"Ich denke so Pi mal Daumen in 10 Jahren von heute ist Game over für den Verbrenner als Neuwagen."
Durchaus interessant, was du zu den Akku-Kapazitäten sagst. Die steigen tatsächlich ganz passabel, und die Preise fallen bzgl. kWH (Preise) oder Volumen oder Gewicht. Das ist gut.
Wir haben heute nach dem Reiten beim Essen in größerer Runde ziemlich kontrovers über Akkus, Solar, Verbrenner, Diesel, etc. diskutiert. Natürlich ohne Ergebnis. Da ging es um physikalische Gesetze, Wirkungsgrade, Speicher, etc.
Schließlich hat aber einer aus der Energiebranche eine verblüffend simple Rechnung aufgemacht: Wo kommt der Strom her (mal abgesehen davon, wie er erzeugt wird)? Die Anschlussleistung eines größeres Einfamilienhauses liegt heute bei 60 kW. Wenn wir davon neuerdings 10%-20% für das Laden von EVs abzweigen (und dafür nicht mehr so viel Wäsche waschen und trocknen), braucht ein 100 kWH-Akku, egal welcher Bauart, 16 bis 8 Stunden zum Laden. Bei zwei EVs 32-16 Stunden. Ich selbst wohne in einem 8-Parteien-Mehrfamilienhaus. Keine Ahnung, welche Anschlussleistung ich in der Tiefgarage bekäme, wenn da bald 8-16 EVs geladen würden.
Beiläufig wies er darauf hin, dass auch wenn man z.B. 100 kW zur Verfügung hätte, um einen 100 kWH-Akku in einer Stunde zu laden, man bei z.B. 400 Volt 250 Ampere über die Leitungen und Stecker schicken müsste. Ziemlich dicke Dinger. Und auch nicht ganz ungefährlich.
Was das heißen soll: Auch EVs - sollten sie sich durchsetzen - brauchen einen immensen Ausbau der Infrastruktur. Nicht nur bzgl. der Hausanschlüsse, sondern natürlich auch für die Kraftwerke, Überlandleitungen, Speicher dahinter. Genauso wie die Wasserstoffwirtschaft mit Brennstoffzellen.
Ich habe relativ matt gekontert, dass die EVs ja nicht zu Hause geladen werden, sondern autonom und fahrerlos zu Stromtankstellen mit viel größerer Leistung fahren und wieder heimkommen. Großes Gelächter allerseits. Ich bin überzeugt, dass das irgendwann kommt. Aber nicht in fünf oder zehn Jahren.
Außerdem ist ja klar, dass jede neue Technologie neue Infrastruktur braucht. Das war mit Dampfmaschinen, Eisenbahnen (Trassen), Autos (Straßen) nicht anders. Das Problem ist die Zeitschiene. So was braucht 30-50 Jahre oder so. Heute im grünen Spätkapitalismus eher länger als im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Dein Postulat: "Ich denke so Pi mal Daumen in 10 Jahren von heute ist Game over für den Verbrenner als Neuwagen." erscheint mir daher sehr gewagt. Zumal es bis dahin keinerlei Problem mit Nachschub an fossilen Brennstoffen geben wird.
Ich würde das eher unter Wunschdenken einordnen.
BTW: Ich habe die Zahlen nicht zur Hand. Kann mal jemand kurz vorrechnen, wie ein Einfamilienhaus mit einem Paket aus Solardach, Powerwall und ein oder zwei EVs (Musks neueste Idee) aussehen würde. Rein von den Ladedauern her. Ganz ohne Kosten. Einmal in Florida und zum anderen z.B. in Hamburg.
Gefühlt nehme ich an, dass man keinen Tesla in endlicher Zeit aus einem Solardach (? kW) und einer Powerwall (6,4 kWH) laden kann.
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P.S.: Am Ende haben wir uns freundschaftlich darauf geeignet, dass derartige Überlegungen alle Quatsch sind, weil erstens die Sonne unbeschränkt viel Energie liefert, zweitens die EVs aus den eh vorhandenen Radiowellen aller Art gespeist werden, und drittens neuartige Anlagen CO2 in irgendwas nützliches umwandeln werden.