Soziales Netz Amerikas droht zu reißen


Thema
abonnieren
Beiträge: 27
Zugriffe: 1.213 / Heute: 1
Brummer:

Soziales Netz Amerikas droht zu reißen

 
17.01.02 11:31
Von Carsten Volkery, New York

Die amerikanische Sozialhilfereform von 1996 galt lange als Vorzeigeprojekt. Auch deutsche Politiker waren begierig zu lernen, wie man Millionen Arbeitslose zurück in den Arbeitsmarkt zwingen kann. Doch die Rezession entblößt die Schwächen des Workfare-Modells.
 
Arbeitslose in New York: Die Krise offenbart die Schwächen des Modells

New York - Viel ist über sie geredet worden, die große "Welfare to work"-Vision der Clinton-Regierung. Einige kritisierten sie als unmenschlich, andere feierten sie als geniale Lösung. Politiker-Delegationen aus aller Welt, vor allem aus dem Europa der Sozialstaaten, kamen nach New York oder Wisconsin, um zu sehen, wie die Amerikaner das Wunder vollbracht hatten: Innerhalb von fünf Jahren hatte sich die Zahl der Sozialhilfeempfänger von 14,4 Millionen (1996) auf 5,5 Millionen (2001) reduziert.
"Es übertraf die kühnsten Erwartungen, wie viele Leute plötzlich zur Arbeit gingen", sagt Sheldon Danzinger, Professor an der Universität von Michigan. Das 1996 von der Clinton-Regierung angestoßene Gesetz führte zwei Grundsätze ins Sozialsystem ein. Erstens: Wer Sozialhilfe empfängt, muss dafür arbeiten. Zweitens: Jeder Bürger kann maximal fünf Jahre Sozialhilfe während seiner Lebenszeit beanspruchen. Die Bundesstaaten wurden in die Verantwortung genommen, die Zahl der Sozialhilfeempfänger bis 2002 um 50 Prozent zu reduzieren.

Einige Staaten führten daraufhin strikte "Workfare"-Programme ein, die auch die Unqualifizierten, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben, zu irgendeiner Tätigkeit zwangen. So kam es, dass in New York plötzlich Tausende von neuen Parkpflegern und U-Bahn-Reinigungskräften auftauchten. Andere Staaten riefen zahlreiche Trainingsprogramme und Initiativen ins Leben, die die lokale Wirtschaft in das Programm mit einbanden.
   
Doch während die Zahl der Sozialhilfeempfänger unbestreitbar gesunken ist, steht das historische Urteil über die Reform noch aus. Zwei Drittel der Reduktion seien allein auf den Wirtschaftsboom der neunziger Jahre zurückzuführen, sagen Experten. Der Trend habe bereits 1994 begonnen. Die Sozialhilfeempfänger konnten in der expandierenden Wirtschaft leicht Jobs finden, so die Argumentation.

Jetzt ist der Boom jedoch zu Ende: Seit März befinden sich die USA in der Rezession. Beinahe täglich werden neue Massenentlassungen angekündigt. Die Arbeitslosenrate wird laut Vorhersagen mindestens bis zur Mitte des Jahres weiter steigen. "Die Rezession ist der erste wirkliche Härtetest für die Welfare-to-work-Reform", sagt Heather Bushey vom Economic Policy Institute, einem unabhängigen "Think Tank" in Washington.

Kann das neue Sozialhilfesystem, das rund um die Arbeit aufgebaut ist, auch in Zeiten der Arbeitslosigkeit funktionieren? Die ersten Zeichen sind nicht viel versprechend: Die Zahl der Sozialhilfeempfänger ist seit März in etlichen Staaten wieder gestiegen, in manchen um bis zu 20 Prozent. In der Krise sind die ehemaligen Sozialhilfeempfänger die verwundbarsten Arbeiter: Sie werden in der Regel als Erste gefeuert. Sie arbeiten am untersten Ende der Hierarchie in schlecht bezahlten Hilfsjobs, noch dazu in Branchen, die am härtesten von der Attacke auf das World Trade Center betroffen waren: Einzelhandel, Hotels, Dienstleistungen. Diesmal gibt es kein soziales Netz, das sie auffängt.

Im Unterschied zu anderen entlassenen Arbeitnehmern erhalten die meisten keine Arbeitslosenversicherung, weil sie in der Regel nur Teilzeitjobs hatten und damit nicht das vorgeschriebene Minimum an Arbeitszeit erreichen. Nach Angaben des Center for Law and Social Policy arbeiten die ehemaligen Sozialhilfeempfänger durchschnittlich nicht mehr als 30 Stunden pro Woche, weniger als die Hälfte von ihnen arbeitet das ganze Jahr hindurch.

Noch prekärer ist die Lage für die "Workfare"-Teilnehmer, die im Dezember ihr Fünf-Jahres-Maximum erreicht haben. Die "New York Times" berichtet von New Yorkern, die im Austausch für ihre Sozialhilfe jahrelang die U-Bahnen gesäubert hatten - in der Hoffnung, am Ende einen regulären Job bei dem U-Bahn-Betreiber zu landen. Der Job mitsamt Gewerkschaftslohn wurde ihnen auch immer wieder versprochen. Inzwischen jedoch herrscht Einstellungsstopp. Gleichzeitig bleiben die Schecks der Bundesregierung aus: Zeit abgelaufen.

"In guten Zeiten dient das Fünf-Jahres-Maximum der Motivation, in schlechten Zeiten wird es zur Strafe", sagt Pamela Holcomb vom Urban Institute. Nun hat der Staat New York ein eigenes Sicherheitsnetz, um die Härtefälle abzufedern. Doch das ist die Ausnahme. Für Beobachter wie Holcomb ist die Sache klar: Das Welfare-to-work-Gesetz stößt in einer Rezession an seine Grenzen. Die Reform hat die Sozialhilfeempfänger zwar aus der Abhängigkeit vom Staat gerissen, doch ihr zweites Ziel, nämlich die Lage der Armen zu verbessern, hat sie noch nicht erreicht.

Dazu kommt eine weitere unglückliche Entwicklung: Die Zahl der Sozialhilfeempfänger steigt, während die Budgets der Bundesstaaten schrumpfen. Das heißt, dass sie mehr Geld für die eigentlichen Sozialhilfezahlungen aufwenden und dafür Geld aus der Fortbildung abziehen müssen.

Der US-Kongress wird sich in den nächsten Wochen ohnehin mit dem Workfare-Gesetz befassen müssen: Es läuft zum 30. September aus und muss erneut verabschiedet werden. Experten fordern, das Gesetz "rezessionsfest" zu machen. Eine der meist genannten Forderungen ist die Aufweichung der Fünf-Jahres-Obergrenze. Holcomb etwa könnte sich eine Ausnahmeregelung in Regionen mit besonders hoher Arbeitslosigkeit vorstellen. Danzinger schlägt vor, die Hürden zur Arbeitslosenversicherung zu senken, so dass auch entlassene Teilzeitarbeiter erfasst werden. Außerdem fordert er zusätzliche Bundesmittel, um die einzelnen Staaten zu entlasten.

Holcomb und Bushey sind zuversichtlich, dass der Kongress zumindest einige Verbesserungen vornehmen wird. Doch Danzinger ist sich da nicht so sicher. Seiner Meinung nach könnte es passieren, dass der Kongress das Gesetz einfach für zwei Jahre verlängert - ohne Veränderung. "Es ist sehr gut möglich, dass sie sagen: Wir sind gerade zu beschäftigt mit der Homeland Security."
Antworten

Hiob:

Da werden sie wohl die Nationalgarde

 
17.01.02 12:00
in den nächsten Jahren etwas ausbauen müssen. Wenn man in so einer Gesellschaft leben will, dann viel Spaß. Aber, nicht vergessen, wir sind auch hierzulande auf dem Weg dorthin.
Antworten
Levke:

Soziales Netz in Amerika ?

 
17.01.02 12:07
gibt es bald auch ein englisches Kochbuch ?
Antworten
mod:

@Hiob

 
17.01.02 12:11
Du beziehst Deine USA-Kenntnisse sicher nur aus Zeitungen?

Viele Grüsse
Antworten
sir charles:

@Levke

 
17.01.02 12:12
sicher gibt es ein englisches Kochbuch, wie mache ich meinen Pudding durchsichtig.
Antworten
josse:

Man sollte auch hier in Deutschland...

 
17.01.02 12:18
Teile dieser Idee übernehmen, gekoppelt an der momentanen
Wirtschaftlage. Ich kann es nämlich nicht abhaben, wenn
die Sozialhilfe durch "Drückeberger" mißbraucht wird.

Gruß
Josse
Antworten
mod:

josse,

 
17.01.02 12:24
das Problem ist, dass in Deutschland die wirklich Bedürftigen meistens gar nicht aufs Sozialamt gehen.
Ich habe hier den Eindruck, dass viele die soziale Realität in Deutschland nicht wahrnehmen wollen, nach dem Motto:

"Kostet ja nicht mein Geld!" oder
"Die machen es richtig; sie besche... ordentlich den Staat!"

Viele Grüsse
Antworten
Reila:

@mod

 
17.01.02 12:26
Die Grundidee Sozialhilfe gegen Arbeit ist sicher gut. Aber es darf nicht sein, daß Menschen nach einiger Zeit völlig einkommenslos werden. Und das kann in US wirklich passieren.

Wir haben leider das andere Extrem.

R.
Antworten
cap blaubär:

Drückeberger????

 
17.01.02 12:31
nein das ist bald der sparsam mit der ressource Arbeit umgehende Bevölkerungsteil ./. ist der Arbeitsabhängige oder Süchtige der der Gesellschaft zur last fällt(subventionierte Firmen,Eingliederungshilfen in den normalen Arbeitslosenstatus etc.)
blaubärgrüsse
Antworten
Hiob:

Ich bitte Dich, mod, klassifiziere nicht Leute,

 
17.01.02 12:43

die du nicht kennst. Daß etwas faul ist in den sozialen Verhältnissen der USA kann man ganz gut dadurch erfahren, daß einheimische Kollegen einen am Rande einer Bostoner Tagung ausdrücklich davor warnen, das Klinikgelände zu einem kleinen Spaziergang zu verlassen, weil das Risiko zu groß sei, umgehauen und ausgeraubt zu werden. Das hat mir am Klinikum Eppendorf bisher noch niemand gesagt, obwohl die Kriminalitätsrate hier in HH so hoch sein soll.

Denke also lieber vorher etwas nach, bevor du anderen Boardteilnehmern die Qualifikation absprichst, sich über einen Sachverhalt zu äußern. Oder hast Du das nötig?
Antworten
Hiob:

@ Reila

 
17.01.02 12:48

Hast du dich wirklich schon mal mit der sozialen Situation von alten Menschen, die wegen einer chronischen Erkrankung oder einem Unfall schon früh ihre Arbeit aufgeben mußten, befaßt? Oder mit älteren Frauen, die mit einer Minimalrente über die Runden kommen müssen und nicht in der Lage sind, ihre Medikamente zu bezahlen - nur weil sie vor lauter Kindererziehung im Beruf nicht so recht Fuß fassen konnten?

Ich denke, auch hierzulande gibt es sehr viel unverschuldete Armut - und man sollte nicht alles in einen Topf werfen und als Sozialschmarotzerei diskriminieren.
Antworten
Guido:

Seit wann gibt es in den USA ein Soziales Netz???

 
17.01.02 12:54
Das ist kein Netz was die haben, das sind einige Reißleinen und die können, wie der Name schon sagt, schnell reißen!!
Wieso haben denn viele Amis 2 Jobs? Weil die sich sonst nicht über Wasser halten können!!

Antworten
mod:

Warum so empfindlich, Hiob, war nur

 
17.01.02 12:54
eine Frage!
Aber "Boston" ist nicht USA und das "Eppendorfer Klinikum" nicht Hamburg, geschweige denn Deutschland.
Eine Frage ist im übrigen keine Abqualifikation. Oder hast Du eine solche Reaktion nötig?
Rollendistanz ist etwas Nützliches.

Viele Grüsse
Antworten
mod:

Hiob irrt; er ist schlecht informiert

 
17.01.02 13:01
Er behauptet gegenüber Reila:
"Hast du dich wirklich schon mal mit der sozialen Situation von alten Menschen, die wegen einer chronischen Erkrankung oder einem Unfall schon früh ihre Arbeit aufgeben mußten, befaßt? Oder mit älteren Frauen, die mit einer Minimalrente über die Runden kommen müssen und nicht in der Lage sind, ihre Medikamente zu bezahlen - nur weil sie vor lauter Kindererziehung im Beruf nicht so recht Fuß fassen konnten?

Herr Hiob, Bitte informieren, bevor solche Behautungen aufgestellt werden:

www.abc-der-krankenkassen.de/sozialklausel.htm
Antworten
mod:

@Guido

 
17.01.02 13:17
Deine Aussage zum sozialen Netz in den USA stimmt.
Dazu:
Deutschland ist laut Artikel 20 Grundgesetz ein "sozialer Bundesstaat".
Das Sozialstaatprinzip als Verfassungsauftrag durchzieht sämtliche Lebensbereiche.
Die USA haben dagegen einen gänzlich anderen verfassungsrechtlichen Ansatz, der auf Eigenverantwortlichkeit und Freiheit beruht. Jeder US-Amerikaner weiss von klein auf an, dass er für sich selbst sorgen und vorsorgen muss und nur im absoluten Notfall die Wohlfahrt des Staates beanspruchen kann.

Zwei Jobs haben die meisten, weil sie "Konsum" als Lebensprinzip begreifen und dazu - wie auch hier - zusätzlich arbeiten.

Soziale Randgruppen gibt es natürlich - wie bei uns auch - zur Genüge.
In Deutschland werden sie nur staatlich alimentiert.

Viele Grüsse
Antworten
Reila:

@Hiob

 
17.01.02 13:17
Ich will hier keine Studie über Sozialhilfe in Deutschland schreiben. Aber die Gesunden und Leistungsfähigen sind hier überversorgt. Und viele haben keine Lust zu arbeiten. Das weißt Du so gut wie ich. Die Schwester eines Freundes ist jetzt Anfang 30, hat ein Kind, aus Jux irgendetwas mit Kunst studiert und überhaupt keine Absicht, je zu arbeiten. Allerdings braucht sie einen erheblichen Teil ihrer Zeit für Gänge zu Ämtern und Antragstellungen, um wirklich alles abzugreifen, was es gibt. Und solchen Leuten wird es künftig auch nach Absicht der CDU noch besser gehen. (Familienförderung)

Anders ist die Lage bei Alten und kranken alten Menschen, insbesondere chronisch Kranken. Die haben keine Lobby in unserem Land. Und da sind auch Änderungen nicht absehbar. Daß alte, hilflose Menschen hier in vielen Fällen unwürdig leben müssen, ist eine Schande. Aber hier versagt nicht nur der Staat, sondern auch die Familien. Ich bin in einer anderen Tradition erzogen worden. Selbst Harald Juhnke wurde bei Ausbruch der Demenz sofort von seiner Familie in ein Heim abgeschoben. Und er kann froh sein, daß er noch Geld hat. Den meisten wird ja sofort alles abgenommen, und wenn sie dann mittellos sind, werden sie irgendwo liegengelassen, bis zum meist nicht unerwarteten nahen Ende.

R.  
Antworten
Hiob:

Lieber mod,

 
17.01.02 13:27

soll das jetzt nun in Polemik abgleiten? Natürlich gibt es auf dem Papier Sozialklauseln etc. Entscheidend ist allerdings, wie die Dinge in der Realität aussehen. Hast du dir schon mal Altenpflegeheime von innen angeschaut. Erst gestern kam auf NDR ein Bericht über ein größeres Heim vor den Toren Hamburgs, in denen katastrophale Verhältnisse herrschen, obwohl die Behörden die Situation nicht nur gut kennen, sondern auch seit Jahren versuchen, Druck auf den Betreiber auszuüben. Hat nichts genützt. Nun hat die dortige AOK einen Skandal draus gemacht. Allerdings hat sie dabei vergessen zu erwähnen, daß ein Teil des Mißstandes, der den Bewohnern gesundheitliche Beschwerden bereitet oder ihre Gesundheit direkt schädigt, exakt darauf zurückgehet, daß die Bezahlung bestimmter medizinisch notwendiger Heil- und Hilfsmittel verweigert wird.

Das gilt nicht nur für Heimbewohner. Schon mal etwas von Krankenhausbudgets gehört, oder davon, daß beispielsweise in der Epilepsiebehandlung nur ein Bruchteil der Patienten, für die es medizinisch indiziert wäre, die (teuren) Medikamente erhalten, die sie eigentlich brauchen würden? Das gilt auch für zahlreiche andere Fachgebiete!! Mit anderen Worten: Wer es sich leisten kann, wird optimal versorgt, wer nicht, eben nicht.

Antworten
mod:

Lieber Hiob,

 
17.01.02 13:40
Deine aktuellsten Aussagen zum Pflege- und Krankenhausbereich habe ich nie bestritten.
Das kann man auch seit längerem täglich in der Medienlandschaft verfolgen; oder:
www.dkgev.de/
Mir ging es - wie oben nachzulesen - nur um die notwendigste Medikamentenversorgung (siehe oben) und um Deine obige Behauptung dazu.
Dass wir de facto eine Zwei-Klassen-Medizin haben, ist ja schon Binsenweissheit.

Viele Grüsse
Antworten
Reila:

Soviel Liebe - ist schon wieder Weihnachten? o.T.

 
17.01.02 13:42
Antworten
hjw2:

Wenn ich das schon wieder lese..zu

 
17.01.02 13:48
viele Drückeberger beziehen Sozialhilfe, könnte ich kotzen..
Durch die Pauschalisierung wurde die SH um 10-12% gekürzt..
Für den Inflationsausgleich durch die Euroeinführung ist kein Ausgleich in Sicht.
Möchte die Sprücheklopper an Bard mal sehen, wenn sie nur einen Monat mit SH auskommen sollten..
Im Sommer werden wir 4,5 Mio Arbeitslose haben, versucht mal die Soziempfänger in "Lohn und Brot" zu bringen..
Im nach unten treten seid ihr Weltmeister..im Bücklinge machen nach oben auch.

In meinem Bekanntenkreis gab es ein Kesselwärter aus Hagen. Nach 45 Jahren Arbeitsleben wurde er krank und arbeitsunfähig.
Die Berufsgenossenschaft weigerte sich die Berufsunfähigkeit anzuerkennen.
Fazit: Sozialhilfe, 4 Jahre bis die Prozesse durch waren, Auto futsch, Haus futsch, usw.
Nun ist er endlich verstorben, der Glückspilz.
mfg
hjw
Antworten
mod:

Lieber Reila,

 
17.01.02 13:49
Was macht Dein "Business"?  *ggg*
Interessanter wäre ein Bericht von Deinem Urlaub.
Börse ist momentan langweilig; man kann eigentlich nur den billig erworbenen Rest verkaufen. Was ich nach und nach tue.
Sonst sieht es trüb aus (Weltkonjunktur).

Viele Grüsse
Antworten
Guido:

Wenns ich so traurig wär, könnt man drüber lachen! o.T.

 
17.01.02 13:51
Antworten
Guido:

Sorry n verschluckt

 
17.01.02 13:52
richtig solls heißen: wenns nich so traurig wär, könnt man drüber lachen
Antworten
mod:

Lieber hjw,

 
17.01.02 13:56
nenne bitte einmal die konkreten Sätze zur Sozialhilfe in Hessen.
Dass man davon nicht "feudal" leben kann, ist korrekt.
Aber viele (nicht Dein wirklich bedürftiger Bekannter) machen nebenbei Schwarzarbeit oder haben "Gönner".
Auf die wirklich Bedürftigen müsste man sich beschränken und denen mehr geben.
Sicher hast Du gute Kontakte zu Sozialamtsmitarbeitern; allerdings in einer anonymen Grossstadt sieht das anders aus als auf dem "flachen Land".

Viele Grüsse
Antworten
Hiob:

Wir kommen der Sache näher, mod.

 
17.01.02 13:57

Bei älteren Multimorbiden summiert sich die Summe der Medikamentenzuzahlungen teils auf 500 DM im Monat. Die muß eine Rentnerin erst mal bezahlen können. Wenn sie es nicht kann, dann ist die Frage, ob sie in der Lage ist, ihre Ansprüche auf Unterstützung wirksam durchzusetzen. Und genau das können viele eben nicht! Das heißt, ihre Rechte sind faktisch nichts wert.

Dies umso mehr, als viele Behörden und auch der medizinische Dienst darauf getrimmt sind, Ansprüche abzuwehren. Der krasseste Fall, der mir dabei unterkam, war die Verweigerung der Pflegestufe 2 für eine Frau, die so stark verkrebst war, daß sie sich kaum mehr bewegen konnte. Der medizinische Dienst sagte, sie solle ihre Ansprüche ein Jahr später noch mal anmelden. Die behandelnden Ärzte gaben ihr noch eine Lebenserwartung von 2 Monaten. Nach 6 Wochen war sie tot.

Das ist die Situation. Soziale Rechte sind nicht das Papier wert, auf dem sie stehen, wenn es für die Betroffenen schwer ist, sie einzufordern. Und die Schwächsten sind dazu halt am wenigsten in der Lage - auch wenn es um die Befreiung von Medikamenten-Zuzahlungen geht. Davon, wie die Leute zu den Medikamenten kommen, die sie wirklich brauchen, die ihnen ihr  jeweiliger Arzt (im Krankenhaus oder in der Praxis) aber nicht gibt, ganz zu schweigen.
Antworten
Reila:

mod,, mein LIEBER, Business? Was ist das?

 
17.01.02 14:02
Viel zu ruhig. Schlampige Zahlungsmoral. Am besten läuft noch die Verwertung notleidender Objekte im Auftrag der Banken. Gestern kam ein Bauträger. Ich soll voll unterkellerte Doppelhäuser verkaufen incl. Grundstück 158,500 €. Und das praktisch in Berlin. Sagt wohl alles über den Markt. Der Luxusbereich ist noch interessant. So, muß gleich zu einer Besichtigung.

Über den Urlaub hatte ich schon irgendwo berichtet. Bin allerdings auch einmal kurz verhaftet wurden, nur weil ich auf Militärgelände etwas fotografierte. War echt interessant. Gut, daß mir das nicht in der DDR passiert ist. So kostete es nur etwas Nerven, einen Film und eine haalbe Schachtel Zigaretten.

Von der Börse halte ich im Augenblick meine Finger fern - außer Dummquatschen auf ARIVA (und Verkaufen).

R.
Antworten
mod:

@Hiob

 
17.01.02 14:05
Viele engagierte Ärzte und Pfleger kümmern sich zum Glück - trotz Zeitmangel - auch um die Durchsetzung der Rechte ihrer Patienten.
Wieder einmal ist auch hier die Familie gefordert, falls vorhanden.

Viele Grüsse
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--