Telekom erwägt Trennung von Deutscher Bank
Von Juliana Ratner, London, und Bertrand Benoit, Frankfurt
Die Deutsche Telekom erwägt, bei künftigen Geschäften nicht mehr mit der Deutschen Bank zusammenzuarbeiten.
Die Überlegungen stehen in engem Zusammenhang mit dem Verkauf von 44 Millionen T-Aktien, den die Bank am Dienstag im Auftrag mehrerer Kunden ausführte. Nach der Transaktion stürzte der Aktienkurs auf den tiefsten Stand seit November 1998. Auch am Donnerstag setze sich der Verfall fort.
"Die Deutsche Telekom wird mit der Deutschen Bank ein ernstes Wort sprechen müssen und überlegen, wie man darauf reagieren kann", hieß es in Telekom-Kreisen. Die Compliance-Abteilung, also die interne Kontrollinstanz der Deutschen Bank, habe sowohl von dem Verkaufsauftrag als auch von der Kaufempfehlung wissen müssen, die die Research-Abteilung des Finanzdienstleisters nur einen Tag zuvor bestätigt hatte. "Wir sind sehr sehr unglücklich", sagte Telekom-Sprecher Ulrich Lissek der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Wir brauchen mehr Informationen."
Hutchison Whampoa verkauft
35 Millionen der am Dienstag verkauften Aktien stammten von Hutchison Whampoa. Das Unternehmen aus Hongkong hielt seit dem Verkauf der US-Mobilfunkunternehmen Voicestream und Powertel an die Telekom Ende Mai rund 200 Millionen T-Aktien.
Die Deutsche Bank gehörte zum Konsortium beim Börsengang der Telekom 1996. Sie gehörte auch der Gruppe von Banken an, die das ursprünglich bereits für Herbst 2000 geplante Initial Public Offering (IPO) der Telekom-Tochter T-Mobile betreute. Wegen der schlechten Marktlage ist der Börsengang auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben. Andere Geschäfte, die die Deutsche Telekom an konkurrierende Finanzdienstleister vergeben könnte, sind Anleihen und Kreditaufnahmen.
Der Chef des Deutschen Aktieninstituts, Rüdiger von Rosen, bezeichnete die Kaufempfehlung am Donnerstag als "statthaft". An den Fundamentaldaten des Unternehmens habe sich nichts geändert. Zum Handelsschluss in Frankfurt notierte die Aktie am Donnerstag bei bei 20,30 Euro. Analysten rechnen schlimmstenfalls mit einem Absacken des Kurses bis auf unter 15 Euro, was nahezu dem Erstausgabekurs von 28,80 DM entspräche
Von Juliana Ratner, London, und Bertrand Benoit, Frankfurt
Die Deutsche Telekom erwägt, bei künftigen Geschäften nicht mehr mit der Deutschen Bank zusammenzuarbeiten.
Die Überlegungen stehen in engem Zusammenhang mit dem Verkauf von 44 Millionen T-Aktien, den die Bank am Dienstag im Auftrag mehrerer Kunden ausführte. Nach der Transaktion stürzte der Aktienkurs auf den tiefsten Stand seit November 1998. Auch am Donnerstag setze sich der Verfall fort.
"Die Deutsche Telekom wird mit der Deutschen Bank ein ernstes Wort sprechen müssen und überlegen, wie man darauf reagieren kann", hieß es in Telekom-Kreisen. Die Compliance-Abteilung, also die interne Kontrollinstanz der Deutschen Bank, habe sowohl von dem Verkaufsauftrag als auch von der Kaufempfehlung wissen müssen, die die Research-Abteilung des Finanzdienstleisters nur einen Tag zuvor bestätigt hatte. "Wir sind sehr sehr unglücklich", sagte Telekom-Sprecher Ulrich Lissek der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Wir brauchen mehr Informationen."
Hutchison Whampoa verkauft
35 Millionen der am Dienstag verkauften Aktien stammten von Hutchison Whampoa. Das Unternehmen aus Hongkong hielt seit dem Verkauf der US-Mobilfunkunternehmen Voicestream und Powertel an die Telekom Ende Mai rund 200 Millionen T-Aktien.
Die Deutsche Bank gehörte zum Konsortium beim Börsengang der Telekom 1996. Sie gehörte auch der Gruppe von Banken an, die das ursprünglich bereits für Herbst 2000 geplante Initial Public Offering (IPO) der Telekom-Tochter T-Mobile betreute. Wegen der schlechten Marktlage ist der Börsengang auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben. Andere Geschäfte, die die Deutsche Telekom an konkurrierende Finanzdienstleister vergeben könnte, sind Anleihen und Kreditaufnahmen.
Der Chef des Deutschen Aktieninstituts, Rüdiger von Rosen, bezeichnete die Kaufempfehlung am Donnerstag als "statthaft". An den Fundamentaldaten des Unternehmens habe sich nichts geändert. Zum Handelsschluss in Frankfurt notierte die Aktie am Donnerstag bei bei 20,30 Euro. Analysten rechnen schlimmstenfalls mit einem Absacken des Kurses bis auf unter 15 Euro, was nahezu dem Erstausgabekurs von 28,80 DM entspräche