Sieht so ein Crash aus ??


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Waleshark:

Sieht so ein Crash aus ??

 
12.08.07 16:33
=>  Dr. Bernd Niquet: Sieht so ein Crash aus?


=>  E. Hoermannsdorfer: DAX: droht hier ein Unwetter?
          §

=>  Vermoegensverwalter steigen auf deutlich ermaessigtem
    Niveau in Finanzwerte Muenchener Rueck und Commerzbank ein
          §
Sieht so ein Crash aus?

  von Dr. Bernd Niquet

Es herrscht eine merkwuerdige Asymmetrie zwischen dem, was gegenwaertig in dem Medien ueber die Finanzmarktkrise berich-tet wird, und dem, was tatsaechlich mit den Preisen passiert. Ueberall lese ich die schlimmsten Dinge: Die US-Hypotheken-krise greife jetzt auf die deutschen Banken ueber, Fonds
geraten in Schieflagen und setzen die Rueckzahlung aus,
Subprime-Tranchen wuerden gar nicht mehr gehandelt, Risiko-Modelle sogar in Gaenze versagen – und dann ist das Misstrau-en sogar auf den Geldmarkt uebergeschwappt, wo die Saetze ansteigen, weil die Banken im Tagesgeldhandel sich nicht mehr vertrauen und die Risikoaufschlaege steil in die Hoehe schnellen.

Eigentlich ist das der Stoff fuer eine heftige Krise, fuer einen wirklichen Crash. Doch was passiert? Der Dax verliert ein paar Prozent, der Dollar bleibt stabil – im Grunde genom-men geschieht eigentlich recht wenig. Ich muss gestehen, so etwas habe ich noch nicht erlebt. Selbst im grossen Crash 1987 waren die Nachrichten nicht so negativ wie heute, 1998 auch nicht. Das Szenario ist rabenschwarz, alles, was ich aus den Medien hoere, klingt nach Weltuntergang. Doch die Kurse veraendern sich kaum. Sieht so ein Crash aus? Nein, so sieht kein Crash aus.

Alles wirkt wie ein Geisterszenario. Der Crash koennte also nur in den Koepfen der Menschen stattzufinden, nicht in den Maerkten. In den Koepfen der Menschen, die keine Aktien be-sitzen. Oder waren es dann doch die Notenbanken? In der Vor-kriegszeit; also vor dem Zweiten Weltkrieg, das behaupte ich jetzt einfach einmal, wuerden wir bei dem derartigen Szenario eine epochale Krise erleben. Da haette es eine Liquiditaets-krise gegeben, da waeren die Banken und die Fonds zusammenge-kracht wie Bierdeckelhaeuser.

Waren es also tatsaechlich die Notenbanken, die hier das Schlimmste vermieden haben? Sicherlich. Doch mit 95 Milliar-den zusaetzlich im Geldmarkt, wie es die EZB gerade gemacht hat, kann man keine epochale Krise bekaempfen. Fuer mich gibt es eigentlich nur zwei Moeglichkeiten, die gegenwaertige Si-tuation zu deuten: Entweder ist das, was wir jetzt beobach-ten, in der Hauptsache ein Phaenomen der Sensationspresse – oder aber, der richtige Meltdown steht uns noch bevor.

Ich muss gestehen, dass ich ein sehr ungutes Gefuehl habe und froh bin, derzeit keine Aktien zu besitzen. Denn ich verstehe nicht, was hier vorgeht. Da gibt es eine oeffentliche Inter-vention der Notenbanken – und der Markt geht anschliessend sofort zur Tagesordnung ueber. Fuer mich ist das Eingreifen der Notenbanken ein Zeichen zur Sorge. So frueh und ohne dass irgendetwas Gravierendes passiert ist, greifen die Notenban-ken in die Maerkte ein. Die Situation muss also weit schlim-mer sein, vielleicht wirklich so schlimm, wie die Medien schreiben. Aber warum in Gottes Namen crashen dann die Maerk-te nicht?

Ich kann es also drehen und wenden, wie ich will, fuer mich ergibt sich kein stimmiges Bild. Und wenn man keine Idee hat, was passiert, soll man aussen vor bleiben und sich nicht en-gagieren, was ich auch beharrlich durchhalte. Denn glueckli-cherweise ist die Aktienanlage ja kein Zwang. Sie ist eher wie ein Cabrio: Man kann das Verdeck durchaus herunter klap-pen, wenn einem die Laune danach steht – aber man muss es nicht tun. Man kann auch geschlossen fahren.


DAX: droht hier ein Unwetter?

 von Engelbert Hoermannsdorfer, Chefredakteur 'BetaFaktor.de'

Angesichts der weltweiten ruppigen Aktienmärkte möchte ich dieses
Mal keinen Einzelwert besprechen, sondern Ihnen meine Ein-schätzung
zur Gesamtmarktlage geben. Denn nachdem wir noch vor wenigen
Wochen ein Allzeithoch beim DAX von 8151 Punkten aufstellten,
geht’s nun ständig bergab. Was ist seither passiert? Nun, es gibt
eine immer offensichtlichere Schieflage bei den US-Hypotheken-
finanziers. Plötzlich merkt man, dass die Refinanzierungen von
milliardenschweren Private-Equity-Deals nicht mehr ruckizucki
funktionieren. Die Restrukturierung von vielen schlechten Risiken
durch Neuverpackung (CDO = Collateralized Debt Obligations =
besicherte Schuldverschreibungen) scheint von den Märkten auch
mehr und mehr als Taschenspielertrick durchschaut zu werden.

Das hat zur Folge, dass hier in erster Linie Banken davon betroffen
sind. Sie haben sich nämlich in diesen CDOs und allen artver-wandten
Produkten massiv engagiert. Für die hiesige IKB musste schon ein
Milliarden-Rettungspaket geschnürt werden. Aber es ging in den
letzten beiden Tagen munter weiter. BNP Paribas hat vorüber-gehend
die Rücknahme von Anteilen einiger Fonds wegen der US-Hypothekenkrise
eingestellt. Wegen mangelnder Liquidität im amerikanischen Markt
könne der Fondswert nicht berechnet werden. Eine potenzielle
Schieflage gibt es auch bei der WestLB: Die WestLB-Tochter Brightwater
verfügt über strukturierte Finanzierungen im Volumen von sat-ten
35 Mrd. USD – ein Wert, der das Eigenkapital deutlich über-steigt.
Obwohl in diesem Betrag auch Subprime-Kredite enthalten sind, wurden
hierfür keinerlei Rückstellungen gebildet. Die BaFin nahm vergangene
Woche die turmhohen Risiken bei der Landesbank Sachsen ins Visier:
Das Finanzinstitut wird bei einem Eigenkapital von nur 1,5 Mrd. EUR
in einer brisanten Analyse von S&P als einziger Liquiditäts-spender
der Firma Ormond Quay Funding (Kapitalausstattung: 17,5 Mrd. USD)
aufgeführt.

Die Europäische Zentralbank EZB und die Bank of Japan (6 Mrd. EUR
alleine gestern) haben in den letzten ganz kurzfristig riesi-ge
Geldmengen bereitgestellt, um das Bankensystem mit Liquidität zu
versorgen. Bedenken Sie: Das war eine Aktion, wie es sie seit den
Tagen nach dem Terroranschlag am 11. September 2001 nicht mehr
gegeben hat!

Wenn Sie das so lesen, möchte ich Ihnen damit erstens mittei-len:
Es gibt eine klare Schieflage einer Asset-Klasse auf der Welt –
und zwar die der US-Immobilien. Dementsprechend gehen inzwi-schen
diverse Fonds und US-Immobilienaktien den Bach runter. Ameri-can Home
Mortgage war noch vor einem viertel Jahr ein Milliarden-Unternehmen
– jetzt ein insolventer Pennystock-Wert.

Ich will Ihnen damit aber auch zweitens sagen: Der Rest der welt-
weiten Industrien – Automobil-, Hightech- oder Rohstoff-Branche,
um nur ein paar Beispiele zu nennen – befindet sich weiter in
einem nach wie vor andauernden Konjunkturaufschwung. Der wird auch
noch weiter anhalten. Das Gros der Unternehmen aus diesem Segment
verzeichnet steigende Gewinne, und das dürfte auch in der nächsten
Zeit noch so bleiben.

Aber wir dürfen natürlich nicht die Augen vor den Ereignissen auf
dem Finanzmarkt verschließen. Fonds und Banken, die sich im US-Immo-
biliensektor verspekulierten, müssen jetzt einfach andere Asset-Klassen
auflösen, um liquide zu bleiben. Wer hier also über kurz oder lang wen
mit runterzieht ist schwer zu sagen. Ich gehe deshalb davon aus,
dass wir die Nachwehen der letzten Beben noch einige Zeit zu spüren
bekommen. Denn im Prinzip ist ja in den Indizes noch nichts passiert.
Der Dow Jones steht erst läppische 5% unterm Allzeithoch, der DAX hat
gerade erst mal runde 10% abgegeben. Das ist eine Korrektur, und kein
Crash!

Allerdings muss ich auch konstatieren: Wenn die Notenbanken die
Probleme der notleidenden Kredite nicht bald in den Griff bekommen,
dann steht einem neuerlichen Abschwung nichts entgegen. Wir müssen
uns also darauf einstellen, dass der eigentliche Einbruch wohl erst
noch kommt. Im August wird noch geflickschustert, gelogen, verbogen,
geheftelt und übertüncht, aber danach kommt die Wahrheit ans Licht.
Saisonal bietet sich der September sowieso wie kein anderer Monat
dafür an. Im Herbst ist dann nach dem Gewitter wieder echtes Investieren
und Stockpicking angesagt.

Meine Meinung: Trennen Sie sich also von den ein oder anderen gut
gelaufenen Engagements. Beziehungsweise ziehen Sie auf jeden Fall
Ihre Stopploss-Levels mega-eng nach. Und ein Put-Optionsschein oder
Dax-Short-Zertifikat zur Depotabsicherung dürfte auch nicht schaden.


Vermoegensverwalter steigen auf deutlich ermaessigtem Niveau
in Finanzwerte Muenchener Rueck und Commerzbank ein

  von Uwe Raab, firstfive

Die ersten beiden Stellen der Topkaufliste nehmen mit Muen-chener Rueck und Commerzbank, die in juengster Vergangenheit arg gebeutelten Titel aus der Finanzbranche ein. Insgesamt orderten vier Entscheider 8.200 Aktien der Muenchener Rueck im Kursbereich zwischen 123,29 und 124,85 fuer rund eine Mil-lion Euro.

Drei Vermoegensverwalter erachteten die Commerzbank-Aktie unterhalb der Marke von 30,-- Euro fuer kaufenswert. Die Ein-stiegskurse lagen hier fuer die 24.700 erworbenen Commerz-bank-Papiere zwischen 28,46 und 29,71 Euro im Volumen von rund 719.000,-- Euro.

Der Einstieg in die Muenchener Rueck erfolgte von drei Ent-scheidern nach Bekanntgabe der Quartalszahlen und der Anhe-bung der Jahresprognose durch das Muenchener-Rueck-Manage-ment, welches nun einen Korridor des Gewinns zwischen 3,5 und 3,8 Milliarden Euro lanciert.

Dies bedeutet ein KGV von 6,5 und damit das niedrigste Bewer-tungsniveau fuer die Muenchener-Rueck-Aktie seit Maerz 2003. Ein Entscheider orderte seine Muenchener-Rueck-Position be-reits vor Bekanntgabe der Quartalszahlen.

"Der Muenchener-Rueck-Konzern profitiert derzeit von der Ent-wicklung bei der Tochtergesellschaft ERGO. Mit einer kombi-nierten Schaden-Kosten-Quote von 85,1 Prozent liegt ERGO so-gar besser als der Mitbewerber Allianz. Das gab es in der Vergangenheit selten", kommentierte ein Entscheider seinen Einstieg in die Muenchener-Rueck-Aktie.

ERGO erhoehte die eigene Gewinnprognose fuer 2007 um satte 30 Prozent auf nun 700 bis 780 Millionen Euro.

Fuer das dritte Quartal 2007 rechnet das Muenchener-Rueck-Management bislang mit Belastungen aus dem Erdbeben in Japan, der Flut in Grossbritannien sowie dem Flugzeugunglueck in Brasilien in Hoehe jeweils eines zweistelligen Millionen-Euro-Betrages. Desweiteren erwartet der Rueckversicherer in 2007 acht Hurrikans fuer den Suedosten der USA sowie dem ka-ribischen Einzugsgebiet und damit eine "durchschnittliche"
Schadenbelastung hieraus.


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