| Technischer Morgenkommentar vom 29.09.2005 | |
Allgemeine Beurteilung
(Aktien-Indizes) Der gestrige Handelstag stand ganz im Zeichen weiter ansteigender Aktien-Indizes in Europa. Durch die Bank markierten alle von uns beurteilten Börseindizes neue Bewegungs- und (Mehr-) Jahreshochs. Hier zählt auch der deutsche Aktien-Index DAX dazu, auch wenn dieser auf Grund der kräftigen Verluste der beiden Vorwochen am deutlichsten hinterherhinkt und somit nur knapp neue Höhen erklimmen konnte. Sowohl der DAX-Index, als auch alle übrigen von uns beurteilten Indizes in Europa schlossen am bzw. nahe ihres Tageshochs und bestätigten somit ihre wieder aufgenommenen Aufwärtstrends. Der Knick im Tageskursverlauf setzte am frühen Abend ein, unmittelbar nach Handelsschluss der Kasse-Indizes. Zunächst rutschten die US-Barometer von ihren Tageshochs ab, kurz darauf folgten FDAX (Future auf den DAX – gehandelt bis 20:00 Uhr) und FESX (Future auf den EUROSTOXX 50 – gehandelt bis 20:00 Uhr). In der Konsequenz bildeten sich ausgeprägte Dochte in den beiden Europa-Börse-Index-Futures, an den US-Börsen sehen wir Kreiselformationen im Dow Jones und im S&P 500 Index, sowie "negative" Tagesmuster in beiden NASDAQ´s. Welche Aspekte gibt es aus technischer Sicht für den heutigen Handelstag hervorzuheben? (1) sehen wir uns die Europa-Indizes an, können alle Aufwärtstrends als intakt, dynamisch und markttechnisch bestätigt beschrieben werden. (2) auffällig ist die Entwicklung im deutschen Aktien-Index: hier wurde das letzte Hoch vom 12.09. diesen Jahres knapp überschritten, somit erreichte der Kursverlauf sowohl im DAX, als auch im FDAX die aktuell gültige, obere Begrenzungszone eines breit gefassten Konsolidierungsbandes. Naturgemäß steigt genau in solchen Bereichen das Reaktionsrisiko eines Trend- oder Impulsverlaufes. Wir wiesen auf diesen Sachverhalt im Abendkommentar hin, bevor im FDAX nach 17:30 Uhr plötzlich ein Reaktionsansatz einsetzte. (3) für alle vier von uns beurteilten US-Indizes gilt: hier kommen die laufenden Reaktions- bzw. Konsolidierungsansätze im Bezug auf die noch gültigen, übergeordneten Abwärtstrends nicht wirklich zum Zuge. Das heißt konkret, in allen vier beurteilten Indizes sahen wir bisher nur erreichte Minimumkorrekturen. Rein statistisch gesehen, müssen wir somit in diesen Märkten mit einem erhöhten Risiko der abwärts ausgerichteten Trendfortsetzung rechnen. (4) in den asiatischen Indizes fällt auch heute wieder der japanische Nikkei 225 auf, der mit 13570 (bisheriges Tageshoch) ein neues Bewegungs- und Mehrjahreshoch markierte. Zur Qualität dieses Trendverlaufes gibt es im Grunde nichts hinzuzufügen, der Trend ist absolut intakt und markttechnisch bestätigt. Somit gilt: unter strategischen Gesichtspunkten – und hier betrachtet aus dem Blickwinkel der Wochencharts – liegen uns in Europa unverändert intakte Aufwärtstrends vor. Diese erfüllen alle Kriterien eines intakten Aufwärtstrends, sowohl im chart- wie markttechnischen Blickwinkel, als auch im Sinne der klassischen Dow Theorie. Für die US-Märkte gilt dagegen, eine strategisch eher neutrale Ausrichtung, ohne wirklicher Schwungkraft und einer überaus niedrigen Wochendynamik. Hier läuft uns die Schere zwischen Europa und der USA immer weiter auseinander. Im Tageschart fallen aktuell noch größere Unterschiede auf: zum Einen dominieren in Europa Aufwärtstrends im Tageschart (wenn auch unterschiedlich stark ausgebildet, so doch in sich stabil), zum Anderen befinden sich die Kursverläufe der US-Märkte auf Tagesbasis innerhalb intakter Abwärtstrends, welche zur Zeit eine Stabilisierung durchlaufen, deren Ausmaß jedoch das errechnete minimale Reaktionspotential bisher kaum überschritten hat. In der Konsequenz bleiben wir für Europas Börsen-Indizes weiterhin strategisch bullisch, einem gesteigerten Reaktionsrisiko Rechnung tragend, ist der Einsatz eines sinnvollen Stop-Kurs-Managements jedoch zwingend. Für die US-Märkte unterstreichen wir eine strategisch neutrale Marktphase, innerhalb der es immer wieder zur Ausbildung von Sekundärtrends kommt. Hier rechnen wir aktuell jedoch auf Tagesbasis mit einem erhöhten Risiko der Wiederaufnahme des Abschwungs nach Abschluss der laufenden Stabilisierung in den US-Märkten. (Bund-Future) Der Bund-Future weist uns einen recht interessanten Kursverlauf aus. Dreh- und Angelpunkt scheint aktuell das Unterstützungsband im Bereich um 122.84 / 122.65 zu sein, dem eigentlichen, übergeordneten Unterstützungsbereich. Punktgenau können wir dieses derzeit nicht definieren, genannte Marken wurden für sich genommen bereits mehrfach in beide Richtungen durchhandelt. Dennoch fällt auf, dass dieses potentielle Unterstützungsband durchaus zu einer Impulsumkehr noch immer in der Lage sein könnte. Sehen Sie sich bitte den Kursverlauf des Bund-Future (Dezember-Kontrakt) im Tageschart an. Per gestern wurde uns ein Tagesmuster ausgewiesen, welches einem weißen Hammer nahe kommt und somit durchaus eine neue Impulsumkehr andeuten könnte. "Verstärkt" wird ein solches mögliches Impulsumkehrsignal durch die Tatsache, dass der gestrige "weiße Hammer" im Tagesmuster unmittelbar im oben besprochenen Unterstützungsband auftrat. Bestätigt sich heute diese Entwicklung und setzt ein erneuter Aufwärtsimpuls ein, werden wieder die Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten, vorangegangenen Abwärtsimpuls interessant. Diese lauten: 122.95 / 123.03 Minimumkorrektur 123.22 Normalkorrektur 123.41 / 123.49 Maximumkorrektur Unser Szenario für die nächsten Tage sieht nun wie folgt aus: (1) eine Reaktionsmöglichkeit ist aktuell gegeben. Tritt sie ein und der FGBL erholt sich bestenfalls in den Bereich der Minimumkorrektur hinein, gehen wir von einem unverändert hohen Risiko für eine Fortsetzung des Abwärtstrends aus. (2) übersteigt ein Bund-Future das definierte Zielband einer Minimumkorrektur, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Wiederaufnahme des Abwärtstrends im laufenden Bewegungsfraktal deutlich. (3) würde sich der Abwärtstrend fortsetzen, lassen sich die nächst tiefer liegenden Unterstützungen tatsächlich erst in den Bereichen unterhalb der 120.50 herleiten. In der praktischen Konsequenz gingen wir im gestrigen Abendkommentar im Bund-Future long, auf Grund der Musterausbildung. Stop-Kurs platzieren wir am Tagestief bei 122.43. Den Umgang mit der Position und eventuelle Stop-Kurs-Anpassungen diskutieren wir im heutigen Tageskommentar. Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Handelstag !! Uwe Wagner Uwe Wagner ist seit 2004 in einer auf Handelssystemen basierten Vermögensverwaltung tätig. Er ist Mitglied im Verband Technischer Analysten Deutschlands, Gründungsmitglied und Vorstand der Deutsche Gesellschaft für Technische Analyse und hält Vorträge über Technische Analyse und Optionspreistheorien. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus. |
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