Steinhoff-Saga endet mit 6,3 Milliarden Rand Vergleich
Von Mbalenhle Zuma
24. Juli 2025
Steinhoff-„Diebe“ kommen näher
Steinhoff-Zentrale in Südafrika. Die mit 6,3 Milliarden Rand beendete Geschichte des Unternehmens ist nun endlich abgeschlossen.
Die South African Reserve Bank (SARB) und die Ibex Group, ehemals Steinhoff International Holdings N.V., haben einen langjährigen Streit mit der Zahlung von 6,3 Milliarden Rand (zzgl. Zinsen) an den Staat beigelegt und damit ein turbulentes Kapitel abgeschlossen, das mit dem Bilanzskandal 2017 begann.
Die diese Woche angekündigte Einigung räumt die Vorwürfe von Verstößen gegen die Devisenkontrollvorschriften von 1961 aus. Sie ebnet der Ibex Group zudem den Weg zur Geschäftsaufgabe. Dies stärkt gleichzeitig Südafrikas Ruf als robuster Finanzmarkt.
Unregelmäßigkeiten in der Bilanzierung
Die Steinhoff-Krise brach im Dezember 2017 aus, als Unregelmäßigkeiten in der Bilanzierung einen katastrophalen Kurssturz des Unternehmens an den Börsen in Frankfurt und Johannesburg um 90 % auslösten und Milliarden an Marktkapitalisierung vernichteten.
Mit Auslandsschulden von über 10 Milliarden Euro (155 Milliarden Rand) stand die Gruppe vor dem Zusammenbruch. Es drohten Zwangsverkäufe von Vermögenswerten, massive Verluste für Investoren und Stellenabbau in Südafrika und im Ausland.
Zwischen 2018 und 2023 rettete eine komplexe, länderübergreifende Umschuldung die Gruppe vor der Liquidation. Die Ibex Group zahlte im Rahmen eines globalen Vergleichs im Wert von 29,6 Milliarden Rand über 28 Milliarden Rand an südafrikanische Banken und 18,5 Milliarden Rand an lokale Investoren zurück. Dieser Vergleich wurde von internationalen und südafrikanischen Gerichten genehmigt.
Die Public Investment Corporation, ein wichtiger Investor, war ein Hauptnutznießer und sicherte Gelder für Rentner. Ausländische Gläubiger stimmten einer Stundung ihrer Forderungen bis zum 30. Juni 2026 zu, wobei südafrikanische Gläubiger Vorrang hatten.
Devisenkontrollbestimmungen
„Diese Umstrukturierung war ein Rettungsanker, der den Schutz südafrikanischer Stakeholder in erster Linie sicherstellte“, erklärte SARB-Sprecher Lerato Ndlovu.
Spannungen entstanden 2023, als die Untersuchung der SARB wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Devisenkontrollbestimmungen zu Verwaltungsmaßnahmen führte, darunter der Einziehung von 6,3 Milliarden Rand und Beschränkungen der Vermögenswerte von Ibex, wie beispielsweise der Anteile an Pepkor Holdings Limited. Es kam zu Rechtsstreitigkeiten, bei denen Ibex und einige Gläubiger die Maßnahmen der SARB anfochten.
Nach umfangreichen Verhandlungen, die durch Rechtsberatung ergänzt wurden, erzielten beide Parteien eine umfassende Einigung. Im Rahmen der Vereinbarung zog Ibex seine Klagen zurück, die SARB hob die Vermögensbeschränkungen auf und erteilte die Genehmigung für den vom niederländischen Gericht genehmigten Abwicklungsprozess von Ibex. Die SARB wird keine weiteren Zwangsmaßnahmen ergreifen.
Auch die Verbotsverfügungen für Ibex-Aktien an Pepkor Holdings wurden aufgehoben. Am 21. Juli 2025 gab Ibex bekannt, dass es seinen 28-prozentigen Anteil an Pepkor veräußern wird.
„Sowohl die SARB als auch die Ibex-Gruppe halten den Vergleich angesichts der komplexen und konkurrierenden Interessen für angemessen, verhältnismäßig und gerechtfertigt“, erklärte die Zentralbank.
Quelle:
sundayworld.co.za/news/...5202017%2520accounting%2520scandal.
grüße Harry