SPIEGEL ONLINE - 26. Oktober 2001, 13:16
URL: www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,164571,00.html
Bush-Regierung
Spezialeinheit sucht Terror-Gelder
Bisher arbeiteten amerikanische Geldwäsche-Fahnder im Büro vor ihrem Computer. Eine neue Spezialeinheit der Bush-Regierung soll auch Lauschangriffe starten und Terroristengruppen unterwandern.
DPA
Sauberes oder schmutziges Geld? Die Fahnder der US-Regierung bekommen neue Kompetenzen
Washington - Zu dem diese Woche geschaffenen Spezialteam gehören bisher 100 Agenten, gab die US-Regierung bekannt. Während bestehende Geldwäsche-Jäger am Computerschirm Verdachtsmeldungen auswerten, die von Banken abgeschickt werden, sollten die Agenten der Special Force auch "auf die Straße gehen und an Türen klopfen", hieß es.
Details zur Arbeitsweise sind geheim
Auch die elektronische Überwachung von Verdächtigen etwa per Lauschangriff oder durch das Abfangen von E-Mails gehört zu den Kompetenzen des Teams. Wenn möglich, sollen verdeckte Ermittler auch in verdächtige Organisationen eindringen. Weitere Details zur Arbeitsweise der Gruppe wollte die Regierung aber nicht nennen.
Das Agenten-Team soll an den US-Zoll in New York angegliedert werden. Von dort kommen auch 70 der Ermittler. Sie waren bisher darauf spezialisiert, Gelder aufzuspüren, die aus dem Verkauf von Drogen stammen. 30 weitere Agenten stammen vom Geheimdienst FBI, aus der obersten Steuerbehörde und der Sondereinheit Finanzkriminalität des Finanzministeriums.
Neue Sanktionen gegen verdächtige Banken
Ebenfalls am Donnerstag passierte ein neues Anti-Terror-Gesetzespaket den US-Kongress, das auch weitere Sanktionsmöglichkeiten gegen Geldwäsche und die Banken mutmaßlicher Terroristen bieten soll. So werden US-Finanzinstitutionen wie die Notenbank ihre Kontakte zu Geldinstituten abbrechen können, sofern diese nicht mit dem FBI kooperieren und nachgefragte Informationen nicht liefern. US-Banken müssen künftig genauer nachweisen, woher die Gelder ausländischer Kunden stammen.
Auch wird amerikanischen Geldhäusern untersagt, Geschäftskontakte zu überseeischen Banken zu unterhalten, die in den USA keine Geschäftsstelle unterhalten und nicht mit US-Regulierungsbehörden zusammenarbeiten.
"Lücken im westlichen Finanzsystem"
Senator Carl Levin aus Michigan sagte nach der Abstimmung im Kongress-Oberhaus: "Osama Bin Laden hat damit geprahlt, dass er die Lücken im westlichen Finanzsystem besser kennt als die Linien in seiner eigenen Hand. Nun können wir verhindern, dass Terroristen wie er unser eigenes Finanzsystem gegen uns verwenden."
Lediglich einer der anwesenden 99 Senatoren stimmte gegen das Gesetzespaket. Russell Feingold aus Wisconsin fürchtet, dass auch Unbescholtene ins Visier der Fahnder geraten können.
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Bush-Regierung
Spezialeinheit sucht Terror-Gelder
Bisher arbeiteten amerikanische Geldwäsche-Fahnder im Büro vor ihrem Computer. Eine neue Spezialeinheit der Bush-Regierung soll auch Lauschangriffe starten und Terroristengruppen unterwandern.
DPA
Sauberes oder schmutziges Geld? Die Fahnder der US-Regierung bekommen neue Kompetenzen
Washington - Zu dem diese Woche geschaffenen Spezialteam gehören bisher 100 Agenten, gab die US-Regierung bekannt. Während bestehende Geldwäsche-Jäger am Computerschirm Verdachtsmeldungen auswerten, die von Banken abgeschickt werden, sollten die Agenten der Special Force auch "auf die Straße gehen und an Türen klopfen", hieß es.
Details zur Arbeitsweise sind geheim
Auch die elektronische Überwachung von Verdächtigen etwa per Lauschangriff oder durch das Abfangen von E-Mails gehört zu den Kompetenzen des Teams. Wenn möglich, sollen verdeckte Ermittler auch in verdächtige Organisationen eindringen. Weitere Details zur Arbeitsweise der Gruppe wollte die Regierung aber nicht nennen.
Das Agenten-Team soll an den US-Zoll in New York angegliedert werden. Von dort kommen auch 70 der Ermittler. Sie waren bisher darauf spezialisiert, Gelder aufzuspüren, die aus dem Verkauf von Drogen stammen. 30 weitere Agenten stammen vom Geheimdienst FBI, aus der obersten Steuerbehörde und der Sondereinheit Finanzkriminalität des Finanzministeriums.
Neue Sanktionen gegen verdächtige Banken
Ebenfalls am Donnerstag passierte ein neues Anti-Terror-Gesetzespaket den US-Kongress, das auch weitere Sanktionsmöglichkeiten gegen Geldwäsche und die Banken mutmaßlicher Terroristen bieten soll. So werden US-Finanzinstitutionen wie die Notenbank ihre Kontakte zu Geldinstituten abbrechen können, sofern diese nicht mit dem FBI kooperieren und nachgefragte Informationen nicht liefern. US-Banken müssen künftig genauer nachweisen, woher die Gelder ausländischer Kunden stammen.
Auch wird amerikanischen Geldhäusern untersagt, Geschäftskontakte zu überseeischen Banken zu unterhalten, die in den USA keine Geschäftsstelle unterhalten und nicht mit US-Regulierungsbehörden zusammenarbeiten.
"Lücken im westlichen Finanzsystem"
Senator Carl Levin aus Michigan sagte nach der Abstimmung im Kongress-Oberhaus: "Osama Bin Laden hat damit geprahlt, dass er die Lücken im westlichen Finanzsystem besser kennt als die Linien in seiner eigenen Hand. Nun können wir verhindern, dass Terroristen wie er unser eigenes Finanzsystem gegen uns verwenden."
Lediglich einer der anwesenden 99 Senatoren stimmte gegen das Gesetzespaket. Russell Feingold aus Wisconsin fürchtet, dass auch Unbescholtene ins Visier der Fahnder geraten können.