27.04.2006
Silizium-Beschaffung für Solarzellen schwierig - Sunways-Produktion läuft auf Hochtouren
Es ist nicht so selten wie Gold, aber für eine ganze Branche äußerst wertvoll: Silizium. Der Rohstoff ist für Solarfirmen wie Sunways das Gold des 21.Jahrhunderts. Denn mit ihm stellen sie die Zellen her. "Silizium-Oxid ist unendlich, so viele Zellen können wir gar nicht produzieren", sagt Sunways-Vorstand Roland Burkhardt. Doch mit der Aufbereitung des Rohstoffs hapert es nach wie vor. Denn die Solarbranche floriert ungebrochen. Die Produktion beim Konstanzer Unternehmen ist völlig ausgelastet. Damit geht die Erfolgsgeschichte weiter.
Silizium kommt in vielen Alltagsgegenständen vor: Kaugummi, Silikon, Zahnpasta oder Aluminium. Nur ein kleiner Teil wird für Solarzellen verwendet. Aus Silizium-Oxid stellen Spezialfirmen jährlich weltweit 4,1 Millionen Tonnen metallurgisches Silizium her. Der Großteil werde für die genannten Zwecke verwendet, berichtet Roland Burkhardt. Rund 30000 Tonnen werden durch eine aufwändige Reinigung zu Rein-Silizium verarbeitet. Es wird zu jeweils 50 Prozent in der Solarzellen- und der Halbleiter-Branche verwendet. Die Silizium-Firmen haben nicht mit den enormen Zuwächsen bei der Solarenergie gerechnet, so sei es zu den Engpässen gekommen. Roland Burkhardt hofft auf eine Entspannung ab 2008.
Die Sunways AG hat bislang immer genügend Silizium beschaffen können. Das war nicht immer einfach. Mit dem neuen Werk in Arnstadt/Thüringen hat das Unternehmen seine Kapazitäten fast verdreifacht: von 16 auf 46 Megawatt. Für das Geschäftsjahr 2006 erwartet der Vorstand eine Steigerung des Umsatzes im oberen zweistelligen Prozentbereich auf mindestens 150 Millionen Euro.
Wer Sunways-Solarzellen will, muss sich an Fachfirmen oder Großhändler wenden. Roland Burkhardt: "Wir liefern eigentlich nicht direkt an den Endkunden." Das Konstanzer Unternehmen Sunny-Solartechnik hat sich ein großes Kontingent vertraglich gesichert: 1,3 Megawatt jährlich. "Wir sind vom Produkt überzeugt", sagt Geschäftsführer Michael Simon. Entscheidend sei der sehr hohe Wirkungsgrad der Module, kombiniert mit dem Sunways-Wechselrichter. Spitzenreiter beim Wirkungsgrad sind Anlagen von Solarcomplex in Radolfzell und Konstanz, der Stadtwerke Konstanz (auf dem Ellenrieder-Gymnasium) und der Photovoltaik Allensbach GbR. Neben dem Silizium ist der zweite wichtige Rohstoff zur Genüge vorhanden: Sonnenenergie. Michael Simon: "Wir haben hier im Süden Spitzenerträge." Josef Siebler
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