Soll ich jetzt Aktien kaufen?


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Trader:

Soll ich jetzt Aktien kaufen?

 
17.09.02 14:03
Soll ich jetzt Aktien kaufen?

Ja und Nein

Ja

Aktien sind billig. Nach dem Einbruch notieren die Dax-Werte mit einem KGV von 13 und damit deutlich unter dem historischen Schnitt von 15. Betrachtet man die fast schon rekordverdächtig niedrigen Zinsen am Rentenmarkt wären sogar deutlich höhere KGV gerechtfertigt. Der Dax hat damit Potenzial bis weit über 4000 Punkte. Auch nach anderen Bewertungskennzahlen schreien die Aktien nach „Kauf“. So liegen viele Dividendenrenditen deutlich über den Zinsen am Rentenmarkt. Mehr als die Hälfte der Dax-Unternehmen notiert zudem in der Nähe des Buchwertes, also der Summe sämtlicher Vermögensgegenstände. Ein Aufkäufer könnte die Übernahme also allein aus dem Verkauf der Vermögenswerte finanzieren.

Die Markttechnik spricht klar für einen kräftigen Aufschwung. Sämtliche Indikatoren sind auf Grün gesprungen. Die Börsenkurse bewegen sich in stark überverkauftem Territorium, die hohen Volatilitäten kündigen eine Wende an.

Kein Anleger will mehr Aktien kaufen. Das ist das beste Argument für Aktien. Denn jetzt haben alle Verkaufswilligen sich von ihren Papieren getrennt und müssen irgendwann wieder investieren. Aktien muss man kaufen, wenn die Stimmung am Tiefpunkt ist. Erinnert sei etwa an den Beginn der 90er Jahre. Damals wollte niemand Immobilien haben – eine fatale Fehlentscheidung.

Sicher waren die jüngsten Konjunkturzahlen alles andere als erfreulich. Doch jetzt von einem Rückfall in eine Rezession zu sprechen, sollten Anleger den Möchtegern-Trendsettern überlassen, die schon immer der Herde hinterher rannten und so viel Geld verloren. Zumal die Notenbanken jedes weitere Abrutschen in die Rezession verhindern werden. Gegebenenfalls stellt sich die Fed vor die Wall Street und verschenkt Geld an die Börsianer, damit sie die Kurse nach oben treiben.

Das politische Umfeld ist stabiler als viele glauben wollen. Gerade für den Fall eines Angriffs auf den Irak wird die Anti-Terror-Koalition stehen. Die Welt wird enger zusammenrücken. Schon allein das neue Bündnis mit Russland unterstreicht die Stärke der neuen Weltordnung. Zudem sind die Sicherheitsmechanismen so verschärft worden, dass ein neuer Terrorangriff nahezu unmöglich ist.

Im Vergleich zu Renten oder Immobilien drängen sich Aktien geradezu auf. Renten werfen mickrige Renditen von weniger als fünf Prozent ab, Immobilien dürften ihren Zenit schon überschritten haben.

Der Vergleich mit Japan greift nicht. Denn an der Börse gibt es nicht das antike Weltbild einer sich stets wiederholenden Geschichte. Marktakteure wie Notenbanker und Anleger lernen dazu. Glücklicherweise. hz.

Nein

Aktien sind teuer. Selbst nach dem scharfen Einbruch notieren die Dax-Werte im Schnitt mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13. Und auf diese Zahl kommt man auch nur dann, wenn man die Ergebnisprognosen für 2003 zugrunde legt, die noch viel zu hoch sein dürften. Doch unabhängig von den Gewinnschätzungen scheint auch ein KGV von 13 nicht gerechtfertigt. Denn am Ende von Bärenmärkten fielen die KGV bislang stets in den einstelligen Bereich. Der wirkliche Tiefpunkt beim Dax liegt damit bestenfalls bei rund 2500 Punkten. Ein noch tieferes Tal der Tränen müssen wohl die US-Börsen durchschreiten. Hier liegen die 2003-er KGV noch zwischen 15 (Dow Jones) und 23,7 (Nasdaq).

Die Markttechnik spricht nicht für eine nachhaltige Trendwende. Auch nach der Minirallye vom Wochenanfang bewegen sich die Kurse im stabilen Abwärtstrend. Entwarnung besteht beim Dax erst bei über 5200 Punkten. Kein Mensch denkt im Ernst an solche Kurse.

Anleger sind der Verluste am Aktienmarkt langsam müde. Keiner glaubt mehr den vollmundigen Versprechen wohlmeinender Anlagestrategen. Gerade private Investoren ziehen die Notbremse und ihre letzten Groschen von der Börse ab, bevor sie ganz weg sind. Aber schon Karl Marx wusste, dass ohne Kapital nix los ist – eben auch nicht an den globalen Aktienmärkten.

Die Realwirtschaft und damit die Gewinne der Unternehmen stehen vor einem erneuten Einbruch, einem Double Dip. Darauf deuten die jüngsten US-Konjunkturdaten unmissverständlich hin. Vor allem die Konsumenten, die in der Rezession noch eine der letzten Stützen der Ökonomie waren, scheinen nun zu schwächeln. Mit der Nachfrage der Verbraucher stehen aber zwei Drittel des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts auf dem Spiel. Nur pathologische Optimisten können annehmen, dass sich Europa von einem amerikanischen Double Dip loslösen können.

Das politische Umfeld lädt nicht gerade zum Aktienkauf ein. Eine schwelende Nahostkrise, ein möglicher Angriff auf den Irak oder weitere Terroranschläge zum September-Jahrestag bedeuten zusätzliche Unsicherheit – Unsicherheit, die Börsianer hassen. Auch der politische Stillstand in oder milliardenschwere Wahlgeschenke an den Mittelstand in Deutschland sind nicht der Humus für sprießende Aktienkurse.

Anlagenotstand herrscht angesichts von Mini-Renditen am Rentenmarkt und hoher Preise bei Immobilien. Doch im Vergleich zu Verlusten bei Aktien sind 4,5 Prozent bei Anleihen oder acht bei Immobilien gar nicht so schlecht.

Die momentane Situation an den Märkten erinnert stark an das Platzen der Spekulationsblase in Japan vor zehn Jahren. Auch jetzt werden Anleger mit einer jahrelangen Schwächeperiode leben müssen.hz.
Quelle: www.welt.de
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Typhoon:

Klar, am besten meine o.T.

 
17.09.02 14:09
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