S&T-Aktie: "Deal meines Lebens" -Aktienanalyse
Die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" raten in einer aktuellen Aktienanalyse zum Kauf der S&T-Aktie (ISIN:
AT0000A0E9W5, WKN:
A0X9EJ, Ticker-Symbol: SANT).
Paukenschlag bei S&T! Die Foxconn-Tochter Ennoconn werde größter Aktionär des TecDAX-Unternehmens. Gleichzeitig würden die Österreicher den Einstieg bei der Kontron AG verkünden. "Das ist insgesamt der Deal meines Lebens", habe S&T CEO Hannes Niederhauser den Experten im Hintergrundgespräch gesagt. "Die Börse reagiert allerdings so, als ob ich den schlechtesten Deal gemacht hätte", ergänze er.
Der Reihe nach: Ennoconn, ein Hersteller von Embedded Industrial Computersystemen, kaufe sich über eine Kapitalerhöhung im Volumen von 10% des Grundkapitals bei S&T ein. Zudem steige Erhard Grossnigg als bisher größter Einzelaktionär der S&T aus und verkaufe seinen Anteil. Niederhauser selbst gebe ebenfalls einen Teil seiner Aktien ab. Die Taiwanesen würden nunmehr knapp 30% der S&T kontrollieren. Parallel kaufe sich Niederhauser mit einem Anteil von knapp 30% bei Kontron ein. Die Experten hätten Anleger bereits im Sommer dafür sensibilisiert, dass Niederhauser mit dem Kauf seiner ehemaligen Firma liebäugle. "Für die Zukunft ist der Einstieg von Ennoconn bzw. Foxconn bei uns fast noch bedeutender als unser Einstieg bei Kontron. Wir werden mit der Foxconn Gruppe künftig zusammenarbeiten und dadurch unsere Margen weiter steigern", so Niederhauser. Eine Übernahme der S&T durch die Taiwanesen sei derzeit nicht geplant. "Ennoconn hat in erster Linie Interesse an einer guten Kursentwicklung und einer Wertsteigerung der S&T."
Wie Niederhauser den Experten mitgeteilt habe, habe der Deal mit Ennoconn aus der Tatsache resultiert, dass die Asiaten eigentlich geplant hätten, Kontron selbst zu übernehmen. Niederhauser sei in diesem Zusammenhang auf Ennoconn zugegangen und habe den Vorschlag unterbreitet, dass S&T Kontron kaufe und sich Ennoconn an der S&T beteilige. Der Deal sei besiegelt worden. Kontron sei indes ein Sanierungsfall, der Kapital benötige. S&T wolle bei Kontron zeitnah eine Kapitalerhöhung um 10% des Grundkapitals durchführen und den eigenen Anteil an Kontron auf fast 40% ausbauen. Ein Übernahmeangebot dürfte in diesem Zuge nicht erfolgen, da die Firma ein offensichtlicher Sanierungsfall sei.
Als ehemaliger CEO von Kontron kenne Niederhauser das Unternehmen sehr gut. Wenn einer Kontron wieder flottmache, dann Niederhauser. Niederhauser dürfte sich bei seiner Beteiligung intensiv einbringen und mit eisernem Besen kehren. "Aktuell ist geplant, dass Kontron bereits in Q1 oder spätestens in Q2 des kommenden Jahres den Break-even erreicht." 2016 werde für das Unternehmen noch ein gruseliges Jahr. Die kommenden Q3-Zahlen dürften dies bestätigen. 2017 sollte Kontron laut Niederhauser einen Umsatz von 350 Mio. Euro bei einem positiven EBIT von 6 Mio. Euro einfahren. Gemeinsam mit Produkten von S&T und Foxconn solle die Firma mittelfristig wieder wachsen und die Margen steigern. Im Verlauf des zweiten Halbjahres 2017 plane Niederhauser voraussichtlich die Verschmelzung mit der S&T Gruppe.
S&T selbst rechne in diesem Jahr mit einem Umsatz von knapp 500 Mio. Euro. Jüngst habe sich das Unternehmen von der Fertigung von PC-Eigenmarken, wie zum Beispiel Maxdata getrennt. Veräußert worden sei das Geschäft für ca. 1,5 Mio. Euro. 2016 entfalle daher ein Umsatz von knapp 15 Mio. Euro. Kompensiert werde dieser "Wegfall" durch die Übernahme des Kundensegments "IT-Markt" der Raiffeisen Informatik Gruppe. Der Deal steuere ab 2017 gut 15 Mio. Euro zum Umsatz bei, koste 1,5 Mio. Euro und sei zudem deutlich margenstärker als das Maxdata-Geschäft. Unverändert plane S&T in diesem Jahr mit einem Konzerngewinn vor Minderheiten von mindestens 19 Mio. Euro. Sofern S&T ab 2017 Kontron konsolidiere, erwarte der CEO einen Umsatz von insgesamt 900 Mio. Euro bei einer leicht verringerten Bruttomarge von 33 bis 34% anstatt 36% im Jahr 2016. Den Gewinn vor Minderheiten erwarte er im nächsten Jahr bei ca. 21 Mio. Euro.
Für die S&T prognostiziere Niederhauser für 2018 einen Umsatz von 625 Mio. Euro und ein EBITDA von 45 Mio. Euro. S&T unterstelle auf Basis von 44 Mio. Aktien im Jahr 2018 einen Gewinn je Aktie von 55 bis 60 Cent. Das kombinierte Unternehmen, S&T und Kontron, solle im Jahr 2018 einen Umsatz von 1 Mrd. Euro einfahren und ein EBITDA von 65 bis 70 Mio. Euro erwirtschaften. Die Aktienanzahl der S&T werde sich zunächst durch die Kapitalerhöhung durch Ennoconn auf über 48 Mio. Euro steigern. Die Verschmelzung von Kontron mit S&T werde das eigene Aktienkapital nach einer ersten Berechnung voraussichtlich auf 55 bis 65 Mio. Stücke erhöhen. Auf dieser Basis rechne der CEO mit einem EPS von 65 bis 70 Cent im Jahre 2018 für S&T oder einem Nettoprofit zwischen 35 und 45 Mio. Euro. Die Übernahme von Kontron solle innerhalb von zwei Jahren zu einem deutlichen Anstieg des Gewinns führen.
Die Experten würden davon ausgehen, dass Niederhauser Kontron erfolgreich saniere und integriere.
Nach der starken Kurskorrektur empfehlen die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" die Aktie der S&T erneut zum Kauf.
www.aktiencheck.de/exklusiv/...es_Lebens_Aktienanalyse-7491840