Top-Titel weltweit
Europa bleibt der Favorit
Die Tendenz unter den internationalen Wertpapierexperten ist eindeutig: Europäische Aktien werden sich in diesem Jahr im weltweiten Vergleich am besten entwickeln, knapp verfolgt von Japans Börse und deutlich vor der Wall Street in New York. „Europa liegt weiterhin voll im Trend, Japans Gesundung bestätigt sich, und in den USA häufen sich die Fragezeichen“, bringt Alfred Roelli, oberster Aktienstratege bei der Schweizer Privatbank Pictet die Mehrheitsmeinung auf den Punkt.
HB FRANKFURT. Es könnte also bis auf den Wechsel an der Spitze so weitergehen wie im gerade abgelaufenen Jahr: Da lag das Aushängeschild der Tokioter Börse, der Nikkei 225 mit einem Plus von rund 40 Prozent im Jahresverlauf vor dem für die Euro-Zone maßgeblichen Euro Stoxx 50 mit knapp 30 Prozent Zuwachs und weit vor dem Wall Street-Barometer Dow Jones Industrial, der sogar leicht verloren hat.
Und noch ein Trend zeichnet sich ab: Wenn schon europäische Aktien, dann sind nicht mehr wie in den letzten Jahren Nebenwerte en vogue. Stattdessen sollen es künftig wieder die ganz großen Flagschiffe sein. Die sind in Europa in den beiden Indizes Stoxx 50 und Euro Stoxx 50 enthalten. Während der Euro Stoxx 50 lediglich Werte aus dem Euro-Raum enthält, sind im Stoxx 50 auch Aktien aus Großbritannien und der Schweiz vertreten. Dennoch genießt der Euro Stoxx 50 bei den Investoren den deutlich höheren Stellenwert. Der Grund dafür ist simpel: Es besteht kein Währungsrisiko. Die Großinvestoren betrachten stattdessen den Euro-Raum, den britischen, Schweizer und skandinavischen Raum lieber separat.
Die Phantasie der Anleger gerade für den Euro-Raum speist sich aus drei Faktoren. Zum einen erscheint die Phase des seit drei Jahren anhaltenden Gewinnwachstums noch immer intakt – wenn auch in abgeschwächter Form. Des weiteren ist die Bewertung nach wie vor günstig, zogen doch die Aktienkurse im vergangenen Jahr nicht stärker als die Unternehmensgewinne an. Und zu guter Letzt stellt die Ende vergangenen Jahres eingeleitete Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) noch keine Gefahr für den Aktienmarkt dar. „Die Zinsen in Europa bleiben okay“, sagt Rolf Elgeti, Chefstratege bei ABN Amro. Auch wenn die EZB die Leitzinsen um 0,5 oder 0,75 Prozentpunkte anheben sollte.
Soweit die offiziellen Statements. Insgeheim hoffen manche Experten aber auch, dass die breite Masse der Kollegen wieder einmal zu zurückhaltend ist, was die Prognosen gerade für die großen Werte aus dem Euro Stoxx 50 anbelangt. Wie vor einem Jahr. Da haben sie Gewinnsteigerungen von etwa acht Prozent vorhergesagt. Im Jahresverlauf wurden die Gewinne dann stetig nach oben revidiert- zuletzt stand an dieser Stelle ein Gewinnanstieg von 21 Prozent für die 50 Top-Werte.
Zumindest in der Tendenz könnte es auch diesem Jahr so kommen, glaubt Carsten Klude vom Hamburger Bankhaus M.M. Warburg. Bislang rechnen die Experten 2006 mit einem Gewinnzuwachs von knapp sieben Prozent. „Auch wenn nicht davon auszugehen ist, dass die Firmengewinne in diesem Jahr noch mal so kräftig wie 2005 wachsen werden, dürfte ein etwas stärkerer Zuwachs als die bislang prognostizierten sieben Prozent durchaus erreichbar sein“, sagt er.
Entscheidend für den Erfolg eines Investments in die großen europäischen Aktien ist die ausgewählte Branche. Optimistische Gewinnschätzungen gibt es derzeit für Technologie (+18 Prozent), Industrie (+15 Prozent), Medien (+15 Prozent) und Gesundheit (+13 Prozent). Relativ niedrig fallen dagegen die Steigerungsraten in den Sektoren Grundstoffe (+ ein Prozent), Öl und Gas (+ drei Prozent) und Versicherungen (+ sechs Prozent) aus.
In einem sollten Anleger indes vorsichtig sein: Im Aktienjahr 2006 dürften die Kurse längst nicht so wie an der Schnur gezogen nach oben steigen wie im vergangenen Jahr. Da erreichte der Euro Stoxx 50 zum Jahresende auch sein Jahreshoch. Für dieses Jahr sind die Prognosen völlig anders. „Wir gehen davon aus, dass die Aktienmärkte ihr Potenzial bereits in der ersten Jahreshälfte ausloten werden“, sagt Stefan Rausch von Helaba Trust.
Die Kollegen von der Hypo-Vereinsbank (HVB) gehen sogar so weit, dass im dritten Quartal ein Kursrückgang von bis zu zehn Prozent möglich ist. Allerdings spricht die günstige Bewertung des Aktienmarktes gegenüber dem Anleihemarkt gegen einen anhaltenden Kursverfall. „Folglich erwarten wir zum Jahresende eine Erholung“, heißt es im aktuellen Jahresausblick. Der Euro Stoxx 50, der aktuell bei knapp über 3 600 Punkten liegt, soll dann wieder bis auf 3 700 Punkte steigen.
Bei den Einzelwerten lautet die spannende Frage: Schaffen die im vergangenen Jahr schwer enttäuschenden Telekomwerte die Rückkehr in die Gunst der Anleger. Zur Erinnerung: Während der EuroStoxx 50 im Jahr 2005 rund 30 Prozent zugelegt hat, verloren Telecom Italia 18,3 Prozent, die Deutsche Telekom 15,4 Prozent, France Telecom 13,5 Prozent, Alcatel 8,6 Prozent und Telefonica 8,3 Prozent. Sinkende Gewinnmargen auf einem insgesamt hart umkämpften Markt waren der Grund.
Die Trendwende soll in diesem Jahr folgen. ABN-Amro-Analyst Elgeti verwendet bereits den Bibelspruch „Die Letzten werden die Ersten sein“, wenn es um die Aussichten der Branche in diesem Jahr geht. Dazu dürfte auch die erwartete Konsolidierung in der Branche beitragen. „Groß angelegte Fusionen dürften ein Thema bleiben, da die Betreiber vor allem die marktinterne Konsolidierung anstreben, um den Wettbewerb zu reduzieren“, heißt es im Jahresausblick der WestLB. Im Blickpunkt der Anleger steht hier schon seit einiger Zeit die Übernahme des britischen Mobilfunkers O2 durch Telefonica. Inzwischen besitzen die Spanier 63 Prozent der O2-Aktien und haben die Angebotsfrist verlängert. Beide Werte haben in den letzten Wochen bereits deutlich zugelegt.
Welch kurstreibende Wirkung Fusionen oder Übernahmen haben, zeigten die jüngsten Beispiele aus dem Bankensektor, wo im vergangenen Jahr die Commerzbank die Eurohypo und Unicredito die Hypo-Vereinsbank übernommen hat. In beiden Fällen kam es zu deutlichen Kurssprüngen.
Ein weiteres Argument für Aktien aus dem Euro Stoxx 50 – wenn auch nicht mehr von solcher Bedeutung wie im vergangenen Jahr – bleibt die hohe Dividendenrendite. Mit attraktiven 3,2 Prozent rechnen die Experten für 2005. Zum Vergleich: Für zehnjährige Bundesanleihen gibt es derzeit gerade mal 3,3 Prozent. Bei Aktien glauben die Experten zusätzlich aber noch an spürbare Kurssteigerungen.
Bleibt der Blick auf die deutschen Werte: Mit RWE (plus 53,7 Prozent) und Bayer (plus 50,5 Prozent) führten im vergangenen Jahr zwei deutsche Titel den Euro Stoxx 50 an. „Wir sind für 2006 sehr an Deutschland interessiert“, sagt Pictet-Experte Roelli, dessen Haus normalerweise besonders den Heimatmarkt Schweiz berücksichtigt, nun aber verstärkt in Deutschland auf der Suche nach interessanten Investments ist.
Andere internationale Banken wie Credit Suisse tun es ihm nach. Deren Chefstratege Philipp Vorndran sieht deutsche Aktien sogar im weltweiten Vergleich „in der Pole Position“. Anhand von fünf Faktoren sieht er Deutschland auf Platz eins vor Frankreich und Italien. Ganz hinten auf den Plätzen zehn und elf rangieren übrigens die USA und Australien.
„Kurs nach oben“, so lauten fast unisono die Aussagen der großen internationalen Banken zum Euro Stoxx 50, dem für die Euro-Zone maßgeblichen Index. Bis auf 3 900 Punkte soll das Marktbarometer, das derzeit bei rund 3 650 Punkten notiert, in den nächsten zwölf Monaten steigen. So sehen es zumindest die größten Optimisten, die sich in Reihen der WestLB sowie der beiden Privatbanken M.M. Warburg und Sal. Oppenheim finden. Ein Kursplus von knapp sieben Prozent wäre damit also möglich. Im vergangenen Jahr hat der Index allerdings 21 Prozent zugelegt. Die positiven Vorgaben der Welthandelsaktivitäten, die sehr gut nach unten abgesicherten Gewinn- und Margenerwartungen sowie die nach wie vor hohe Liquidität am Markt werden von den meisten Experten als Kurstreiber genannt.
Die Pessimisten
Pessimistisch gestimmt sind die Experten von Helaba Trust. Ihr Kursziel von 3 600 Punkten für die nächsten drei Monate hat der Euro Stoxx 50 bereits überschritten. In einem Jahr sehen sie den Index sogar nur bei 3 450 Punkten. Da die aktuelle Kursentwicklung bereits vieles vorweggenommen hat, was an positiver Unterstützung zu erwarten ist, sehen sie kaum noch Luft nach oben. Und da sich der aktuelle, nun schon über drei Jahre anhaltende Konjunkturaufschwung im zweiten Halbjahr abschwächen soll, halten die Helaba-Analysten eine Konsolidierung für möglich.
Quelle: HANDELSBLATT, Freitag, 06. Januar 2006, 12:28 Uhr
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Der Einsame Samariter
Europa bleibt der Favorit
Die Tendenz unter den internationalen Wertpapierexperten ist eindeutig: Europäische Aktien werden sich in diesem Jahr im weltweiten Vergleich am besten entwickeln, knapp verfolgt von Japans Börse und deutlich vor der Wall Street in New York. „Europa liegt weiterhin voll im Trend, Japans Gesundung bestätigt sich, und in den USA häufen sich die Fragezeichen“, bringt Alfred Roelli, oberster Aktienstratege bei der Schweizer Privatbank Pictet die Mehrheitsmeinung auf den Punkt.
HB FRANKFURT. Es könnte also bis auf den Wechsel an der Spitze so weitergehen wie im gerade abgelaufenen Jahr: Da lag das Aushängeschild der Tokioter Börse, der Nikkei 225 mit einem Plus von rund 40 Prozent im Jahresverlauf vor dem für die Euro-Zone maßgeblichen Euro Stoxx 50 mit knapp 30 Prozent Zuwachs und weit vor dem Wall Street-Barometer Dow Jones Industrial, der sogar leicht verloren hat.
Und noch ein Trend zeichnet sich ab: Wenn schon europäische Aktien, dann sind nicht mehr wie in den letzten Jahren Nebenwerte en vogue. Stattdessen sollen es künftig wieder die ganz großen Flagschiffe sein. Die sind in Europa in den beiden Indizes Stoxx 50 und Euro Stoxx 50 enthalten. Während der Euro Stoxx 50 lediglich Werte aus dem Euro-Raum enthält, sind im Stoxx 50 auch Aktien aus Großbritannien und der Schweiz vertreten. Dennoch genießt der Euro Stoxx 50 bei den Investoren den deutlich höheren Stellenwert. Der Grund dafür ist simpel: Es besteht kein Währungsrisiko. Die Großinvestoren betrachten stattdessen den Euro-Raum, den britischen, Schweizer und skandinavischen Raum lieber separat.
Die Phantasie der Anleger gerade für den Euro-Raum speist sich aus drei Faktoren. Zum einen erscheint die Phase des seit drei Jahren anhaltenden Gewinnwachstums noch immer intakt – wenn auch in abgeschwächter Form. Des weiteren ist die Bewertung nach wie vor günstig, zogen doch die Aktienkurse im vergangenen Jahr nicht stärker als die Unternehmensgewinne an. Und zu guter Letzt stellt die Ende vergangenen Jahres eingeleitete Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) noch keine Gefahr für den Aktienmarkt dar. „Die Zinsen in Europa bleiben okay“, sagt Rolf Elgeti, Chefstratege bei ABN Amro. Auch wenn die EZB die Leitzinsen um 0,5 oder 0,75 Prozentpunkte anheben sollte.
Soweit die offiziellen Statements. Insgeheim hoffen manche Experten aber auch, dass die breite Masse der Kollegen wieder einmal zu zurückhaltend ist, was die Prognosen gerade für die großen Werte aus dem Euro Stoxx 50 anbelangt. Wie vor einem Jahr. Da haben sie Gewinnsteigerungen von etwa acht Prozent vorhergesagt. Im Jahresverlauf wurden die Gewinne dann stetig nach oben revidiert- zuletzt stand an dieser Stelle ein Gewinnanstieg von 21 Prozent für die 50 Top-Werte.
Zumindest in der Tendenz könnte es auch diesem Jahr so kommen, glaubt Carsten Klude vom Hamburger Bankhaus M.M. Warburg. Bislang rechnen die Experten 2006 mit einem Gewinnzuwachs von knapp sieben Prozent. „Auch wenn nicht davon auszugehen ist, dass die Firmengewinne in diesem Jahr noch mal so kräftig wie 2005 wachsen werden, dürfte ein etwas stärkerer Zuwachs als die bislang prognostizierten sieben Prozent durchaus erreichbar sein“, sagt er.
Entscheidend für den Erfolg eines Investments in die großen europäischen Aktien ist die ausgewählte Branche. Optimistische Gewinnschätzungen gibt es derzeit für Technologie (+18 Prozent), Industrie (+15 Prozent), Medien (+15 Prozent) und Gesundheit (+13 Prozent). Relativ niedrig fallen dagegen die Steigerungsraten in den Sektoren Grundstoffe (+ ein Prozent), Öl und Gas (+ drei Prozent) und Versicherungen (+ sechs Prozent) aus.
In einem sollten Anleger indes vorsichtig sein: Im Aktienjahr 2006 dürften die Kurse längst nicht so wie an der Schnur gezogen nach oben steigen wie im vergangenen Jahr. Da erreichte der Euro Stoxx 50 zum Jahresende auch sein Jahreshoch. Für dieses Jahr sind die Prognosen völlig anders. „Wir gehen davon aus, dass die Aktienmärkte ihr Potenzial bereits in der ersten Jahreshälfte ausloten werden“, sagt Stefan Rausch von Helaba Trust.
Die Kollegen von der Hypo-Vereinsbank (HVB) gehen sogar so weit, dass im dritten Quartal ein Kursrückgang von bis zu zehn Prozent möglich ist. Allerdings spricht die günstige Bewertung des Aktienmarktes gegenüber dem Anleihemarkt gegen einen anhaltenden Kursverfall. „Folglich erwarten wir zum Jahresende eine Erholung“, heißt es im aktuellen Jahresausblick. Der Euro Stoxx 50, der aktuell bei knapp über 3 600 Punkten liegt, soll dann wieder bis auf 3 700 Punkte steigen.
Bei den Einzelwerten lautet die spannende Frage: Schaffen die im vergangenen Jahr schwer enttäuschenden Telekomwerte die Rückkehr in die Gunst der Anleger. Zur Erinnerung: Während der EuroStoxx 50 im Jahr 2005 rund 30 Prozent zugelegt hat, verloren Telecom Italia 18,3 Prozent, die Deutsche Telekom 15,4 Prozent, France Telecom 13,5 Prozent, Alcatel 8,6 Prozent und Telefonica 8,3 Prozent. Sinkende Gewinnmargen auf einem insgesamt hart umkämpften Markt waren der Grund.
Die Trendwende soll in diesem Jahr folgen. ABN-Amro-Analyst Elgeti verwendet bereits den Bibelspruch „Die Letzten werden die Ersten sein“, wenn es um die Aussichten der Branche in diesem Jahr geht. Dazu dürfte auch die erwartete Konsolidierung in der Branche beitragen. „Groß angelegte Fusionen dürften ein Thema bleiben, da die Betreiber vor allem die marktinterne Konsolidierung anstreben, um den Wettbewerb zu reduzieren“, heißt es im Jahresausblick der WestLB. Im Blickpunkt der Anleger steht hier schon seit einiger Zeit die Übernahme des britischen Mobilfunkers O2 durch Telefonica. Inzwischen besitzen die Spanier 63 Prozent der O2-Aktien und haben die Angebotsfrist verlängert. Beide Werte haben in den letzten Wochen bereits deutlich zugelegt.
Welch kurstreibende Wirkung Fusionen oder Übernahmen haben, zeigten die jüngsten Beispiele aus dem Bankensektor, wo im vergangenen Jahr die Commerzbank die Eurohypo und Unicredito die Hypo-Vereinsbank übernommen hat. In beiden Fällen kam es zu deutlichen Kurssprüngen.
Ein weiteres Argument für Aktien aus dem Euro Stoxx 50 – wenn auch nicht mehr von solcher Bedeutung wie im vergangenen Jahr – bleibt die hohe Dividendenrendite. Mit attraktiven 3,2 Prozent rechnen die Experten für 2005. Zum Vergleich: Für zehnjährige Bundesanleihen gibt es derzeit gerade mal 3,3 Prozent. Bei Aktien glauben die Experten zusätzlich aber noch an spürbare Kurssteigerungen.
Bleibt der Blick auf die deutschen Werte: Mit RWE (plus 53,7 Prozent) und Bayer (plus 50,5 Prozent) führten im vergangenen Jahr zwei deutsche Titel den Euro Stoxx 50 an. „Wir sind für 2006 sehr an Deutschland interessiert“, sagt Pictet-Experte Roelli, dessen Haus normalerweise besonders den Heimatmarkt Schweiz berücksichtigt, nun aber verstärkt in Deutschland auf der Suche nach interessanten Investments ist.
Andere internationale Banken wie Credit Suisse tun es ihm nach. Deren Chefstratege Philipp Vorndran sieht deutsche Aktien sogar im weltweiten Vergleich „in der Pole Position“. Anhand von fünf Faktoren sieht er Deutschland auf Platz eins vor Frankreich und Italien. Ganz hinten auf den Plätzen zehn und elf rangieren übrigens die USA und Australien.
„Kurs nach oben“, so lauten fast unisono die Aussagen der großen internationalen Banken zum Euro Stoxx 50, dem für die Euro-Zone maßgeblichen Index. Bis auf 3 900 Punkte soll das Marktbarometer, das derzeit bei rund 3 650 Punkten notiert, in den nächsten zwölf Monaten steigen. So sehen es zumindest die größten Optimisten, die sich in Reihen der WestLB sowie der beiden Privatbanken M.M. Warburg und Sal. Oppenheim finden. Ein Kursplus von knapp sieben Prozent wäre damit also möglich. Im vergangenen Jahr hat der Index allerdings 21 Prozent zugelegt. Die positiven Vorgaben der Welthandelsaktivitäten, die sehr gut nach unten abgesicherten Gewinn- und Margenerwartungen sowie die nach wie vor hohe Liquidität am Markt werden von den meisten Experten als Kurstreiber genannt.
Die Pessimisten
Pessimistisch gestimmt sind die Experten von Helaba Trust. Ihr Kursziel von 3 600 Punkten für die nächsten drei Monate hat der Euro Stoxx 50 bereits überschritten. In einem Jahr sehen sie den Index sogar nur bei 3 450 Punkten. Da die aktuelle Kursentwicklung bereits vieles vorweggenommen hat, was an positiver Unterstützung zu erwarten ist, sehen sie kaum noch Luft nach oben. Und da sich der aktuelle, nun schon über drei Jahre anhaltende Konjunkturaufschwung im zweiten Halbjahr abschwächen soll, halten die Helaba-Analysten eine Konsolidierung für möglich.
Quelle: HANDELSBLATT, Freitag, 06. Januar 2006, 12:28 Uhr
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Der Einsame Samariter