Ich lese das, was im Manager-Magazin-Artikel (unten) steht, als
antizyklisches Kaufsignal für deutsche Aktien. Wenn die Masse der "Investoren" sich auf eine Seite des Bootes begibt, steigt die Gefahr des Kenterns (aktuell: Platzen der KI- und Magnificent-7-Blase in USA).
Das liegt an meinem grundsätzlich antizyklischen (gegen den Strich bürstenden) Investment-Stil: Ich kaufe gern, was gerade spottbillig und wenig gefragt ist (in USA übrigens Intel-Aktien). Diese Strategie ist weitaus riskanter als die typischen Trendfolgestrategien - eben weil man bei "fallenden Messern" nie genau weiß, wann (und
ob) sie wieder steigen. Im Gegenzug sind im Erfolgsfall enorme Gewinne möglich.
So notierte z. B. die Aktie der US-Chipschmiede AMD im Jan. 2016 bei 1,50 $ - heute steht sie 100 Mal höher. Beim Kurs von 1,50 $ waren die meisten Analysten auf "sell", jetzt bei 150 $ sind die meisten auf "buy".
Das 100-fache des Einsatzes könnte man niemals verdienen, wenn man - jetzt noch - auf eine Magnificent-7-Aktie 7-Aktie (z. B. Apple, Google, Microsoft) mit einer Marktkapitalisierung in Billionenhöhe setzt.Bei Schaeffler ist ab jetzigen Kursen - auf Sicht von zwei Jahren - wohl nur eine Verdoppelung drin. Dass Nvidia oder Novo Nordisk (laut MM zurzeit die Lieblingsaktie der Deutschen) ab jetzigen Mondkursen noch eine Verdoppelung schaffen, bezweifle ich stark. Bei Nvidia könnte es stattdessen auf Sicht von fünf Jahren eher eine Zehntelung geben.
Es lässt sich allerdings nicht leugnen, dass Europas Wirtschaft zurzeit durch die Folgen der Sanktionspolitik ("Schuss ins eigene Knie") und durch die in Deutschland weltweit höchsten Energiepreise (Zitat von Auto-Spezi Dudenhöffer) stark gebeutelt ist. Der Bogen, den Anleger um Europa und D. machen, hat somit handfeste fundamentale Gründe. Andererseits beinhaltet antizyklisches Investieren, zu kaufen, wenn (buchstäblich) die Kanonen donnern. Wenn z. B. in USA Trump siegen sollte und der Ukrainekrieg beendet wird (unter Harris dürfte er wohl erstmal weiterlaufen), sieht es für die dt. Wirtschaft schon mal viel besser aus.
Außerdem hat die CO2-Dogmatismus der EU (95 g Flottenverbrauch ab 2025, horrende Milliardenstrafen beim Überschreiten) bereits derartige Ausmaße angenommen, dass die gesamte deutsche Autoindustrie rebelliert. Das Festhalten an planwirtschaftlichen Zielvorgaben (am Markt und an der Nachfrage nach E-Autos vorbei) führt in Europa zu ökonomischen Siechtum. D. ist mal wieder, wie zuletzt 2003, der "kranke Mann" der EU.
Wenn sich an den EU-Politikprämissen nichts ändert, verlieren in D. Zig-Tausende Arbeitnehmer in der Auto- und Zuliefererindustrie ihren Job, und es gibt, wie jetzt sogar bei VW, Werksschließungen. Die Frage ist somit, wie lange die deutsche Politik - und speziell die deutsche Industrie - sich eine derartig schädliche, an die Substanz gehende Bevormundung aus Brüssel noch gefallen lässt. Die fortlaufenden Fehlentscheidungen haben für Scholz und Co. bereits dramatische Konsequenzen: Die Zustimmung zur Ampel ist nach letzten Umfragen auf bestürzende drei Prozent (!) gefallen. Quelle: www.welt.de/politik/deutschland/...ch-Merz-kein-Zugpferd.html
All das gibt mMn Hoffnung auf eine nicht mehr allzuferne antizyklische Wende in D.
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www.manager-magazin.de/unternehmen/...-4bda-a3ab-99c36142e535
Depotanalyse
Novo Nordisk und die anderen Lieblingsaktien der Deutschen
Keine Aktie mögen deutsche Anleger lieber als die des Pharmaherstellers aus Dänemark, zeigt eine Analyse von 62.000 Depots. Zugleich wird deutlich: Immer mehr Kapital wandert ins Ausland ab, vor allem in die USA.
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