Studie prophezeit magere Aktienerträge


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Studie prophezeit magere Aktienerträge

 
12.12.01 13:59
Langfrist-Prognose von Deutsche-Bank-Vermögenstochter


Studie prophezeit magere Aktienerträge


HANDELSBLATT, 12.12.2001
HB/tmo DÜSSELDORF. Die langfristigen Erträge von Aktien und Anleihen könnten in Zukunft weit geringer ausfallen als viele Anleger hoffen. Diesen Schluss zieht die Vermögensverwaltungs-Tochter der Deutschen Bank (Deutsche Asset Management) in einer gestern veröffentlichten Studie. DeAM verwaltet fast 565 Mrd. Euro in 60 Ländern.

„Aus langfristiger Sicht werden die Kapitalerträge weit hinter den gewohnten Erträgen der achtziger und neunziger Jahre zurückbleiben. Besonders am Aktienmarkt werden solche Erträge nicht erzielt werden“, sagte Joshua Feinman, Chefvolkswirt von Deutsche Asset Management (DeAM) für Amerika. Die DeAM-Experten erwarten für die nächsten Jahrzehnte eine Realrendite von lediglich 4 bis 5 % für Aktien und von 2,5 % für Anleihen. Zum Vergleich: US-Investoren erzielten seit 1972 mit Aktien eine reale (also inflationsbereinigte) Rendite von 8 %. Auch Anleihen waren mit 3,3 % viel rentabler als die Langfristprognosen von DeAM.

Seit 1950, aber besonders in den vergangenen 20 Jahren, fielen die Erträge an den weltweiten Aktienmärkten viel höher aus, als auf Grund wissenschaftlicher Theorien zu erwarten war, betont Steven Bell, weltweit verantwortlicher Chefvolkswirt bei DeAM. Zwischen 1872 und 1950, lagen die Erträge von Aktien und Anleihen indes niedriger. Als Grund für die hohen Wertzuwächse der vergangenen 20 Jahre nennt DeAM überraschend kräftige Gewinnsteigerungen bei Unternehmen, den Rückgang der Inflation und die wachsende Risikobereitschaft der Investoren.

Falls die Studie richtig liegt, hätte dies gravierende Folgen für die Kalkulation langfristig orientierter Pensionsfonds: Sie müssten niedrigere Kapitalerträge durch höhere Beiträge der Rentenanwärter ausgleichen. „Eventuell sinkende Kapitalerträge bedeuten, dass viele Pensionsfonds im Moment nicht ausreichend finanziert sind“, sagte DeAM-Chefvolkswirt Bell.

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