Spekulanten treiben Dollar-Kurs in die Höhe


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Nassie:

Spekulanten treiben Dollar-Kurs in die Höhe

 
13.03.03 22:33
Ein kräftiger Rückgang der Risikoaversion hat am Donnerstag zu einem Kurseinbruch bei den Staatsanleihen beiderseits des Atlantiks geführt. Am Devisenmarkt katapultierte der Dollar gegen die wichtigsten Weltwährungen nach oben.




Der US-Nachrichtensender CNN hatte am Donnerstagmorgen berichtet, der amerikanische Geheimdienst CIA habe Verhandlungen mit hohen irakischen Militärvertretern geführt, die eine Kapitulation angeboten hätten. Die Meldungen wurden weder dementiert noch bestätigt.

Die Hoffnung auf einen schnellen Krieg ohne massive Gegenwehr führte zu einer Explosion der Renditen beiderseits des Atlantiks. "Die Anleger stürzen sich plötzlich wieder auf die Aktien", sagte ein Händler. "Dass die Anleihen derzeit teuer sind, erleichtert ihnen noch zusätzlich die Verkaufsentscheidung."


Zweijährige Bundesanleihen rentierten 20 Basispunkte über Vortagesniveau bei 2,48 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bunds stieg um 14 Basispunkte auf 3,98 Prozent. Der Terminkontrakt auf diese Papiere (Bund-Future) stürzte um 115 Stellen auf 115,25 Punkte ab.


In den USA ergab sich ein ähnliches Bild. In den ersten Handelsstunden stiegen die Renditen über alle Laufzeiten um rund zwölf Basispunkte an.



Dollar schlägt zurück


Am Devisenmarkt holte der Dollar gegen die wichtigsten Weltwährungen zum Gegenschlag aus. Der Euro fiel zeitweise auf 1,0844 $, nach 1,1002 $ am späten Mittwoch. Zur japanischen Devise verteuerte sich der Greenback kurzzeitig auf 118,53 Yen. Am Vortag kostete der Dollar noch 117,30 Yen.


"Vor allem spekulative Investoren haben am Donnerstag ihre Positionen aufgelöst und Gewinne mitgenommen", sagte Paul Mackel von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Spekulative Dollar-Verkaufspositionen waren vergangene Woche an der Chicago Mercantile Exchange von einem ohnehin sehr hohen Niveau noch einmal kräftig angestiegen.


Gegen 20 Uhr MEZ notierte der Euro am Donnerstag bei 1,0853 $. Der Dollar kostete zur gleichen Zeit 118,46 Yen.


Mackel sieht durchaus Chancen, dass sich der Euro bis auf 1,07 $ abschwächen kann. "Doch genauso gut kann sich die Bewegung aufgrund der geopolitischen Unwägbarkeiten morgen wieder drastisch umkehren", sagte der Stratege weiter.


Kenneth Landon von der Deutschen Bank in New York glaubt, der Euro könnte im Falle einer schnellen und für die USA siegreichen Militäraktion "leicht wieder in Richtung Parität fallen". Vergleiche mit dem Golfkrieg Anfang 1991 zeigten, dass eine "Abwertung des Euro um mindestens 10 Prozent durchaus im Bereich des Möglichen liegt", sagte Landon.

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