Kehrt marsch ! Es will dem Dax einfach nicht gelingen einen nachhaltigen Aufwärtstrend auf die Beine zu stellen. Und so rücken nach dem kurzen Zwischenhoch prompt wieder die unteren Chartmarkierungen in den Blickpunkt. Den Trader mag das freuen. Wer aber nach längerfristigen Anlagethemen sucht, der braucht dringend Alternativen zum wenig erbaulichen Aktiengeschehen. Eine solche Ausweichgelegenheit macht Michael Vaupel vom Newsletter „Trader’s Daily“ derzeit beim Zucker aus. Und die vorgetragene Argumentation klingt durchaus überzeugend.
Auf der übergeordneten Makro-Ebene führt Vaupel rückläufige Ackerflächen, eine wachsende Weltbevölkerung und die Zunahme großer Naturkatastrophen, wie die zuletzt wütenden Hurricanes an. Der Verlust von Ackerflächen und katastrophenbedingte Ernteausfälle drücken die Angebotsseite, während die Zunahme der Weltbevölkerung für eine wachsende Nachfrage spricht.
Im speziellen Fall des Zuckers kämen nun allerdings noch einige kurzfristige Sonderfaktoren hinzu, die dem Weltmarktpreis Auftrieb verschaffen könnten. Den Ausführungen zufolge soll es im laufenden Jahr bei den beiden wichtigsten Zucker-Exporteuren Brasilien und Indien zu erheblichen Ernteeinbußen kommen, die den Jahresertrag massiv unter die „Normalwerte“ drücken. Für Indien macht Vaupel einen Abschlag gegenüber der durchschnittlichen Produktionsmenge von rund einem Drittel aus. In Brasilien soll die Quote etwa 20 Prozent niedriger liegen als gewöhnlich. In Indien würde dies zu einer „Unterversorgung“ führen, da die anvisierte Produktionsmenge niedriger ausfällt, als der Eigenverbrauch der Inder. Dies wiederum könnte dazu führen, dass einer der bislang wichtigsten Zucker-Exporteure im laufenden Jahr komplett ausfällt, beziehungsweise sogar zum Importeur wird.
Einen ersten Vorgeschmack auf das was daraus folgen kann, lässt sich schon jetzt aus dem Zucker-Chart ablesen. Denn der Süßstoff verzeichnete in den vergangenenzwölf Monaten mit gut 50 Prozent einen beinahe ebenso hohen Zuwachs, wie das sehr viel stärker beachtete Rohöl. Passende Produkte für eine Zucker-Spekulation finden sich bei der ABN Amro, die sowohl einfache „Tracker“-Zertifikate in der dollar-abhängigen und der währungsneutralen Variante, als auch Long-Turbos anbietet. Die maßgebliche Referenzbörse für die Zucker-Papiere der ABN ist die NYBoT – New York Board of Trade. raf