Technischer Morgenkommentar 09. Dezember 2003


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Technischer Morgenkommentar 09. Dezember 2003

 
09.12.03 07:12
Technischer Morgenkommentar 09. Dezember 2003
09.12.2003 - 06:49, Uwe Wagner, Deutsche Bank AG
Allgemeine Beurteilung

Währungen

Mit einem Hoch bei 1.2238 USD kletterte der EURO am gestrigen Handelstag auf neue Jahreshochs und schob sich auf Kursniveaus vor, welche wir seit Einführung des EURO noch nicht sahen und unserer ersten orientativen Zielmarke entsprechen. Der Kursverlauf zeigt uns einen hochdynamisch verlaufenden, mit hoher Schwungkraft ausgestatteten Aufwärtstrend, der auf der Oberseite durch keine Widerstände gedeckelt wird, welche sich aus früheren Entwicklungen herleiten liessen. Markttechnisch wird die laufende Bewegungstendenz ebenfalls bestätigt, somit halten wir an unserer optimistischen Erwartungshaltung im Bezug auf weiter steigende Kurse im EURO gegen USD unverändert fest. Die nächst höher liegende potentielle Orientierungsmarke bleibt nun der Bereich um 1.2750 vom Januar 1997, darüber dann der Bereich um 1.3022 USD.

Sehen wir uns den Kursverlauf USD / YEN an, wird die aktuelle Schwäche des USD bestätigt. Konnten wir noch bis Ende letzter Woche vom Bestand einer Konsolidierungszone im Anschluss an einen übergeordneten Abwärtstrend auf Wochenbasis sprechen, dessen Begrenzungen in den Bereichen um 107.59 YEN auf der Unterseite und 111.46 YEN auf der Oberseite definiert wurden, so steht die Unterseite aktuell zur Disposition. Das bisherige Wochentief im USD liegt bei 107.35 USD. Sinnvolle Unterstützungen können wir aktuell nicht mehr herleiten, hier und jetzt kommen nur noch Orientierungsmarken zum Tragen. Diese liegen in den Bereichen um 106.84 YEN, resultierend aus November 2000, dann in etwa bei 104.83 YEN vom August 2000, weiterhin um 103.94 YEN, 102.08 YEN und schliesslich um 101.30 YEN.

Markttechnisch wird der laufende Abwärtstrend auf Wochenbasis bestätigt.

Als grundsätzliches Fazit können wir an dieser Stelle festhalten: die Abwärtstendenz des USD hält an und lässt weiterhin schwache USD Kurse erwarten. Bezogen auf den EURO sollten Kurse um 1.2300 USD bzw. 1.2400 USD bis zum Jahresende durchaus noch realistische Grössen sein, somit halten wir an unserer optimistischen Erwartungshaltung für Europas Leitwährung auch weiterhin fest.

Internationale Aktienindizes

Es steht noch immer die Frage nach dem Einfluss des fallenden Dollars auf die Aktienkurse. Langfristige Studien zeigen, dass hier keine solch wechselwirksame Korrelation besteht, wie oft behauptet. Grundsätzlich bedeutet somit ein steigender EURO keine zwingend niedrigeren Aktienkurse. Dennoch, das Problem der psychologischen Belastung für die Marktteilnehmer ist offenkundig. Wer einen EURO auf 1.22 USD steigen sieht, fürchtet ihn auch bei 1.25 USD und höher und dies ist ganz klar ein Belastungsfaktor. Bisher halten sich die europäischen und US-amerikanischen Aktienindizes, angesichts der USD-Entwicklung überaus gut, besser, als wir noch vor zwei Wochen erwartet haben. Wenn wir uns zurück erinnern, gingen wir von einem weit höheren Belastungsdruck auf die Aktienseite aus, wenn der EURO wieder die 1.2000 USD erreichen würde. Mittlerweile liegt die Währung bei Kursen über 1.2200 USD und die erwartete Reaktion in Europas Aktienindizes hält sich zweifellos bisher in Grenzen.

Angesichts der Tatsache, dass wir im Kursanstieg des EURO (und damit im Kursrückgang des USD) noch keine greifbaren Schwächesymptome sehen, ist die psychologische Belastung auf den Markt jedoch ungebrochen und wir müssen weiterhin davon ausgehen, dass steigende Aktienindizes derzeit auf dünnem Eis stehen.

Dennoch: sehen wir uns nur die Aktienseite an, ungeachtet jeglicher erwarteter Korrelationen und sonstiges, müssen wir festhalten, dass zumindest bisher noch alles im bereits in der Vorwoche umrissenen Rahmen abläuft. Wir sahen neue Jahreshöchstkurse, in dem einige wichtige internationale Aktienindizes ihre oberen Begrenzungen der jüngsten Konsolidierungszonen nach oben hin übersprangen und damit ihre gültigen primären Aufwärtstrends wieder aufnahmen. Danach setzten technische Reaktionen ein, die in den Standardwerte-Indizes vom Ausmass her jedoch nur ihr minimales Reaktionspotential ausschöpften (Stand gestern abend). In den letzten Handelsstunden kehrten die Käufer in den Markt zurück, womit sich in Europa ausgeprägte Lunten auf der Unterseite ausbildeten. Sehen wir uns z.B. die Kursverläufe der Futures auf DAX und EUROSTOXX 50 an, so liegen uns hier und jetzt Kursmuster vor, welche durchaus festere Eröffnungskurse für heute morgen erwarten lassen.

Damit können wir für heute morgen folgende charttechnische Ausgangslage auf der Aktienseite unterstellen:

(1) im strategischen Gesamtbild hat sich gegenüber den Aussagen der Vortage nichts geändert; das heisst konkret: in den meissten europäischen und in den US-amerikanischen Standardwerte-Indizes liegen uns weiterhin intakte primäre Aufwärtstrends vor;

(2) sehen wir uns die Kursverläufe im kurzfristigen / taktischen Zeitfenster an, so dominieren auch hier bisher noch immer intakte sekundäre Aufwärtstrends; die jüngsten technischen Reaktionen der Vortage verliefen bisher zumindest absolut moderat und schöpften lediglich (wenn zum Teil auch punktgenau) ihre errechneten Minimumkorrekturen aus; lediglich die US-Wachstumswerte-Indizes NASDAQ 100 und NASDAQ Comp. sahen bereits ihre Maximumkorrekturen, bezogen auf den jeweils jüngsten Aufwärtsimpuls;

(3) somit liegt uns im Grunde noch immer eine Wahrscheinlichkeit / Chance von 65 bis 67 Prozent vor, neue Bewegungs- und Jahreshochs zu sehen; im Dow Jones wurde dieser Sachverhalt per gestern bereits realisiert;

In der praktischen Konsequenz bedeutet dies:

- nachdem sich in der gestrigen zweiten Tageshälfte eine Stabilisierung im Kursverlauf der Aktienindizes vollzog und dies nahe der berechneten Minimumkorrekturen in DAX und EUROSTOXX 50 erfolgte, bot sich hier die oft besprochene Chance an, die bereits bestehenden strategischen Teilpositionen auf der Long-Seite auszubauen;

- die Stop-Kurse verbleiben per heute auf den bereits gestern gesetzten Niveaus knapp unterhalb der errechneten Minimumkorrekturen;

Wie geht es weiter ?

Jetzt kommt es darauf an. Bis hierher läuft „alles nach Plan“, d.h. konkret, wir sahen die Reaktion im gewünschten Ausmass, wir haben jetzt gute Chancen, den Aufwärtsimpuls wieder aufzunehmen. Kritischer Gegenpol bleibt der EURO!!!!! Streng genommen müssten sich die Indizes jetzt zügig erholen und neue Hochs generieren, dann lägen sie im Rahmen der 65 bis 67 Treffer auf 100 ähnliche Entwicklungen in den letzten Jahren. Dies entspräche auch unserem „Fahrplan“, an dem wir mit Ausbruch aus den Konsolidierungszonen in der Vorwoche festhalten.

Angesichts der Entwicklung des EURO gegen USD brauchen wir jedoch auch einen „Notfahrplan“ für „alle Fälle“. Können sich per heute die erwarteten Kurserholungen nur marginal und wenig überzeugend vorschieben, verbunden mit „intraday- Schwächeanfällen“, müssen wir schnell erkennen, dass unser strategisches Szenario möglicherweise auf weniger dicken Füssen steht als angenommen. Setzt sich der Anstieg dagegen durch, bleibt alles bei Alten.

Internationale Rentenmärkte

Bund-Future Dezember-Kontrakt

Widerstände: 113.20 / 113.30, 113.68, 113.84, 115.45;
Unterstützungen: 111.51 / 111.24;

US-T-Bond-Future (10 Jahre) Dezember-Kontrakt

Widerstände: 114*05, 114*48;
Unterstützungen: 112*23, 111*28, 110*47 / 110*32;

US-T-Bond-Future (30 Jahre) Dezember-Kontrakt

Widerstände: 111*10 / 111*20, 112*08;
Unterstützungen: 109*19, 109*03, 108*00, 106*14;

Auf der Rentenseite bleiben alle Einschätzungen unverändert zu den Aussagen der Vortage:

- weiterhin unterstellte Fortsetzung der allgemeinen Stabilisierung in Konsolidierungsform;
- gegenüber den Aussagen von gestern gelten auch heute alle charttechnischen Marken weiterhin;
- somit betrachten wir die Rentenseite aktuell als weitestgehend neutral und ohne durchgreifenden Einfluss auf die internationalen Aktienindizes;

Einzelindex-Betrachtung

DAX

Widerstände: 3894, 3930 (Orientierungsmarke);
Unterstützungen: 3786 (untergeordnet), 3692 (untergeordnet),
3606 / 3594 / 3576;

Aktuelle, angepasste Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls:

3789 / 3774 Minimumkorrektur
3736 Normalkorrektur
3698 / 3682 Maximumkorrektur

Im gestrigen Tief rutschte der DAX bis auf 3778 Indexpunkte ab und drang damit in den Korridor der errechneten Minimumkorrektur (3789 / 3774) ein. Knapp oberhalb der unteren Korridorgrenze bei 3774 konnte sich Deutschlands Börsenbarometer wieder stabilisieren und erholen, womit der sekundäre Aufwärtstrend (ausgehend vom Tief bei 3576 Mitte November) noch immer absolut intakt ist. Statistisch gesehen, liegt uns nun im DAX noch immer eine Trefferquote von 65 bis 67 Prozent vor, eine Wiederaufnahme des übergeordneten Aufwärtstrends zu erleben und dies verbunden mit einem recht zügig eintretenden neuen Jahreshoch.

Diese Aussage wird eingeschränkt, wenn folgende Ereignisse eintreten:

- der DAX erholt sich kaum, schöpft bestenfalls sein minimales Reaktionspotential, bezogen auf den jüngsten, abwärts ausgerichteten Reaktionsimpuls aus und beginnt erneut zu fallen; in diesem Falle steigt die Wahrscheinlichkeit auf weiter fallende Kurse sprunghaft an;

- der DAX fällt unter das gestrige Tief, und schöpft mehr aus, als das bisher errechnete minimale Korrekturpotential, bezogen auf den übergeordneten Aufwärtsimpuls; konkret, der DAX rutscht unter die 3774;

- der DAX schleppt sich in den nächsten Tagen seitwärts, innerhalb der Spanne 3774 und 3894;

In diesen drei Fällen, die sich zügig abzeichnen sollten und uns so nicht lange im „Ungewissen“ lassen, müssten wir unsere aktuell noch immer gültige, optimistische Erwartungshaltung überdenken, gegebenenfalls modifizieren.

Doch bisher bleiben wir optimistisch, auch mit einem kritischen Blick Richtung EURO / USD.

Alle grundsätzlichen charttechnischen Aussagen bleiben unangetastet:

- der DAX befindet sich auf Wochenbasis unverändert innerhalb eines intakten primären Aufwärtstrends;
- über die Markttechnik auf Wochenbasis wird dieser bestätigt;
- der laufende sekundäre Aufwärtstrend wird aktuell leicht korrigiert, die Korrektur hält sich bisher in Grenzen;
- die derzeit gültigen Chartmarken sind die Bereiche um 3894 auf der Oberseite und 3786 auf der Unterseite;

In der praktischen Konsequenz bedeutet dies:

(1) wir sind noch immer auf der Long-Seite positioniert; mit der gestrigen Stabilisierung in unmittelbarer Nähe zur unteren Begrenzung des minimalen Korrekturkorridors bei 3774 und der Tatsache, dass uns auf Basis des DAX Futures ein weisser Hammer ähnliches Kursmuster vorliegt, was statistisch mit einer Trefferquote von etwa 66.67 Prozent weiter steigende Kurse in der heutigen Eröffnung verspricht, investierten wir den zweiten Teil der zur Investition vorgesehenen Kapitalmenge auf der Long-Seite;

(2) der Stop-Kurs verbleibt knapp unterhalb der 3774 Indexpunkte;

EUROSTOXX 50

Widerstände: 2668 / 2673, 2700, 2728 (Orientierungsmarke),
2876 / 2880 (Orientierungsmarke);
Unterstützungen: 2605 (untergeordnet), 2530, 2467, 2454;

Aktuelle, angepasste Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls:

2643 / 2634 Minimumkorrektur
2614 Normalkorrektur
2595 / 2586 Maximumkorrektur

Ähnlich dem DAX, korrigierte bisher der EUROSTOXX 50 seinen seit Mitte November gültigen sekundären Aufwärtstrend nur um sein errechnetes minimales Korrekturpotential. Danach erholte sich auch dieser Index, womit wir aktuell davon ausgehen, dass zumindest die technische Ausgangslage für einen erneuten Anstieg incl. neuer Jahreshochs weiterhin optimistisch stimmt. Unser Augenmerk ruht weiterhin auf dem unteren Kursniveau der errechneten minimalen Korrektur bei 2634, dem Niveau, bei dem wir weiterhin unseren Stop-Kurs belassen – sowohl für den ersten Teilbestand auf der Long- Seite, der in der Vorwoche bei Überwindung der 2673 eröffnet wurde, als auch für den gestrigen Zukauf mit Hinblick auf die Stabilisierung oberhalb des Stop-Kurses.

Die grundsätzliche charttechnische Ausgangslage im EUROSTOXX 50 bleibt unverändert zu den Aussagen der Vortage:

- weiterhin intakter primärer Aufwärtstrend,
- intakter sekundärer Aufwärtstrend, der bisher nur minimal korrigiert wurde,
- markttechnische Bestätigung im Sinne der bisherigen Erwartungshaltung.

SMI

Widerstände: 5445 / 5456 (bestätigt);
Unterstützungen: 5266, 5160;

Aktuelle, angepasste Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls:

5345 / 5329 Minimumkorrektur
5290 Normalkorrektur
5250 / 5234 Maximumkorrektur

Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Handelstag !!

Uwe Wagner
db-Advisors
Eigenhandel der Deutschen Bank AG
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