Kurz mal was zur IT-basierte Versicherung für Baurisiken und besonders der Kostensteigerungen. Es gilt hierbei folgende Voraussetzung: „Der komplette Bauprozess wurde mit der Software der Stuttgarter erstellt.“ ( boersengefluester.de/...en-muehlbauer-beate-uhse-rib-software/ )
Das hört sich zwar zunächst alles sehr einleuchtend an, da die enormen Kostensteigerungen in der Realität wirklich vorhanden sind, jedoch muss sich hier erstmal herausstellen wie die Versicherung vom Markt in Anspruch genommen wird. Ich habe mir eben mal den Flyer für die 5D-Lösung auf der RIB-Seite angeschaut und dabei auf einem Screenshot festgestellt, dass im RIB-Programm die Preise des Standardleistungsbuchs Bau (STLB-Bau) hinterlegt sind. Diese angebotenen Kostenwerte stellen je nach Wahl entweder a) einen Durchschnittswert aus vielen in der Vergangenheit abgeschlossenen Bauprojekten dar oder b) wenn man sich die Mühe macht, bietet einem das Programm auch die exakten Einzelwerte der einzelnen abgeschlossenen Projekte. Problematisch dabei ist allerdings, dass jedes Bauprojekt ein Unikat darstellt und auch die Preise sehr projektspezifisch sind und teilweise auch regional sehr abweichen können. Es muss daher gewährleistet sein, dass man bei den vorhandenen Projekten in der Software andere Projekte mit Ähnlichkeitscharakter findet, um auch einen ähnlichen Kostenwert erhalten zu können. So kann es vorkommen, dass man bei gleichen Bauarbeiten Kostenabweichungen von +100% oder auch durchaus -60% erhalten kann. Viele Ing-Büros und anbietende Bauunternehmen arbeiten daher gerne mit eigenen Kostenwerten aus eigenen Projekten, um präzisere und vor allem marktnähere Preise abliefern zu können – und zack, wäre schon die Grundlage für eine Versicherung dahin. Gerne geht man bei den Kosten deutlich unter den vorgeschlagen Kostenwert des STLB, da man unterstellt Nachunternehmen in Verhandlungen deutlich drücken zu können/Kostensenkungen durch Massenmehrungen erreichen zu können usw. – nur durch diese Vorgehensweise sichern sich die Firmen oft Preisvorteile, um Aufträge zu erhalten. Zudem sichern sich gute Projektsteuerer bei ihrer Projektbudgetplanung zusätzlich mit monetären Puffern mit eigenen Posten für Preissteigerungen bis heute/ASP sowie zusätzlichen Reserven ab.
Ob die angebotene Versicherung durch diese Problematik oft in Anspruch genommen wird, wird sich erst zukünftig rausstellen müssen (Umsätze, auch Margen, Haftungsumfang seitens RIB etc.).
Ohne jetzt Einzelheiten der Haftung zw. RIB und MunichRe zu kennen, hoffe ich, dass RIB lediglich die Versicherung als eine Art Makler anbietet, die Risiken jedoch komplett auf Münchner Rück laufen. RIB könnte somit projektnah und direkt an der Basis Verträge vermitteln, und im Gegenzug Provisionen erhalten. Sollte das Ganze fruchten und vom Markt angenommen werden, so könnte sich das als ein netter margenstarker Nebenverdienst für RIB rausstellen….