Gute Analyse und ich bin voll bei dir. Insolvenz ist sicherlich vom Tisch.
Die große Gefahr ist aber eine andere. Das man nämlich noch keine Klarheit hat wohin die Reise geht. Steinhoff ist aktuell nach wie vor eine Black Box. Für mich wird Steinhoff aber auf alle Fälle überleben. Da gibt es mit Pepco und Pepkor viele viel zu gute Bereiche. Risiko ist nur, dass der Aktionär halt nochmals stark geschädigt wird. Und diese Angst ist wohl der Hauptgrund warum sich zu wenig Leute getrauen Steini zu kaufen und das in Verbindung mit sehr attraktiven anderen Aktien.
Im Moment sieht man halt das folgende:
Das untestierte Eigenkapital von Steinhoff (vor Minderheiten) war bei knapp 2,5 Mrd. Da Steinhoff im 1. Halbjahr 2018 noch einen hohen Verlust gemacht hat wird Steinhoff aller Voraussicht wohl nicht vor 2020 einen Gewinn abliefern können. Dadurch wird das Eigenkapital auch wegen dem Mattress Deal, Poco Verkauf, Kosten der Restrukturierung, Zinsen ... aller Voraussicht nach Richtung 0 Euro abschmelzen.
Die größte Gefahr die ich sehe ist, dass wenn es zu wenig operative Fortschritte gibt und das in Verbindung mit den ganzen Rechtsstreitigkeiten und den 10% Zinsen, dass Steinhoff eine Kapitalerhöhung machen muss. Das wäre halt das Worst Case Szenario für uns. Und das kann man halt leider noch nicht ausschließen.
Spannend wird daher der 18. April. Weil dann sehen wir erstmals schwarz auf weiß wie hoch das Eigenkapital per 31.12.2018 ist. Da ist dann auch die Frage ob der Mattress Deal dort schon abgebildet ist. Und neben den Eigenkapital wird es noch umso spannender wie hoch das nachhaltige EBIT sein wird und die Höhe der externen verzinslichen Schulden. Nur ein geringes oder sogar negatives Eigenkapital muss noch kein Beinbruch sein. Wenn das nachhaltige EBIT hoch genug ist um langfristig die Zinsen und Steuern zu tragen dann kann man die Schulden trotzdem refinanzieren. Es gibt ja auch sehr gute Beteiligungen die als Sicherheit dienen können.
Spannend wird am 18. Apiril auch ob es weitere Fortschritte gibt wie es im Jänner bis März gelaufen ist. Gibt es weiterhin positive Entwicklungen bei Mattress. Was mir etwas sorgen bereit ist die sehr negative Entwicklung bei Conforama.
Der große Turnaround auch wenn die Zahlen ok sind wird der 18. April aber auch nicht bringen. Er könnte zumindest aber für einen um ein Eck höheren Aktienkurs sorgen. Entscheidend wird dann aber das Thema Schuldenrefinanzierung sein und die Anlegerklagen. Sehr spannend könnte dann eventuell der Juli werden mit dem Analystentag. Dort gibt es eventuell auch erstmals einen Ausblick. Und natürlich der Juni mit dem Halbjahresbericht 2019. Dort wird man dann sehen ob es im Vergleich zu den 2018er Zahlen beim nachhaltigen EBIT weitere Fortschritte gibt. Desto größer die Fortschritte desto größer die Chance, dass die Schulden mittelfristig günstig refinanziert werden können.
Aufgrund der sehr starken Entwicklung bei Pepco bin ich aber leicht positiv gestimmt und bald haben wir ohnehin Klarheit. Spätestens Ende Juli 2019 wird man wohl relative Klarheit haben. So gesehen eh verrückt. Bin seit Dezember 2017 an Board. Wer hätte gedacht, dass es so lange dauert :)
Wünsch uns allen ein Happy End.