Taliban sollen über riesige Waffenlager verfügen


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Taliban sollen über riesige Waffenlager verfügen

 
23.10.01 14:28
Taliban sollen über riesige Waffenlager verfügen

Die USA ändern offenbar im Krieg gegen die Taliban ihre Taktik. Sie verlagern ihre Angriffe zunehmend auf Stellungen der Taliban an der Front gegen die oppositionelle Nordallianz. Die US-Militärs wollen bei ihren Einsätzen "unglaubliche Ansammlungen von Waffen"


Islamabad - Die neue Strategie sei ein logischer Schritt im Kampf gegen das Regime in Kabul, erklärte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Montag in Washington. Ziel sei es, "jenen auf dem Boden zu helfen, mehr Gebiete zu besetzen". Die US-Streitkräfte attackierten die Frontlinien der Miliz nördlich von Kabul und um die Stadt Masar-i-Scharif im Norden des Landes. Nach Augenzeugenberichten sollen die Amerikaner versehentlich aber auch Posten der Nordallianz bombardiert haben.

Amerikanische Journalisten berichteten vom ehemaligen sowjetischen Stützpunkt Bagram nördlich von Kabul aus über den Einsatz von mindestens zwei amerikanischen F/A-10 Kampfjets. Der Stützpunkt ist in den Händen der gegen die Taliban kämpfenden Nordallianz. Nach Angaben der Allianz helfen bei Masar-i-Scharif außerdem etwa 20 amerikanische Soldaten bei der Koordination der Bodenangriffe.

Taliban sprechen von Völkermord

Angaben der Taliban, bei einem Luftangriff auf Herat seien 100 Menschen getötet worden, wies Rumsfeld zurück. Die Taliban warfen den USA vor, mit ihren Luftangriffen Völkermord zu verüben. Rumsfeld wies indes auch die Meldung der Taliban zurück, sie hätten zwei US-Hubschrauber abgeschossen.

US-Streitkräfte, die bei den Angriffen auf Ziele in Afghanistan im Einsatz sind, berichteten von großen Waffenlagern der Taliban. "Was ich gesehen habe, ist eine unglaubliche Ansammlung von Waffen in diesem Land", sagte Konteradmiral Mark Fitzgerald an Bord des Flugzeugträgers "Theodore Roosevelt". "Wir haben große Munitionsdepots, große militärische Einrichtungen im ganzen Land gesehen."

Musharraf hofft auf baldiges Kriegsende

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf sagte unterdessen in einem US-Fernsehinterview, er hoffe, dass der Krieg bis zum Beginn des Fastenmonats Ramadan Mitte November beendet oder vermindert werde. Die erklärten Ziele der USA sollten zwar erreicht werden, Bombenangriffe im Ramadan würden aber gewiss zu "negativen Auswirkungen in der moslemischen Welt führen", sagte er in "Larry King live" von CNN.

Taliban-Anführer Mohammed Omar rief seine Anhänger zur Fortsetzung des Heiligen Kriegs (Dschihad) gegen die USA auf. Er zeigte sich erneut siegesgewiss gegen die "brutale US-Regierung". Omar übermittelte den Angehörigen von Opfern der US-Angriffe sein Beileid. "Wir haben keine Angst vor dem Tod, denn das Martyrium ist ein großes Geschenk Gottes", erklärte der Taliban-Führer am Montag. "Jeder Mensch muss eines Tages sterben, aber wir beten, als Märtyrer zu sterben."

Die Taliban dementierten einen Bericht vom Wochenende, der Sohn Omars sei bei den US-Angriffen getötet worden. "Seinem Sohn geht es gut. Mullah Omar geht es gut, Osama (Bin Laden) geht es gut", sagte Taliban-Sprecher Abdul Hanan Himat nach einer Meldung der afghanischen Nachrichtenagentur Bachtar. Der britische Rundfunksender BBC hatte zuvor unter Berufung auf einen afghanischen Arzt berichtet, Omars zehnjähriger Sohn sei in der ersten Angriffsnacht vor zwei Wochen in Kandahar getroffen worden.

:www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,163886,00.html
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