Erholung im Lkw-Geschäft beschert MAN sattes Gewinnplus
Donnerstag, 29. Juli 2010, 09:58 Uhr
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München (Reuters) - Die allmähliche Erholung im krisengeschüttelten Lastwagengeschäft in Europa hat dem Lkw- und Maschinenbauer MAN zu einem Gewinnsprung verholfen.
Der Münchner Konzern steigerte sein operatives Ergebnis nach Angaben vom Donnerstag auf 404 Millionen Euro im ersten Halbjahr. Das sind zwei Drittel mehr als auf dem Höhepunkt der Krise vor Jahresfrist. In vielen Bereichen sei es noch ein weiter Weg zurück zur hohen Auslastung der vergangenen Rekordjahre, sagte MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen. Trotz anhaltender Unsicherheiten auf den Weltmärkten rechne er für den Konzern mit einer weiter positiven Entwicklung, auch über 2010 hinaus. Im laufenden Jahr soll der Umsatz um mehr als zehn Prozent zulegen und auch der Auftragseingang deutlich steigen.
Von Januar bis Ende Juni kletterten die Konzernerlöse um 19 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro, die Neubestellungen legten um 59 Prozent auf 7,3 Milliarden zu. Die Aufwärtsentwicklung bei der Nutzfahrzeugsparte, in der das Lkw- und Busgeschäft in Europa gebündelt ist, stütze die Erwartung, dass es für den Konzern positiv weitergehe. Der Lastwagenmarkt war im Herbst 2008 aus einer Boomphase direkt in eine nie dagewesene Krise gestürzt. Erst allmählich erholt sich die Branche wieder.
Im zweiten Quartal schaffte die Nutzfahrzeugsparte wie angekündigt bereits die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Sowohl das Lkw- als auch das Busgeschäft schrieben wieder Gewinne. Im operativen Spartenergebnis von 71 Millionen Euro sind allerdings 40 Millionen Lizenzerträge des größten chinesischen Lkw-Bauers Sinotruk enthalten, an dem die Münchner beteiligt sind. Ohne diese liege der Gewinn nur leicht über den Erwartungen, kommentierte Michael Punzet, Analyst der DZ Bank. Insgesamt habe MAN aber bessere Zahlen vorgelegt als gedacht. An der Börse lag die Aktie dennoch mehr als drei Prozent im Minus.
SPARTE DIESEL & TURBO LÄUFT NOCH WIE GESCHMIERT
Den größten Ergebnisbeitrag lieferte im ersten Halbjahr wieder die Maschinenbausparte Diesel & Turbo mit 220 Millionen Euro, gefolgt vom Nutzfahrzeuggeschäft in Lateinamerika mit 166 Millionen. MAN hatte vor gut einem Jahr die Schwerlastersparte von Großaktionär Volkswagen in Brasilien übernommen. Dort sorgen Steuererleichterungen und günstige Kredite für einen Boom. MAN Latin America werde ein stabiler Ergebnisträger bleiben, sagte Pachta-Reyhofen. Bei der Sparte Diesel & Turbo, die langfristige Geschäfte mit Großmotoren für Schiffe und Kraftwerke sowie mit Turbinen macht, stellt sich der Konzern dagegen auf Rückgänge ein - die geschrumpften Neubestellungen in der Krise wirken sich hier erst mit Verzögerung aus. Die Rendite der Sparte soll aber weiter über zehn Prozent liegen.
Für den Gesamtkonzern stellte der Vorstandschef für 2010 eine Marge auf dem Niveau des Halbjahres - 6,0 Prozent - in Aussicht. Mit einer Rendite von 3,7 Prozent im Segment Commercial Vehicles lag MAN in den ersten sechs Monaten hinter den beiden größeren Konkurrenten Volvo und Daimler, die in ihren Truck-Sparten Werte von 5,0 Prozent beziehungsweise 4,0 Prozent auswiesen. Weit vorne lag mit 15 Prozent der schwedische Rivale Scania, bei dem VW ebenfalls Großaktionär ist. Unter der Ägide der Wolfsburger tüfteln MAN und Scania derzeit an Kooperationsprojekten. Erste Ergebnisse werden bis Jahresende erwartet.
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München (Reuters) - Die allmähliche Erholung im krisengeschüttelten Lastwagengeschäft in Europa hat dem Lkw- und Maschinenbauer MAN zu einem Gewinnsprung verholfen.
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Von Januar bis Ende Juni kletterten die Konzernerlöse um 19 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro, die Neubestellungen legten um 59 Prozent auf 7,3 Milliarden zu. Die Aufwärtsentwicklung bei der Nutzfahrzeugsparte, in der das Lkw- und Busgeschäft in Europa gebündelt ist, stütze die Erwartung, dass es für den Konzern positiv weitergehe. Der Lastwagenmarkt war im Herbst 2008 aus einer Boomphase direkt in eine nie dagewesene Krise gestürzt. Erst allmählich erholt sich die Branche wieder.
Im zweiten Quartal schaffte die Nutzfahrzeugsparte wie angekündigt bereits die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Sowohl das Lkw- als auch das Busgeschäft schrieben wieder Gewinne. Im operativen Spartenergebnis von 71 Millionen Euro sind allerdings 40 Millionen Lizenzerträge des größten chinesischen Lkw-Bauers Sinotruk enthalten, an dem die Münchner beteiligt sind. Ohne diese liege der Gewinn nur leicht über den Erwartungen, kommentierte Michael Punzet, Analyst der DZ Bank. Insgesamt habe MAN aber bessere Zahlen vorgelegt als gedacht. An der Börse lag die Aktie dennoch mehr als drei Prozent im Minus.
SPARTE DIESEL & TURBO LÄUFT NOCH WIE GESCHMIERT
Den größten Ergebnisbeitrag lieferte im ersten Halbjahr wieder die Maschinenbausparte Diesel & Turbo mit 220 Millionen Euro, gefolgt vom Nutzfahrzeuggeschäft in Lateinamerika mit 166 Millionen. MAN hatte vor gut einem Jahr die Schwerlastersparte von Großaktionär Volkswagen in Brasilien übernommen. Dort sorgen Steuererleichterungen und günstige Kredite für einen Boom. MAN Latin America werde ein stabiler Ergebnisträger bleiben, sagte Pachta-Reyhofen. Bei der Sparte Diesel & Turbo, die langfristige Geschäfte mit Großmotoren für Schiffe und Kraftwerke sowie mit Turbinen macht, stellt sich der Konzern dagegen auf Rückgänge ein - die geschrumpften Neubestellungen in der Krise wirken sich hier erst mit Verzögerung aus. Die Rendite der Sparte soll aber weiter über zehn Prozent liegen.
Für den Gesamtkonzern stellte der Vorstandschef für 2010 eine Marge auf dem Niveau des Halbjahres - 6,0 Prozent - in Aussicht. Mit einer Rendite von 3,7 Prozent im Segment Commercial Vehicles lag MAN in den ersten sechs Monaten hinter den beiden größeren Konkurrenten Volvo und Daimler, die in ihren Truck-Sparten Werte von 5,0 Prozent beziehungsweise 4,0 Prozent auswiesen. Weit vorne lag mit 15 Prozent der schwedische Rivale Scania, bei dem VW ebenfalls Großaktionär ist. Unter der Ägide der Wolfsburger tüfteln MAN und Scania derzeit an Kooperationsprojekten. Erste Ergebnisse werden bis Jahresende erwartet.