13:14 09.08.12
FRANKFURT (dpa-AFX) - Im Übernahmepoker um den privaten Klinikbetreiber Rhön-Klinikum (Rhön-Klinikum Aktie) geht es in die Verlängerung. Eine zweite Offerte des hessischen Medizinkonzerns Fresenius (Fresenius Aktie) für Rhön-Klinikum wird nach Aussagen aus Finanz- und Branchenkreisen immer wahrscheinlicher. "Derzeit wird an einem zweiten Übernahmeversuch gearbeitet, bei dem Fresenius zunächst einen Anteil von 50 Prozent plus eine Aktie an Rhön-Klinikum übernehmen könnte", sagte eine mit der Transaktion vertraute Quelle der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Der Anteil könnte dann nach und nach ausgebaut werden.
Fresenius und Rhön lehnten am Donnerstag auf Anfrage einen Kommentar ab. Ein Fresenius-Sprecher verwies auf die Aussage von Unternehmenschef Ulf Schneider, dass im August noch eine Entscheidung über das weitere Vorgehen fallen soll. Fresenius-Vorstandschef Schneider und Rhön-Klinikum-Gründer Eugen Münch seien derzeit in intensiven Gesprächen. Noch offen sei die Frage, ob der Aufsichtsrat von Fresenius dem Versuch, 50 Prozent plus eine Aktie zu übernehmen, zustimme, sagte ein zweite Person. Fest steht, dass innerhalb eines Jahres ohne die Zustimmung des Rhön-Vorstandes und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kein weiteres Übernahmenangebot von Fresenius abgegeben werden kann.
Fresenius war Ende Juni mit seiner ersten Übernahmeofferte gescheitert. Dem Konzern waren in dem angestrebten Milliardendeal zwar rund 84 Prozent der Rhön-Anteile angedient worden. Die angestrebten 90 Prozent verfehlten die Hessen aber. Denn der Eigner des Konkurrenten Asklepios, Bernard Broermann, verhinderte das Geschäft, indem er rund 5 Prozent der Rhön-Anteile erwarb. Neben Rhön-Gründer Eugen Münch habe es Gespräche zwischen Fresenius-Chef Schneider und Broermann gegeben, hieß es im Juli in den Kreisen./ep/wiz