sie dann am nächsten Tag zum Kurs von 100 Euro verkaufen zu können. Auch in diesem Fall wird normalerweise einfach der Differenzbetrag ausgezahlt.
In den beiden obigen Beispielen wird der Besitzer des Optionsscheins natürlich von seinem Recht, die Option auszuüben, Gebrauch machen, denn er macht in beiden Fällen Gewinn. Die Ausübung eines Optionsscheins ist jedoch nicht verpflichtend. Würde im obigen Beispiel der Kurs des underlying bei 90 Euro liegen, so müsste der Besitzer des Calls dennoch zu einem Kurs von 100 Euro kaufen. Er kann die Option ausüben und einen Verlust von 10 realisieren. Er kann jedoch auch auf das Recht der Ausübung verzichten. In diesem Fall verfällt der Schein wertlos.
Den bestimmten Kurs, zu dem dieser Handel (im obigen Beispiel 100 Euro) vereinbart wurde, nennt man den Bezugspreis (oder englisch strike) des Optionsscheins. Der strike eines Optionsscheins bleibt normalerweise während der gesamten Laufzeit konstant. Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen der strike in bestimmten Intervallen an die tatsächliche Kursentwicklung des underlying angepasst wird. Wie und wann diese Anpassung stattfindet ist ebenfalls den Bedingungen des Optionsscheins zu entnehmen.
Bleiben wir bei diesem Beispiel : Der Strike eines Calls liegt bei 100 Euro. Der Kurs des underlying liegt bei 50 Euro. Zu diesem Zeitpunkt könnte ein interessierter Anleger das underlying zu einem wesentlich günstigeren Kurs (50 Euro) an der Börse beziehen, als wenn er zu dem strike des Optionsscheins (100 Euro) kaufte. In diesem Fall nennt man diesen Optionsschein "aus dem Geld", das heißt eine Anlage in diesen Schein ist unattraktiv. In umgekehrten Fall (underlying 150 Euro, strike 100 Euro) spricht man von einem Optionsschein der (weit) "im Geld" ist.
Der nächste Punkt, der in den Bedingungen eines Optionsscheins geregelt wird, ist die Menge des underlying, welche pro Optionsschein gehandelt werden darf. Dies nennt man das Bezugsrechtsverhältnis (englisch: abgekürzt cr). Im einfachsten Fall ist dieses Verhältnis 1:1, d.h. der Besitzer eines Optionsscheins darf eine Einheit des Underlyings handeln. Dies ist oft bei Aktien der Fall, deren Börsennotierung unter 50 Euro liegt.
Das Bezugsrechtsverhältnis orientiert sich stark am Kurs des Underlyings. Bei sehr hohen Börsenkursen des Underlyings (zum Beispiel einige Schweizer Aktien-Gesellschaften, bei denen eine Aktie für mehrere Tausend Franken gehandelt wird), wird das Bezugsrechtsverhältnis in der Regel bei 1:1000 oder 1:100 liegen. Das heißt, der Anleger benötigt 1.000, bzw. 100, Optionsscheine, um eine Einheit des Underlyings zu handeln.
Bei einigen wenigen Underlyings (zum Beispiel bei manchen italienischen Aktien), kann das Bezugsrechtsverhältnis auch 2:1 oder 10:1 lauten. In diesem Fall berechtigt ein Optionsschein zum Handel mit 2, beziehungsweise 10, Einheiten des Underlyings. Mit Einführung des Euro ist aber hier eine weitgehende Harmonisierung eingetreten.
Der letzte Punkt der Ausstattung eines Optionsscheins ist die Laufzeit. Bei der Ausgabe neuer Optionsscheine legt der Emittent eine Frist fest, die die Laufzeit des Optionsscheins begrenzt. Dies ist in der Regel ein Zeitraum von sechs Monaten bis zu zwei Jahren.Der Anleger muss sich immer bewusst sein, dass am Ende der Laufzeit das Leben seines Optionsscheins endet! Ob er den Schein für attraktiv hält, lässt sich nur entscheiden, wenn die Kursentwicklungen, die der Anleger für das Underlying erwartet auch innerhalb dieser Frist eintreten. Der größte Boom oder Crash läßt den Besitzer eines Optionsscheins völlig kalt, wenn er zwei Wochen zu spät stattfindet.
Der erste und häufigste Fall ist der der amerikanischen Option (Ausübung). Der Besitzer eines Optionsscheins nach amerikanischer Ausübung ist während der Laufzeit jederzeit berechtigt, seine Option auszuüben. Meint der Besitzer eines Calls, dass der momentane Kursstand während der verbleibenden Laufzeit nicht mehr übertroffen werden wird, so übt er seine Option aus, erhält den Differenzbetrag ausgezahlt und die Option erlischt.
Das Gegenstück zur amerikanischen Ausübung ist die europäische Ausübung. Bei Scheinen nach europäischer Ausübung kann die Option nur am Verfallstag ausgeübt werden.
Zusätzlich zu dem Verfallstag der Option kann in den Bedingungen des Optionsscheins auch eine Frist angegeben sein, wie viel Zeit zwischen der Ausübung der Option und der Übertragung der Aktien, beziehungsweise des Differenzbetrages vergehen soll. Diese Frist, Valuta genannt, liegt in der Regel zwischen zwei und sieben Tagen.
Was die Kursstellung angeht, gibt es Bid/Ask- bzw. Geld/Brief-Kurse. Das sind die Preise, zu denen der Emittent, also der Herausgeber, die Optionsscheine zurückkauft bzw. verkauft. Mit dem Spread wird die Spanne zwischen Bid- und Ask-Kurs bezeichnet.
2. Knock-Outs (KOs):
Knock-out-Produkte zählen wie Optionsscheine zu den Hebelprodukten. Häufig werden die Produkte einfach kurz als „Knock-outs“ oder auch „Turbos“ bezeichnet. Knock-outs wurden erstmals im Jahr 2001 emittiert und sind innerhalb kürzester Zeit so populär geworden, dass die Umsätze in diesen Produkten inzwischen die Umsätze in Optionsscheinen übertreffen.
Je nach Produkttyp profitieren Hebelprodukte von steigenden oder fallenden Kursen. Knock-out-Produkte weisen dabei gegenüber Optionsscheinen einige Besonderheiten auf:
Knock-out-Produkte können vorzeitig verfallen, wenn der Kurs des Basiswertes eine bestimmte Schwelle unterschreitet (bei bullishen Knock-out) oder überschreitet (bei bearishen Knock-outs). Je nach Ausgestaltung des Produkts verfallen sie dann wertlos oder es wird ein bestimmter Restwert zurückgezahlt.
Knock-out-Produkte sind von Veränderungen der impliziten Volatilität nur wenig oder gar nicht betroffen. Die Preisbildung ist für den Anleger daher leichter nachvollziehbar als bei Optionsscheinen.
Knock-out-Produkte weisen einen geringeren oder gar keinen Zeitwert auf und besitzen eine höhere Hebelwirkung als vergleichbar ausgestattete Optionsscheine.
Durch die Möglichkeit des „Knock-out“ und die höhere Hebelwirkung sind Knock-out-Produkte riskanter als vergleichbare Optionsscheine.
Knock-out-Produkte reagieren überproportional auf Kursbewegungen eines festgelegten Basiswertes. Als Basiswerte dienen vor allem Aktien, Indizes, Währungen und Rohstoffe. Die Hebelwirkung ermöglicht es, schon mit geringem Kapitaleinsatz hohe prozentuale Gewinne zu erzielen. Allerdings wirkt die Hebelwirkung auch in die entgegen gesetzte Richtung. Liegen Sie mit Ihrer Markterwartung falsch, kann es schnell zu hohen Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen.
Der Einsatz von Knock-out-Produkten mit hohen Hebelwirkungen als Spekulationsinstrument empfiehlt sich nur für sehr risikobereite Anleger. Aufgrund ihrer besonderen Produkteigenschaften lassen sich Knock-out-Produkte jedoch auch für andere Zwecke einsetzen und können daher auch für weniger risikobereite, ertragsorientierte Investoren interessant sein: Produkte, die bei fallenden Kursen an Wert gewinnen, lassen sich etwa zur Absicherung von Wertpapierdepots gegen Kursverluste einsetzen. Daneben kann durch den Einsatz von Knock-out-Produkten auch investiertes Kapital freigesetzt werden, welches dann anderweitig eingesetzt werden kann (Cash Exctraction). Mehr darüber lesen Sie im Kapitel „Einsatzmöglichkeiten von Knock-out-Produkten“.
Funktionsweise an einem Beispiel:
Die Funktionsweise eines Knock-out-Produkts lässt sich am besten anhand eines Beispiels erklären. Betrachten wir folgenden Knock-out-Call:
Basiswert: Siemens AG
Aktienkurs: 75 Euro
Basispreis: 70 Euro
Knock-out-Schwelle: 70 Euro
Bezugsverhältnis: 0,1
Restlaufzeit: 5 Monate
Kurs des Produkts: 0,57 Euro
Da die Knock-out-Schwelle nicht allzu weit vom aktuellen Kurs der Aktie entfernt liegt, handelt es sich hierbei um ein sehr spekulatives Produkt mit hoher Hebelwirkung. Entscheidend für die Wertentwicklung des Papiers und für die Rückzahlung am Laufzeitende ist der innere Wert des Produkts. Der innere Wert bildet die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswertes und dem Basispreis, bereinigt um das Bezugsverhältnis. Der innere Wert dieses Knock-out-Calls berechnet sich genauso wie bei Optionsscheinen:
(Kurs Basiswert – Basispreis) x Bezugsverhältnis
= (75 Euro – 70 Euro) x 0,1
= 0,50 Euro.
Als Anleger erhalten Sie am Laufzeitende die Differenz zwischen Aktienkurs und Basispreis ausbezahlt. Würde die Aktie bei Fälligkeit z.B. bei 80 Euro notieren, so läge der innere Wert und damit der Rückzahlungsbetrag beispielsweise bei 1 Euro.
Das große Risiko eines Knock-out-Produkts besteht in der Knock-out-Schwelle. Berührt oder unterschreitet der Kurs des Basiswertes die Knock-out-Schwelle, so verfällt das Produkt vorzeitig. In unserem Beispiel wäre das der Fall, wenn der Aktienkurs der Siemens AG die Knock-out-Schwelle von 70,00 Euro berührt oder unterschreitet. Faktisch ist das Produkt dann wertlos. Die meisten Emittenten kaufen das Produkt aber trotzdem für 0,1 Cent zurück, damit Sie den Verlust steuerlich ggf. mit Spekulationsgewinnen verrechnen können.
Die Differenz des inneren Wertes zum aktuellen Kurs des Produkts (0,07 Euro) bildet das Aufgeld. Dieses Aufgeld baut sich zum Laufzeitende hin allmählich ab und beträgt bei Fälligkeit 0. Warum aber gibt es dieses Aufgeld überhaupt?
Wenn Sie ein Anlage- oder Hebelprodukt erwerben, spekuliert der Emittent nicht gegen Sie. Er muss also nicht hoffen, dass Sie als Anleger einen Verlust erleiden und später das Produkt zu einem niedrigeren Kurs wieder verkaufen müssen. Vielmehr sichert sich der Emittent im Hintergrund über den Basiswert ab. Dieser Vorgang wird als „Hedging“ bezeichnet. Sobald Sie den Knock-out-Call aus unserem Beispiel kaufen, erwirbt der Emittent so viele Aktien der Siemens AG, dass er mit den Aktien im Idealfall denselben absoluten Gewinn oder Verlust erzielt wie Sie. Damit spielt es für ihn keine Rolle, wie sich die Aktie künftig entwickelt.
Zum Kauf der Aktien ist allerdings ein viel größerer Geldbetrag erforderlich als zum Kauf der Knock-out-Calls. Für das Kapital, das hierfür eingesetzt werden muss, stellt Ihnen der Emittent Zinskosten in Rechnung. Diese Zinskosten bilden das Aufgeld. Sie können daher den Kauf eines Knock-out-Calls auch mit einem teilweise kreditfinanzierten Kauf der Aktie vergleichen. Sie bringen dabei nur einen Teil des Geldes auf, nämlich den Kaufpreis für die Knock-outs.
Bei Knock-out-Puts muss der Emittent den Basiswert verkaufen, um sich abzusichern. Das freiwerdende Kapital kann der Emittent kurzzeitig zinsbringend anlegen. Daher kann es bei Knock-out-Puts vorkommen, dass das Produkt sogar leicht unter dem inneren Wert notiert.
Unterschiedliche Typen von Knock-out-Produkten
Generell lassen sich zwei verschiedene Arten von Knock-out-Produkten unterscheiden:
Knock-out-Produkte ohne Stop-loss-Schwelle: Bei diesen Produkten sind – wie in unserem oben genannten Beispiel - Basispreis und Knock-out-Schwelle identisch.
Knock-out-Produkte mit Stop-loss-Schwelle: Bei diesem Produkt liegt die Knock-out-Schwelle über (Calls) bzw. unter (Puts) dem Basispreis. Bei Unterschreiten bzw. Überschreiten dieser Schwelle wird das Produkt zwar ebenfalls vorzeitig fällig, Sie erhalten jedoch im Regelfall einen Restwert ausbezahlt. Da die Knock-out-Schwelle bei diesem Produkt wie eine Stop-Order wirkt, wird die Schwelle meist als „Stop-loss-Schwelle“ bezeichnet.
Wie groß der Restwert ist, hängt davon ab, zu welchem Kurs der Emittent seine Absicherungsposition auflösen kann. Die meisten Emittenten stellen die Hedge-Position über einen Zeitraum von ca. 2-3 Stunden glatt. Anschließend wird der Restwert ermittelt, der an den Anleger ausgezahlt wird.
Open-end-Knock-outs:
Die meisten Knock-out-Produkte besitzen zum Emissionszeitpunkt eine Restlaufzeit von wenigen Wochen bis mehreren Monaten. Einige Knock-out-Produkte sind jedoch mit endloser Laufzeit ausgestattet. Diese Produkte besitzen kein Aufgeld, ihr Preis entspricht folglich immer dem inneren Wert.
Da anfallende Zinskosten für den Hedge des Emittenten bzw. Zinserträge aus einer Absicherungsposition natürlich auch bei endlos laufenden Produkten anfallen, wird der Basispreis (Finanzierungslevel) und die Stop-loss-Schwelle in regelmäßigen Abständen angepasst, so dass sich der innere Wert des Produkts in kleinen Schritten verändert. Bei längerer Haltedauer kann dadurch der innere Wert des Papiers abnehmen, wenn der Kurs des Basiswertes seitwärts tendiert.
Einsatzmöglichkeiten von Knock-out-Produkten
Da Knock-out-Produkte die absolute Wertentwicklung des Basiswertes nahezu eins zu eins nachvollziehen, eignen sie sich neben der Spekulation auf steigende oder fallende Kurse auch noch für andere Zwecke.
Cash-Extraction:
Nehmen wir an, Sie besitzen 100 Aktien der Siemens AG, aktueller Kurs 75,00 Euro. Der Gesamtwert der Position beträgt also 7.500,00 Euro. Sie möchten nun zusätzlich kurzfristig in eine weitere interessante Aktie investieren. Leider haben Sie gerade kein freies Kapital zur Verfügung. Sie möchten sich aber auch nicht von Ihren Siemens-Aktien trennen, da Sie die Aktie für aussichtsreich halten.
Mit Knock-outs können Sie weiterhin an Kursbewegungen eines Basiswertes partizipieren und gleichzeitig Kapital für andere Zwecke freisetzen. Bei einem Bezugsverhältnis von 0,1 beziehen sich zehn Knock-out-Calls auf eine Aktie. Um 100 Aktien zu ersetzen, benötigen Sie also 1.000 Knock-outs. Sie verkaufen die Siemens-Aktien und erwerben stattdessen 1.000 Knock-out-Calls mit einem Basispreis und einer Knock-out-Schwelle bei 65 Euro zu einem Kurs von 1,07 Euro. Hierfür benötigen Sie 1.070 Euro. Ihnen bleiben also 6.430 Euro, um in die zweite Aktie zu investieren.
Steigt die Siemens-Aktie nun von 75 auf 85 Euro, so hätten Sie mit 100 Siemens-Aktien einen Gewinn von 100 x 10 Euro erzielt, also 1.000 Euro. Der Kurs des Knock-out-Calls würde in diesem Szenario auf etwa 2,07 Euro steigen (je nach Haltedauer einige cents weniger, da sich das Aufgeld langsam abbaut). Mit 1.000 Papieren würden Sie in diesem Szenario also ebenfalls einen Gewinn von 1.000 Euro erzielen, obwohl Ihnen die restlichen 6.430 Euro für weitere Investments zur Verfügung standen.
Bei der Anwendung der Cash-Extraction sollten Sie jedoch folgende Dinge zu beachten:
Das Knock-out-Produkt kann vorzeitig ausgeknockt werden. Tritt dies ein, so ist das Kapital verloren, welches Sie in die Knock-outs investiert haben. Sie partizipieren dann nicht mehr an Kursbewegungen der Aktie.
Die Laufzeit der meisten Knock-out-Produkte ist begrenzt. Wenn das Laufzeitende erreicht ist, partizipieren Sie nicht mehr an Kursbewegungen der Aktie.
Durch den allmählichen Abbau des Aufgeldes entstehen Ihnen Finanzierungskosten, die umso höher sind, je länger Sie eine Aktienposition durch Knock-outs ersetzen. Bei Knock-outs ohne Laufzeitbegrenzung kann sich aufgrund der Finanzierungskosten der innere Wert des Produkts verringern. Ihre Gesamtposition ähnelt einer kreditfinanzierten Spekulation, die nicht für jeden Anlegertyp geeignet erscheint.
Hedging
Mit Knock-out-Puts können Sie eine Position in einem Basiswert gegen fallende Kurse absichern. Über einen längeren Zeitraum hinweg macht dies in der Regel keinen Sinn, da sich dann die Kursbewegungen von Basiswert und Knock-out-Produkt gegenseitig neutralisieren und Ihnen nur Finanzierungskosten entstehen.
In der folgenden Situation könnte aber ein Hedging für einige Wochen sinnvoll sein: Stellen Sie sich vor, Sie haben vor 10 Monaten 100 Siemens-Aktien zu einem Preis von 50 Euro erworben. Aktuell notiert die Aktie bei 75 Euro. Sie liegen also 2.500 Euro im Plus. Sie möchten die Aktie gerne noch 2 weitere Monate halten, um aus der 12-monatigen Spekulationsfrist herauszukommen und den Gewinn damit steuerfrei zu machen. Gleichzeitig befürchten Sie aber, dass der Aktienkurs in den kommenden Wochen aufgrund schlechter Unternehmensnachrichten fallen könnte.
Sie kaufen nun zur Absicherung 1.000 Knock-out-Puts mit einem Bezugsverhältnis von 0,1 sowie einem Basispreis und einer Knock-out-Schwelle bei 85 Euro. Der aktuelle Kurs des Knock-outs liegt bei 1,02 Euro. Sie benötigen für den Kauf 1.020 Euro. Fällt die Aktie in den nächsten zwei Monaten z.B. auf 70 Euro, so würden sich Ihr Buchgewinn in der Aktienposition um 500,00 Euro verringern. Gleichzeitig würde der Wert des Knock-out-Puts aber auf etwa 1,52 Euro steigen und den Verlust damit im Idealfall vollständig ausgleichen.
Sie hätten in unserem Beispiel einen Gewinn von 2.000 Euro aus der Aktienposition über die Spekulationsfrist gerettet. Dass Sie die 500 Euro Gewinn aus dem Knock-out-Put nun versteuern müssen, lässt sich dabei sicherlich verschmerzen.
Risiken:
Jede Geldanlage in Wertpapieren ist mit Risiken behaftet. Für Knock-out-Produkte gelten insbesondere folgende spezielle Risiken:
Hebelwirkung: Durch die Hebelwirkung von Knock-out-Produkten können in kurzer Zeit hohe Verluste bis hin zum Totalverlust entstehen.
Knock-out-Schwelle: Durch Eintritt eines Knock-out-Ereignisses kann das Produkt bereits vor Ablauf der Laufzeit wertlos verfallen.
Begrenzte Laufzeit: Die Laufzeit eines Knock-out-Produkts ist meistens befristet. Die Rechte, die Sie mit einem Knock-out-Produkt erwerben, können während der Laufzeit an Wert verlieren oder verfallen. Je kürzer die Restlaufzeit eines Knock-out-Produkts ist, desto größer kann das Risiko eines Wertverlustes sein, da die verbleibende Spekulationszeit gering ist.
Weitere Preiseinflussfaktoren: Veränderungen der impliziten Volatilität beeinflussen den Wert vieler Knock-out-Produkte, wenn auch in geringerem Umfang als bei Optionsscheinen. Zusätzlich wird der Wert durch Veränderungen des Zinsniveaus, durch eine Änderung erwarteter Dividendenzahlungen für den Basiswert sowie durch die Abnahme der Restlaufzeit beeinflusst.
Basiswerte in Fremdwährung: Notiert der Basiswert in einer anderen Währung als dem Euro, trägt der Anleger zusätzlich ein Währungsrisiko, da sich der innere Wert des Produkts in der Fremdwährung berechnet.
Bei nahezu allen strukturierten Produkten handelt es sich rechtlich um Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten. Bei Zahlungsschwierigkeiten oder Insolvenz des Emittenten ist das investierte Kapital nicht geschützt. Der Anleger trägt daher ein Bonitätsrisiko.
3. CFD (s):
CFD ist in der Finanzwelt die Abkürzung für Contract for Difference, was auf Deutsch Differenz-Kontrakt bzw. Differenz-Geschäft bedeutet. Mit Differenz ist der Unterschied zwischen Kaufkurs und Verkaufskurs der grundliegenden Position gemeint.
Beim Schließen einer Position, die aus einem virtuellen Kauf (Long-Position) oder Verkauf (Short-Poition) eines Basiswertes (z. B. Gold) entstanden ist, wird nur der Differenzausgleich berechnet. Der Gewinn oder Verlust ergibt sich aus der Multiplikation der gekauften/verkauften CFD-Kontrakte mit dem Differenzausgleich. CFDs haben somit keinen eigenen Nominalwert wie z. B. eine Aktie, mit der ein Investor einen Firmenanteil erwirbt. Für das Differenz-Geschäft erwirbt der Käufer also keine Aktie und auch keine Rechte für den Erwerb einer zu Grunde liegenden Aktie.
Für die CFD-Position hinterlegen Sie bei Ihrem CFD-Broker eine Sicherheitseinlage, die Margin. Die Margin wird ständig neu berechnet, je nach Kursentwicklung des Underlyings. Da die CFD-Position dem Kurs des Underlyings 1:1 folgt, die Margin jedoch nur ein Bruchteil des Gesamtwertes des zugrundeliegenden Basiswertes beträgt, ergibt sich ein enormer Hebeleffekt.
Mit dem Kauf von CFDs wird die Position rein rechnerisch geöffnet. Es handelt sich bei CFDs also um derivative (abgeleitete) Finanzinstrumente, sogenannte Derivate. CFDs sind derivativ, weil der Anleger mit dem CFD nicht den Basiswert handelt, sondern ein Finanzinstrument, das den Preis (Kurs) und die Kursveränderung eines zu Grunde liegenden Basiswertes (sog. Underlying) widerspiegelt.
Beispiel 1: DAX Long (Haltedauer 0 Tage):
Öffnen der Position
Erwartung steigender DAX
Kauf 10 CFDs bei einem DAX-Stand von 7500
Datum 08.06.2007
Wert 10 x 7.500 € = 75.000 €
Eingesetztes Kapital Sicherheitseinlage (Margin) 1 % vom Wert, also 750 €
Ordergebühr / Kosten pro Transaktion keine (z. B. bei CMC Markets)
Schließen der Position
Verkauf 10 CFDs bei einem DAX-Stand von 7550
Datum 08.06.2007
Wert 10 x 7.550 € = 75.500 €
Gewinn 75.500 € - 75.000 € = 500 €
Gewinn in % 66,66
Beispiel 2: DAX Short (Haltedauer 0 Tage):
Öffnen der Position
Erwartung fallender DAX
Verkauf (Leerverkauf) 10 CFDs bei einem DAX-Stand von 7500
Datum 08.06.2007
Wert 10 x 7.500 € = 75.000 €
Eingesetztes Kapital Sicherheitseinlage (Margin) 1 % vom Wert, also 750 €
Ordergebühr / Kosten pro Transaktion keine (z. B. bei CMC Markets)
Schließen der Position
Kauf 10 CFDs bei einem DAX-Stand von 7550
Datum 08.06.2007
Wert 10 x 7.550 € = 75.500 €
Verlust 75.000 € - 75.500 € = - 500 €
Verlust in % 66,66
Beispiel 3: DAX Long (Haltedauer 3 Tage):
Öffnen der Position
Erwartung steigender DAX
Kauf 10 CFDs bei einem DAX-Stand von 7500
Datum 08.06.2007
Wert 10 x 7.500 € = 75.000 €
Eingesetztes Kapital Sicherheitseinlage (Margin) 1 % vom Wert, also 750 €
Ordergebühr / Kosten pro Transaktion keine (z. B. bei CMC Markets)
Schließen der Position
Verkauf 10 CFDs bei einem DAX-Stand von 7550
Datum 11.06.2007
Wert 10 x 7.550 € = 75.500 €
Zinsen 7% für 3 Tage auf 75.000 € (der Anstieg auf 7550 erfolgte erst am Verkaufstag), also 43,75 €
Gewinn 75.500 € - 75.000 € - 43,75 € Zinsen = 456,25 €
Gewinn in % 60,83
Beispiel 4: Dt. Telekom Long (Haltedauer 3 Tage)
Öffnen der Position
Erwartung steigende Aktie Dt. Telekom
Kauf 5.000 CFDs bei einem Kurs der Dt. Telekom von 13,60 €
Datum 08.06.2007
Wert 5.000 x 13,60 € = 68.000 €
Eingesetztes Kapital Sicherheitseinlage (Margin) 5 % vom Wert, also 3.400 €
Ordergebühr / Kosten pro Transaktion 0,05% bei Aktien (bei CMC Markets), also 0,05% von 68.000 € = 34 €
Schließen der Position
Verkauf 5.000 CFDs bei einem Kurs der Dt. Telekom von 13,80 €
Datum 11.06.2007
Wert 5000 x 13,80 € = 69.000 €
Zinsen 7% für 3 Tage auf 68.000 € (der Anstieg auf 13,80 erfolgte erst am Verkaufstag), also 39,66 €
Provision / Ordergebühr 0,05% bei Aktien (bei CMC Markets), also 0,05% von 69.000 € = 34,50 €
Gewinn 69.000 € - 68.000 € - 39,66 € Zinsen - 68,50 € Ordergebühr für Kauf und Verkauf = 891,84 €
Gewinn in % 26,23
4. Bid/Ask Spread:
Der Bid-Ask-Spread ist eine Kennziffer aus dem Wertpapierbereich und beschreibt die Differenz zwischen Kaufpreis (Bid, Geld) und dem Verkaufspreis (Ask, Brief) eines Finanzinstruments.
Es bezeichnet also den Unterschied zwischen dem höchsten Preis, den ein Käufer bereit ist zu zahlen, und dem niedrigsten Preis, zu dem ein Verkäufer bereit ist, zu verkaufen.
Liegt beispielsweise der höchste Kaufpreis eines Finanzinstruments bei 50 € und der niedrigste Verkaufspreis bei 55 €, dann beträgt der Bid-Ask-Spread 5 €.
5. Volatilität:
Volatlität beschreibt die Schwankungsintensität eines Wertes (z.B. eines Index oder einer Aktie). Je häher die Volatilität (Vola) ist, dest mehr schwankt der Wer hin und her, sprich es kommt zu größeren Bewegungen. Dabei wird die Vola auf Sicht unterschiedlicher Zeiträume ermittelt und beeinflusst somit auch den OS-Preis. Denn je höher die Vola steigt, dest positiver wirkt sich dies auf einen steigenden Kurs beim OS aus (bei einer fallenden Vola dann gegenteilig). Für KOs und CFDs ist die Vola jedoch für den Wert nicht wichtig, auich beim OS setzt sich daraus nur ein Teil des Preises zusammen.
6. Ko mit Strike:
In Punkt 2 wurde ja bereits erläuter, was ein KO ist. Die spezielle Form eines KOs mit Strike nun nochmal seperat in einer kurzen Erklärung: Ein KO mit einem Strike hat immer noch eine Art "Risikopuffer". Das bedeutet: Auch wenn der Schein Ko geht, also die Schhwelle erreicht, so hat er noch einen Restwert. Dieser setzt sich aus der Differenz zwischen Ko-Schweele und Strike zusammen und kann unterschiedlich groß sein. Ein Strike KO hat den Vorteil, dass man nie einen Totalverlust machen kann, nachteil ist der niedrigere Hebel durch den Strike.
7. Erklärung der Begriffe SL, TP und Underlying:
Einen SL - TP kann man bei jeder Form eines Wertpapiers/Hebelproduktes setzten. SL (Stop-los) und TP (Take-Profit) sind zwei Gegensätze. Der SL Wert kann von einem selbst gesetzt werden, nach dem Kauf eines an der Börse gehandelten Papiers. Der SL-Kurs ist dabei der Preis, zu welchem das Papier automatisch verkauft wird, um die Verluste zu begrenzen, der TP ist der Preis, zu welchem die Gewinne mitenommen werden, also ebenfalls verkauft wird. Der SL liegt immer unter dem KK (Kaufkurs) des Scheins, der TP immer darüber.
Das Underlying ist der Wert, von welchem das darauf gesetzte Produkt abhängig ist. Beispiel:
Ich kaufe mir einen Call (also auf steigende Kurse) auf den Dax, das Underlyning für diesen Call wäre in diesem Fall der Dax, da der Wert des Calls von diesem abhänig ist.
1. Optionsschein/e (Was ist ein Optionsschein?)
2. Konock-Out Scheine (KOs)
3. CFDs (Contract for Difference)
4. Bid/Ask Spread
5. Volaitilität/ Auswirkungen auf OS
6. KO mit Strike (spezielle Form)
7. Erklärung zu folgenden Begriffen/Abkürzungen: SL, TP, Underlying
Ein Teil dieser Erklärungen stammen 1 zu 1 aus Wikipedia (oder einer anderen Enzyklopädie) und wurden rauskopiert, da diese Erklärungen bereits recht einfach und leicht verständlich sind. Alle Texte sind nur eine grobe Erläuterung des Bergriffs bzw. was dieser bedeutet, zur praktischen Anwendung (traden) reicht dieses grobe Wissen jedoch noch nicht. Diese Erklärungen stellen nur eine kzrze Übersicht zu den wichtigsten Thematiken des jeweiligen Begriffs da. Von daher sollte sich jeder, der interesse an solchen Produkten hat noch weitere Informationen beschaffen, bei Fragen rund ums Thema traden kann man mir auch gerne eine BM schreiben, xD. Auch wenn die Erklärungen in manchen Teilen etwas langatmig erscheinen, so empfiehlt es sich doch für alle Neulige, die die Begriffe/Produkte noch nicht kennen, die Texte zu lesen, lg Tim.
1. Optionsscheine:
Ein Optionsschein ist ein Wertpapier, das dem Besitzer gegenüber dem Emittenten (Herausgeber) ein Recht einräumt. Gegenstand dieses Rechts ist in der Regel ein Objekt, das an der Börse, oder allgemein im Markt, einer Preisbildung unterliegt. Dies können zum Beispiel Aktien oder Rohstoffe sein.
Darüber hinaus gibt es auch Spezial-Optionsscheine, die zum Beispiel auf einen Wahlausgang zielen. Diese werden jedoch im weiteren nicht berücksichtigt. Den Wert, auf den sich der Optionsschein bezieht, nennt man "Underlying" (engl. zugrunde liegend).
Das Recht, das der Optionsschein begründet, besteht in der Regel darin, daß der Besitzer des Scheines, eine bestimmte Menge des underlying an einem bestimmten Tag oder während einer bestimmten Zeitspanne zu einem bestimmten Preis handeln darf.
Wie nun dieser bestimmte Preis und die bestimmte Menge und der bestimmte Zeitraum aussehen, ist Teil der Konditionen, die der Optionsschein innehat.
Zunächst wird in den Bedingungen des Optionsscheines die Art des Handels vereinbart. Will der Besitzer des Optionsscheins die bestimmte Menge des underlying kaufen oder verkaufen? Hiernach unterscheidet man Calls (Kaufoptionen) und Puts (Verkaufsoptionen). Mit einem Call erwirbt der Besitzer des Scheins das Recht die bestimmte Menge des underlying zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem bestimmten Kurs zu kaufen. Dieses Recht ist unabhängig von dem tatsächlichen Kurs des underlying an diesem Tag oder dieser Zeitspanne.
Verbrieft der Schein das Recht eine Aktie zum Kurs von 100 Euro zu kaufen und der tatsächliche Kurs der Aktie liegt bei 150 Euro, so muss der Emittent die Aktie auch für 100 Euro verkaufen. Diese Transaktion nennt man das Ausüben einer Option. Findet diese Transaktion tatsächlich statt, das heißt, werden Aktien in das Depot des Optionsscheinbesitzers übertragen, so spricht man von effektiver Lieferung (englisch: physical delivery).
In der Regel findet dieser Austausch Aktie gegen Optionsschein jedoch nicht statt. Normalerweise wird bei der Ausübung der Option einfach der Differenzbetrag - im oben genannten Beispiel 50 Euro - an den Besitzer des Optionsscheins ausgezahlt. Dies nennt man Geldverrechnung (englisch: cash settlement). Speziell bei Indexoptionsscheinen wird die Geldverrechnung angewandt.
Im Falle eines Puts verhält es sich natürlich exakt umgekehrt. Verbrieft hier der Schein das Recht, die Aktie für beispielsweise 100 Euro zu verkaufen, und der tatsächliche Kurs der Aktie liegt bei 50 Euro, so müsste der Besitzer des Scheins auch zu diesem höheren Kurs an den Emittenten verkaufen dürfen. Wie bereits oben gesagt findet diese Transaktion in der Regel nicht statt. Ansonsten müsste der Besitzer des Puts auch die entsprechende Menge an Aktien tatsächlich besitzen um sie verkaufen zu können. Er müsste sie dann beispielsweise am Tag vor der Fälligkeit kaufen (zu 50 Euro), nur um sie dann am nächsten Tag zum Kurs von 100 Euro verkaufen zu können. Auch in diesem Fall wird normalerweise einfach der Differenzbetrag ausgezahlt.
In den beiden obigen Beispielen wird der Besitzer des Optionsscheins natürlich von seinem Recht, die Option auszuüben, Gebrauch machen, denn er macht in beiden Fällen Gewinn. Die Ausübung eines Optionsscheins ist jedoch nicht verpflichtend. Würde im obigen Beispiel der Kurs des underlying bei 90 Euro liegen, so müsste der Besitzer des Calls dennoch zu einem Kurs von 100 Euro kaufen. Er kann die Option ausüben und einen Verlust von 10 realisieren. Er kann jedoch auch auf das Recht der Ausübung verzichten. In diesem Fall verfällt der Schein wertlos.
Den bestimmten Kurs, zu dem dieser Handel (im obigen Beispiel 100 Euro) vereinbart wurde, nennt man den Bezugspreis (oder englisch strike) des Optionsscheins. Der strike eines Optionsscheins bleibt normalerweise während der gesamten Laufzeit konstant. Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen der strike in bestimmten Intervallen an die tatsächliche Kursentwicklung des underlying angepasst wird. Wie und wann diese Anpassung stattfindet ist ebenfalls den Bedingungen des Optionsscheins zu entnehmen.
Bleiben wir bei diesem Beispiel : Der Strike eines Calls liegt bei 100 Euro. Der Kurs des underlying liegt bei 50 Euro. Zu diesem Zeitpunkt könnte ein interessierter Anleger das underlying zu einem wesentlich günstigeren Kurs (50 Euro) an der Börse beziehen, als wenn er zu dem strike des Optionsscheins (100 Euro) kaufte. In diesem Fall nennt man diesen Optionsschein "aus dem Geld", das heißt eine Anlage in diesen Schein ist unattraktiv. In umgekehrten Fall (underlying 150 Euro, strike 100 Euro) spricht man von einem Optionsschein der (weit) "im Geld" ist.
Der nächste Punkt, der in den Bedingungen eines Optionsscheins geregelt wird, ist die Menge des underlying, welche pro Optionsschein gehandelt werden darf. Dies nennt man das Bezugsrechtsverhältnis (englisch: abgekürzt cr). Im einfachsten Fall ist dieses Verhältnis 1:1, d.h. der Besitzer eines Optionsscheins darf eine Einheit des Underlyings handeln. Dies ist oft bei Aktien der Fall, deren Börsennotierung unter 50 Euro liegt.
Das Bezugsrechtsverhältnis orientiert sich stark am Kurs des Underlyings. Bei sehr hohen Börsenkursen des Underlyings (zum Beispiel einige Schweizer Aktien-Gesellschaften, bei denen eine Aktie für mehrere Tausend Franken gehandelt wird), wird das Bezugsrechtsverhältnis in der Regel bei 1:1000 oder 1:100 liegen. Das heißt, der Anleger benötigt 1.000, bzw. 100, Optionsscheine, um eine Einheit des Underlyings zu handeln.
Bei einigen wenigen Underlyings (zum Beispiel bei manchen italienischen Aktien), kann das Bezugsrechtsverhältnis auch 2:1 oder 10:1 lauten. In diesem Fall berechtigt ein Optionsschein zum Handel mit 2, beziehungsweise 10, Einheiten des Underlyings. Mit Einführung des Euro ist aber hier eine weitgehende Harmonisierung eingetreten.
Der letzte Punkt der Ausstattung eines Optionsscheins ist die Laufzeit. Bei der Ausgabe neuer Optionsscheine legt der Emittent eine Frist fest, die die Laufzeit des Optionsscheins begrenzt. Dies ist in der Regel ein Zeitraum von sechs Monaten bis zu zwei Jahren.Der Anleger muss sich immer bewusst sein, dass am Ende der Laufzeit das Leben seines Optionsscheins endet! Ob er den Schein für attraktiv hält, lässt sich nur entscheiden, wenn die Kursentwicklungen, die der Anleger für das Underlying erwartet auch innerhalb dieser Frist eintreten. Der größte Boom oder Crash läßt den Besitzer eines Optionsscheins völlig kalt, wenn er zwei Wochen zu spät stattfindet.
Der erste und häufigste Fall ist der der amerikanischen Option (Ausübung). Der Besitzer eines Optionsscheins nach amerikanischer Ausübung ist während der Laufzeit jederzeit berechtigt, seine Option auszuüben. Meint der Besitzer eines Calls, dass der momentane Kursstand während der verbleibenden Laufzeit nicht mehr übertroffen werden wird, so übt er seine Option aus, erhält den Differenzbetrag ausgezahlt und die Option erlischt.
Das Gegenstück zur amerikanischen Ausübung ist die europäische Ausübung. Bei Scheinen nach europäischer Ausübung kann die Option nur am Verfallstag ausgeübt werden.
Zusätzlich zu dem Verfallstag der Option kann in den Bedingungen des Optionsscheins auch eine Frist angegeben sein, wie viel Zeit zwischen der Ausübung der Option und der Übertragung der Aktien, beziehungsweise des Differenzbetrages vergehen soll. Diese Frist, Valuta genannt, liegt in der Regel zwischen zwei und sieben Tagen.
Was die Kursstellung angeht, gibt es Bid/Ask- bzw. Geld/Brief-Kurse. Das sind die Preise, zu denen der Emittent, also der Herausgeber, die Optionsscheine zurückkauft bzw. verkauft. Mit dem Spread wird die Spanne zwischen Bid- und Ask-Kurs bezeichnet.
2. Knock-Outs (KOs):
Knock-out-Produkte zählen wie Optionsscheine zu den Hebelprodukten. Häufig werden die Produkte einfach kurz als „Knock-outs“ oder auch „Turbos“ bezeichnet. Knock-outs wurden erstmals im Jahr 2001 emittiert und sind innerhalb kürzester Zeit so populär geworden, dass die Umsätze in diesen Produkten inzwischen die Umsätze in Optionsscheinen übertreffen.
Je nach Produkttyp profitieren Hebelprodukte von steigenden oder fallenden Kursen. Knock-out-Produkte weisen dabei gegenüber Optionsscheinen einige Besonderheiten auf:
Knock-out-Produkte können vorzeitig verfallen, wenn der Kurs des Basiswertes eine bestimmte Schwelle unterschreitet (bei bullishen Knock-out) oder überschreitet (bei bearishen Knock-outs). Je nach Ausgestaltung des Produkts verfallen sie dann wertlos oder es wird ein bestimmter Restwert zurückgezahlt.
Knock-out-Produkte sind von Veränderungen der impliziten Volatilität nur wenig oder gar nicht betroffen. Die Preisbildung ist für den Anleger daher leichter nachvollziehbar als bei Optionsscheinen.
Knock-out-Produkte weisen einen geringeren oder gar keinen Zeitwert auf und besitzen eine höhere Hebelwirkung als vergleichbar ausgestattete Optionsscheine.
Durch die Möglichkeit des „Knock-out“ und die höhere Hebelwirkung sind Knock-out-Produkte riskanter als vergleichbare Optionsscheine.
Knock-out-Produkte reagieren überproportional auf Kursbewegungen eines festgelegten Basiswertes. Als Basiswerte dienen vor allem Aktien, Indizes, Währungen und Rohstoffe. Die Hebelwirkung ermöglicht es, schon mit geringem Kapitaleinsatz hohe prozentuale Gewinne zu erzielen. Allerdings wirkt die Hebelwirkung auch in die entgegen gesetzte Richtung. Liegen Sie mit Ihrer Markterwartung falsch, kann es schnell zu hohen Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen.
Der Einsatz von Knock-out-Produkten mit hohen Hebelwirkungen als Spekulationsinstrument empfiehlt sich nur für sehr risikobereite Anleger. Aufgrund ihrer besonderen Produkteigenschaften lassen sich Knock-out-Produkte jedoch auch für andere Zwecke einsetzen und können daher auch für weniger risikobereite, ertragsorientierte Investoren interessant sein: Produkte, die bei fallenden Kursen an Wert gewinnen, lassen sich etwa zur Absicherung von Wertpapierdepots gegen Kursverluste einsetzen. Daneben kann durch den Einsatz von Knock-out-Produkten auch investiertes Kapital freigesetzt werden, welches dann anderweitig eingesetzt werden kann (Cash Exctraction). Mehr darüber lesen Sie im Kapitel „Einsatzmöglichkeiten von Knock-out-Produkten“.
Funktionsweise an einem Beispiel:
Die Funktionsweise eines Knock-out-Produkts lässt sich am besten anhand eines Beispiels erklären. Betrachten wir folgenden Knock-out-Call:
Basiswert: Siemens AG
Aktienkurs: 75 Euro
Basispreis: 70 Euro
Knock-out-Schwelle: 70 Euro
Bezugsverhältnis: 0,1
Restlaufzeit: 5 Monate
Kurs des Produkts: 0,57 Euro
Da die Knock-out-Schwelle nicht allzu weit vom aktuellen Kurs der Aktie entfernt liegt, handelt es sich hierbei um ein sehr spekulatives Produkt mit hoher Hebelwirkung. Entscheidend für die Wertentwicklung des Papiers und für die Rückzahlung am Laufzeitende ist der innere Wert des Produkts. Der innere Wert bildet die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswertes und dem Basispreis, bereinigt um das Bezugsverhältnis. Der innere Wert dieses Knock-out-Calls berechnet sich genauso wie bei Optionsscheinen:
(Kurs Basiswert – Basispreis) x Bezugsverhältnis
= (75 Euro – 70 Euro) x 0,1
= 0,50 Euro.
Als Anleger erhalten Sie am Laufzeitende die Differenz zwischen Aktienkurs und Basispreis ausbezahlt. Würde die Aktie bei Fälligkeit z.B. bei 80 Euro notieren, so läge der innere Wert und damit der Rückzahlungsbetrag beispielsweise bei 1 Euro.
Das große Risiko eines Knock-out-Produkts besteht in der Knock-out-Schwelle. Berührt oder unterschreitet der Kurs des Basiswertes die Knock-out-Schwelle, so verfällt das Produkt vorzeitig. In unserem Beispiel wäre das der Fall, wenn der Aktienkurs der Siemens AG die Knock-out-Schwelle von 70,00 Euro berührt oder unterschreitet. Faktisch ist das Produkt dann wertlos. Die meisten Emittenten kaufen das Produkt aber trotzdem für 0,1 Cent zurück, damit Sie den Verlust steuerlich ggf. mit Spekulationsgewinnen verrechnen können.
Die Differenz des inneren Wertes zum aktuellen Kurs des Produkts (0,07 Euro) bildet das Aufgeld. Dieses Aufgeld baut sich zum Laufzeitende hin allmählich ab und beträgt bei Fälligkeit 0. Warum aber gibt es dieses Aufgeld überhaupt?
Wenn Sie ein Anlage- oder Hebelprodukt erwerben, spekuliert der Emittent nicht gegen Sie. Er muss also nicht hoffen, dass Sie als Anleger einen Verlust erleiden und später das Produkt zu einem niedrigeren Kurs wieder verkaufen müssen. Vielmehr sichert sich der Emittent im Hintergrund über den Basiswert ab. Dieser Vorgang wird als „Hedging“ bezeichnet. Sobald Sie den Knock-out-Call aus unserem Beispiel kaufen, erwirbt der Emittent so viele Aktien der Siemens AG, dass er mit den Aktien im Idealfall denselben absoluten Gewinn oder Verlust erzielt wie Sie. Damit spielt es für ihn keine Rolle, wie sich die Aktie künftig entwickelt.
Zum Kauf der Aktien ist allerdings ein viel größerer Geldbetrag erforderlich als zum Kauf der Knock-out-Calls. Für das Kapital, das hierfür eingesetzt werden muss, stellt Ihnen der Emittent Zinskosten in Rechnung. Diese Zinskosten bilden das Aufgeld. Sie können daher den Kauf eines Knock-out-Calls auch mit einem teilweise kreditfinanzierten Kauf der Aktie vergleichen. Sie bringen dabei nur einen Teil des Geldes auf, nämlich den Kaufpreis für die Knock-outs.
Bei Knock-out-Puts muss der Emittent den Basiswert verkaufen, um sich abzusichern. Das freiwerdende Kapital kann der Emittent kurzzeitig zinsbringend anlegen. Daher kann es bei Knock-out-Puts vorkommen, dass das Produkt sogar leicht unter dem inneren Wert notiert.
Unterschiedliche Typen von Knock-out-Produkten
Generell lassen sich zwei verschiedene Arten von Knock-out-Produkten unterscheiden:
Knock-out-Produkte ohne Stop-loss-Schwelle: Bei diesen Produkten sind – wie in unserem oben genannten Beispiel - Basispreis und Knock-out-Schwelle identisch.
Knock-out-Produkte mit Stop-loss-Schwelle: Bei diesem Produkt liegt die Knock-out-Schwelle über (Calls) bzw. unter (Puts) dem Basispreis. Bei Unterschreiten bzw. Überschreiten dieser Schwelle wird das Produkt zwar ebenfalls vorzeitig fällig, Sie erhalten jedoch im Regelfall einen Restwert ausbezahlt. Da die Knock-out-Schwelle bei diesem Produkt wie eine Stop-Order wirkt, wird die Schwelle meist als „Stop-loss-Schwelle“ bezeichnet.
Wie groß der Restwert ist, hängt davon ab, zu welchem Kurs der Emittent seine Absicherungsposition auflösen kann. Die meisten Emittenten stellen die Hedge-Position über einen Zeitraum von ca. 2-3 Stunden glatt. Anschließend wird der Restwert ermittelt, der an den Anleger ausgezahlt wird.
Open-end-Knock-outs:
Die meisten Knock-out-Produkte besitzen zum Emissionszeitpunkt eine Restlaufzeit von wenigen Wochen bis mehreren Monaten. Einige Knock-out-Produkte sind jedoch mit endloser Laufzeit ausgestattet. Diese Produkte besitzen kein Aufgeld, ihr Preis entspricht folglich immer dem inneren Wert.
Da anfallende Zinskosten für den Hedge des Emittenten bzw. Zinserträge aus einer Absicherungsposition natürlich auch bei endlos laufenden Produkten anfallen, wird der Basispreis (Finanzierungslevel) und die Stop-loss-Schwelle in regelmäßigen Abständen angepasst, so dass sich der innere Wert des Produkts in kleinen Schritten verändert. Bei längerer Haltedauer kann dadurch der innere Wert des Papiers abnehmen, wenn der Kurs des Basiswertes seitwärts tendiert.
Einsatzmöglichkeiten von Knock-out-Produkten
Da Knock-out-Produkte die absolute Wertentwicklung des Basiswertes nahezu eins zu eins nachvollziehen, eignen sie sich neben der Spekulation auf steigende oder fallende Kurse auch noch für andere Zwecke.
Cash-Extraction:
Nehmen wir an, Sie besitzen 100 Aktien der Siemens AG, aktueller Kurs 75,00 Euro. Der Gesamtwert der Position beträgt also 7.500,00 Euro. Sie möchten nun zusätzlich kurzfristig in eine weitere interessante Aktie investieren. Leider haben Sie gerade kein freies Kapital zur Verfügung. Sie möchten sich aber auch nicht von Ihren Siemens-Aktien trennen, da Sie die Aktie für aussichtsreich halten.
Mit Knock-outs können Sie weiterhin an Kursbewegungen eines Basiswertes partizipieren und gleichzeitig Kapital für andere Zwecke freisetzen. Bei einem Bezugsverhältnis von 0,1 beziehen sich zehn Knock-out-Calls auf eine Aktie. Um 100 Aktien zu ersetzen, benötigen Sie also 1.000 Knock-outs. Sie verkaufen die Siemens-Aktien und erwerben stattdessen 1.000 Knock-out-Calls mit einem Basispreis und einer Knock-out-Schwelle bei 65 Euro zu einem Kurs von 1,07 Euro. Hierfür benötigen Sie 1.070 Euro. Ihnen bleiben also 6.430 Euro, um in die zweite Aktie zu investieren.
Steigt die Siemens-Aktie nun von 75 auf 85 Euro, so hätten Sie mit 100 Siemens-Aktien einen Gewinn von 100 x 10 Euro erzielt, also 1.000 Euro. Der Kurs des Knock-out-Calls würde in diesem Szenario auf etwa 2,07 Euro steigen (je nach Haltedauer einige cents weniger, da sich das Aufgeld langsam abbaut). Mit 1.000 Papieren würden Sie in diesem Szenario also ebenfalls einen Gewinn von 1.000 Euro erzielen, obwohl Ihnen die restlichen 6.430 Euro für weitere Investments zur Verfügung standen.
Bei der Anwendung der Cash-Extraction sollten Sie jedoch folgende Dinge zu beachten:
Das Knock-out-Produkt kann vorzeitig ausgeknockt werden. Tritt dies ein, so ist das Kapital verloren, welches Sie in die Knock-outs investiert haben. Sie partizipieren dann nicht mehr an Kursbewegungen der Aktie.
Die Laufzeit der meisten Knock-out-Produkte ist begrenzt. Wenn das Laufzeitende erreicht ist, partizipieren Sie nicht mehr an Kursbewegungen der Aktie.
Durch den allmählichen Abbau des Aufgeldes entstehen Ihnen Finanzierungskosten, die umso höher sind, je länger Sie eine Aktienposition durch Knock-outs ersetzen. Bei Knock-outs ohne Laufzeitbegrenzung kann sich aufgrund der Finanzierungskosten der innere Wert des Produkts verringern. Ihre Gesamtposition ähnelt einer kreditfinanzierten Spekulation, die nicht für jeden Anlegertyp geeignet erscheint.
Hedging
Mit Knock-out-Puts können Sie eine Position in einem Basiswert gegen fallende Kurse absichern. Über einen längeren Zeitraum hinweg macht dies in der Regel keinen Sinn, da sich dann die Kursbewegungen von Basiswert und Knock-out-Produkt gegenseitig neutralisieren und Ihnen nur Finanzierungskosten entstehen.
In der folgenden Situation könnte aber ein Hedging für einige Wochen sinnvoll sein: Stellen Sie sich vor, Sie haben vor 10 Monaten 100 Siemens-Aktien zu einem Preis von 50 Euro erworben. Aktuell notiert die Aktie bei 75 Euro. Sie liegen also 2.500 Euro im Plus. Sie möchten die Aktie gerne noch 2 weitere Monate halten, um aus der 12-monatigen Spekulationsfrist herauszukommen und den Gewinn damit steuerfrei zu machen. Gleichzeitig befürchten Sie aber, dass der Aktienkurs in den kommenden Wochen aufgrund schlechter Unternehmensnachrichten fallen könnte.
Sie kaufen nun zur Absicherung 1.000 Knock-out-Puts mit einem Bezugsverhältnis von 0,1 sowie einem Basispreis und einer Knock-out-Schwelle bei 85 Euro. Der aktuelle Kurs des Knock-outs liegt bei 1,02 Euro. Sie benötigen für den Kauf 1.020 Euro. Fällt die Aktie in den nächsten zwei Monaten z.B. auf 70 Euro, so würden sich Ihr Buchgewinn in der Aktienposition um 500,00 Euro verringern. Gleichzeitig würde der Wert des Knock-out-Puts aber auf etwa 1,52 Euro steigen und den Verlust damit im Idealfall vollständig ausgleichen.
Sie hätten in unserem Beispiel einen Gewinn von 2.000 Euro aus der Aktienposition über die Spekulationsfrist gerettet. Dass Sie die 500 Euro Gewinn aus dem Knock-out-Put nun versteuern müssen, lässt sich dabei sicherlich verschmerzen.
Risiken:
Jede Geldanlage in Wertpapieren ist mit Risiken behaftet. Für Knock-out-Produkte gelten insbesondere folgende spezielle Risiken:
Hebelwirkung: Durch die Hebelwirkung von Knock-out-Produkten können in kurzer Zeit hohe Verluste bis hin zum Totalverlust entstehen.
Knock-out-Schwelle: Durch Eintritt eines Knock-out-Ereignisses kann das Produkt bereits vor Ablauf der Laufzeit wertlos verfallen.
Begrenzte Laufzeit: Die Laufzeit eines Knock-out-Produkts ist meistens befristet. Die Rechte, die Sie mit einem Knock-out-Produkt erwerben, können während der Laufzeit an Wert verlieren oder verfallen. Je kürzer die Restlaufzeit eines Knock-out-Produkts ist, desto größer kann das Risiko eines Wertverlustes sein, da die verbleibende Spekulationszeit gering ist.
Weitere Preiseinflussfaktoren: Veränderungen der impliziten Volatilität beeinflussen den Wert vieler Knock-out-Produkte, wenn auch in geringerem Umfang als bei Optionsscheinen. Zusätzlich wird der Wert durch Veränderungen des Zinsniveaus, durch eine Änderung erwarteter Dividendenzahlungen für den Basiswert sowie durch die Abnahme der Restlaufzeit beeinflusst.
Basiswerte in Fremdwährung: Notiert der Basiswert in einer anderen Währung als dem Euro, trägt der Anleger zusätzlich ein Währungsrisiko, da sich der innere Wert des Produkts in der Fremdwährung berechnet.
Bei nahezu allen strukturierten Produkten handelt es sich rechtlich um Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten. Bei Zahlungsschwierigkeiten oder Insolvenz des Emittenten ist das investierte Kapital nicht geschützt. Der Anleger trägt daher ein Bonitätsrisiko.
3. CFD (s):
CFD ist in der Finanzwelt die Abkürzung für Contract for Difference, was auf Deutsch Differenz-Kontrakt bzw. Differenz-Geschäft bedeutet. Mit Differenz ist der Unterschied zwischen Kaufkurs und Verkaufskurs der grundliegenden Position gemeint.
Beim Schließen einer Position, die aus einem virtuellen Kauf (Long-Position) oder Verkauf (Short-Poition) eines Basiswertes (z. B. Gold) entstanden ist, wird nur der Differenzausgleich berechnet. Der Gewinn oder Verlust ergibt sich aus der Multiplikation der gekauften/verkauften CFD-Kontrakte mit dem Differenzausgleich. CFDs haben somit keinen eigenen Nominalwert wie z. B. eine Aktie, mit der ein Investor einen Firmenanteil erwirbt. Für das Differenz-Geschäft erwirbt der Käufer also keine Aktie und auch keine Rechte für den Erwerb einer zu Grunde liegenden Aktie.
Für die CFD-Position hinterlegen Sie bei Ihrem CFD-Broker eine Sicherheitseinlage, die Margin. Die Margin wird ständig neu berechnet, je nach Kursentwicklung des Underlyings. Da die CFD-Position dem Kurs des Underlyings 1:1 folgt, die Margin jedoch nur ein Bruchteil des Gesamtwertes des zugrundeliegenden Basiswertes beträgt, ergibt sich ein enormer Hebeleffekt.
Mit dem Kauf von CFDs wird die Position rein rechnerisch geöffnet. Es handelt sich bei CFDs also um derivative (abgeleitete) Finanzinstrumente, sogenannte Derivate. CFDs sind derivativ, weil der Anleger mit dem CFD nicht den Basiswert handelt, sondern ein Finanzinstrument, das den Preis (Kurs) und die Kursveränderung eines zu Grunde liegenden Basiswertes (sog. Underlying) widerspiegelt.
Beispiel 1: DAX Long (Haltedauer 0 Tage):
Öffnen der Position
Erwartung steigender DAX
Kauf 10 CFDs bei einem DAX-Stand von 7500
Datum 08.06.2007
Wert 10 x 7.500 € = 75.000 €
Eingesetztes Kapital Sicherheitseinlage (Margin) 1 % vom Wert, also 750 €
Ordergebühr / Kosten pro Transaktion keine (z. B. bei CMC Markets)
Schließen der Position
Verkauf 10 CFDs bei einem DAX-Stand von 7550
Datum 08.06.2007
Wert 10 x 7.550 € = 75.500 €
Gewinn 75.500 € - 75.000 € = 500 €
Gewinn in % 66,66
Beispiel 2: DAX Short (Haltedauer 0 Tage):
Öffnen der Position
Erwartung fallender DAX
Verkauf (Leerverkauf) 10 CFDs bei einem DAX-Stand von 7500
Datum 08.06.2007
Wert 10 x 7.500 € = 75.000 €
Eingesetztes Kapital Sicherheitseinlage (Margin) 1 % vom Wert, also 750 €
Ordergebühr / Kosten pro Transaktion keine (z. B. bei CMC Markets)
Schließen der Position
Kauf 10 CFDs bei einem DAX-Stand von 7550
Datum 08.06.2007
Wert 10 x 7.550 € = 75.500 €
Verlust 75.000 € - 75.500 € = - 500 €
Verlust in % 66,66
Beispiel 3: DAX Long (Haltedauer 3 Tage):
Öffnen der Position
Erwartung steigender DAX
Kauf 10 CFDs bei einem DAX-Stand von 7500
Datum 08.06.2007
Wert 10 x 7.500 € = 75.000 €
Eingesetztes Kapital Sicherheitseinlage (Margin) 1 % vom Wert, also 750 €
Ordergebühr / Kosten pro Transaktion keine (z. B. bei CMC Markets)
Schließen der Position
Verkauf 10 CFDs bei einem DAX-Stand von 7550
Datum 11.06.2007
Wert 10 x 7.550 € = 75.500 €
Zinsen 7% für 3 Tage auf 75.000 € (der Anstieg auf 7550 erfolgte erst am Verkaufstag), also 43,75 €
Gewinn 75.500 € - 75.000 € - 43,75 € Zinsen = 456,25 €
Gewinn in % 60,83
Beispiel 4: Dt. Telekom Long (Haltedauer 3 Tage)
Öffnen der Position
Erwartung steigende Aktie Dt. Telekom
Kauf 5.000 CFDs bei einem Kurs der Dt. Telekom von 13,60 €
Datum 08.06.2007
Wert 5.000 x 13,60 € = 68.000 €
Eingesetztes Kapital Sicherheitseinlage (Margin) 5 % vom Wert, also 3.400 €
Ordergebühr / Kosten pro Transaktion 0,05% bei Aktien (bei CMC Markets), also 0,05% von 68.000 € = 34 €
Schließen der Position
Verkauf 5.000 CFDs bei einem Kurs der Dt. Telekom von 13,80 €
Datum 11.06.2007
Wert 5000 x 13,80 € = 69.000 €
Zinsen 7% für 3 Tage auf 68.000 € (der Anstieg auf 13,80 erfolgte erst am Verkaufstag), also 39,66 €
Provision / Ordergebühr 0,05% bei Aktien (bei CMC Markets), also 0,05% von 69.000 € = 34,50 €
Gewinn 69.000 € - 68.000 € - 39,66 € Zinsen - 68,50 € Ordergebühr für Kauf und Verkauf = 891,84 €
Gewinn in % 26,23
4. Bid/Ask Spread:
Der Bid-Ask-Spread ist eine Kennziffer aus dem Wertpapierbereich und beschreibt die Differenz zwischen Kaufpreis (Bid, Geld) und dem Verkaufspreis (Ask, Brief) eines Finanzinstruments.
Es bezeichnet also den Unterschied zwischen dem höchsten Preis, den ein Käufer bereit ist zu zahlen, und dem niedrigsten Preis, zu dem ein Verkäufer bereit ist, zu verkaufen.
Liegt beispielsweise der höchste Kaufpreis eines Finanzinstruments bei 50 € und der niedrigste Verkaufspreis bei 55 €, dann beträgt der Bid-Ask-Spread 5 €.
5. Volatilität:
Volatlität beschreibt die Schwankungsintensität eines Wertes (z.B. eines Index oder einer Aktie). Je häher die Volatilität (Vola) ist, dest mehr schwankt der Wer hin und her, sprich es kommt zu größeren Bewegungen. Dabei wird die Vola auf Sicht unterschiedlicher Zeiträume ermittelt und beeinflusst somit auch den OS-Preis. Denn je höher die Vola steigt, dest positiver wirkt sich dies auf einen steigenden Kurs beim OS aus (bei einer fallenden Vola dann gegenteilig). Für KOs und CFDs ist die Vola jedoch für den Wert nicht wichtig, auich beim OS setzt sich daraus nur ein Teil des Preises zusammen.
6. Ko mit Strike:
In Punkt 2 wurde ja bereits erläuter, was ein KO ist. Die spezielle Form eines KOs mit Strike nun nochmal seperat in einer kurzen Erklärung: Ein KO mit einem Strike hat immer noch eine Art "Risikopuffer". Das bedeutet: Auch wenn der Schein Ko geht, also die Schhwelle erreicht, so hat er noch einen Restwert. Dieser setzt sich aus der Differenz zwischen Ko-Schweele und Strike zusammen und kann unterschiedlich groß sein. Ein Strike KO hat den Vorteil, dass man nie einen Totalverlust machen kann, nachteil ist der niedrigere Hebel durch den Strike.
7. Erklärung der Begriffe SL, TP und Underlying:
Einen SL - TP kann man bei jeder Form eines Wertpapiers/Hebelproduktes setzten. SL (Stop-los) und TP (Take-Profit) sind zwei Gegensätze. Der SL Wert kann von einem selbst gesetzt werden, nach dem Kauf eines an der Börse gehandelten Papiers. Der SL-Kurs ist dabei der Preis, zu welchem das Papier automatisch verkauft wird, um die Verluste zu begrenzen, der TP ist der Preis, zu welchem die Gewinne mitenommen werden, also ebenfalls verkauft wird. Der SL liegt immer unter dem KK (Kaufkurs) des Scheins, der TP immer darüber.
Das Underlying ist der Wert, von welchem das darauf gesetzte Produkt abhängig ist. Beispiel:
Ich kaufe mir einen Call (also auf steigende Kurse) auf den Dax, das Underlyning für diesen Call wäre in diesem Fall der Dax, da der Wert des Calls von diesem abhänig ist.